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  • 12.05.2009, 12:32 Uhr
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Finanzprobleme

Polytec trennt sich von Peguform

Nach mehrwöchigen Verhandlungen mit Banken und der nun vorliegenden notwendigen Zustimmungen aller involvierten Parteien, informiert der Vorstand der Polytec Holding AG (Österreich) über die Sanierung der Gruppe. Die erst 2008 gekaufte deutsche Peguform wird bis auf zwei Werke von der Muttergesellschaft getrennt. Beim Automobilzulieferer Peguform sollen (wir berichteten) rund 300 Jobs abgebaut werden, derzeit sind rund 1200 Mitarbeiter beim Firmensitz in Bötzingen (Kaiserstuhl) beschäftigt, insgesamt waren es vor der Übernahme weltweit 7000 Arbeitsplätze.

Hintergrund: Die Polytec Holding AG war durch den im Herbst 2008 erfolgten Kauf der deutschen Peguform Gruppe, der über kurzfristige Kredite finanziert worden war, in wirtschaftliche Schieflage geraten. Unmittelbar nach dem Kauf kam es zur Weltwirtschaftskrise mir Umsatzeinbruch.

Ziel der daraufhin mit den Banken gestarteten Verhandlungen war ein Erhalt der Gesellschaft und eine Sanierung durch Entschuldung ohne gerichtliche Insolvenz . Die nunmehr erzielte Einigung sieht neben einer weitgehenden Entschuldung auch eine Entflechtung und Neuordnung der Kernaktionärsstruktur vor: Im Wesentlichen ist vorgesehen, dass die Peguform inklusive der die Gesellschaft belastenden Kaufpreisfinanzierung plus Zinsen von rund 173 Mio. Euro aus der Polytec Gruppe herausgelöst werden soll und an eine von der Polyte unabhängige Gesellschaft unter der wirtschaftlichen Führung von Stefan Pierer und Rudolf Knünz übertragen wird.

An die Polytec Gruppe rückgeführt werden sollen zwei Peguform-Standorte in Weiden (Deutschland) und Chodova Plana (Tschechien), die einen wesentlichen strategischen Bestandteil für den weiteren Marktanteilsausbau in der Automotive Composites Division der Polytec sind.

Die Raiffeisenlandesbank OÖ übernimmt die weitere operative Finanzierung der Polytec Holding. Eine verbindliche Zusage für zusätzliche Betriebsmittellinien seitens der Raiffeisenlandesbank OÖ liegt vor. Nach Umsetzung erwähnter Schritte und auf Basis einer Proforma Bilanz per 31. März 2009 belaufen sich die Nettofinanzverbindlichkeiten der Polytec Gruppe auf 76 Mio. Euro bei einem Eigenkapital von ebenfalls 76 Mio. EUR. Die Eigenkapitalquote beträgt bei einer Bilanzsumme von 351 Mio. Euro rund 22 Prozent. Die Maßnahmen führen zu einer nahezu vollständigen Entschuldung der Polytec Holding AG als Konzernmuttergesellschaft.

Die Refinanzierung der zum Zwecke der Akquisition aufgenommenen Kredite sowie die Ausfinanzierung der für die notwendigen operativen Restrukturierungen erforderlichen zusätzlichen Mittel, als Gesamtlösung ohne eine Teilung,war durch die die Gruppe finanzierenden Banken auf Grund der durch die Wirtschaftskrise speziell im automotiven Umfeld eingetretenen dramatischen Markteinbrüche abgelehnt worden. Es war Ziel des Vorstand, die Polytec Gruppe in ihrer ursprünglichen Struktur zu erhalten, um weitgehend entschulde diese aus der Krise zu führen. Die Umsetzung bedarf neben der finalen Zustimmung von Kartellbehörde und Übernahmekommission auch der Zustimmung der Hauptversammlung. Eine Einberufung wird schnellstmöglich erfolgen.

(Redaktion)


 


 

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