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Preisveränderungen bei Rohstoffen

Was erwartet die Ortenauer Unternehmen?

Die zwei wichtigsten Gründe für Preisveränderungen bei Rohstoffen sind das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, höhere Produktionskosten sowie Spekulation. Beispiel Stahl. Was erwartet die Ortenauer Unternehmen bei diesem Material?

Die Firma Schwarzwald-Eisen (50 Mitarbeiter) in Lahr ist im Großhandel für Walzstahl, Betonstahl, Werkzeuge, Eisenwaren und Bauelemente tätig. Geschäftsführer Steffen Auer: "Stahlpreise steigen mittelfristig eher an, da es erhöhte Rohstoffpreise für Erz und Kohle gibt sowie steigende Nachfrage. Die ist getrieben von China und den Schwellenländern."

Und wenn es starke Schwankungen bei der Konjunkturentwicklung gibt? Auer: "Preisfluktuationen haben in den letzten drei bis vier Jahren signifikant zugenommen". Das scheint ein Trend zu sein, der anhält. Er rechnet also mit Schwankungen. Falls die Rohstoffpreise bei Stahl steigen, werden nach Einschätzung von Auer auch die Verkaufspreise für entsprechende Produkte steigen.

Bernhard Pfeffer, beim Unternehmerverband Metall Baden-Württemberg Leiter des Referats Technik, bestätigt diese Einschätzung: "In den BRIC-Staaten brummt die Wirtschaft." Die vier Buchstaben stehen für Brasilien, Russland, Indien und China. Wobei nach seiner Einschätzung die Unternehmen höhere Rohstoffpreise nicht eins zu eins über höhere Verkaufspreise ausgleichen können: "Den Großteil müssen sie woanders reinholen." Höhere Rohstoffpreise werden auch auch den Endverbraucher treffen. Pfeffer: "Sowohl Tariflöhne als auch Rohstoffpreise und Energiekosten steigen ständig. Deshalb werden die Preise steigen." 

Die Nachfrage hat bei Stahl deutlich angezogen. Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl meldet: Nach Einschätzung des Weltstahlverbandes Worldsteel zufolge wird die globale Stahlnachfrage 2010 auf den Rekordwert von 1,272 Milliarden Tonnen Walzstahl steigen und die Erholung sich auch 2011 fortsetzen (2009: 1,125 Milliarden Tonnen). Treiber des weltweiten Wachstums bleiben die aufstrebenden Volkswirtschaften in Asien. Aber auch in Deutschland verläuft die Erholung kräftiger als erwartet und wesentlich schneller als in den meisten anderen Industrieländern. Worldsteel zufolge wird die Nachfrage in Deutschland in diesem Jahr um 25 Prozent auf 35 Millionen Tonnen Walzstahl zulegen, nach einem Rückgang von über 30 Prozent im Krisenjahr 2009. Zudem wird erwartet, dass sich die Erholung auch 2011 mit einer robusten Rate von fünf Prozent (37 Millionen Tonnen) fortsetzen wird. 

Die Stahlindustrie ist eine rohstoff- und energieintensive Branche. Zur Erzeugung einer Tonne Rohstahl werden rund zwei Tonnen Eisenerz, Schrott, Kohle, Koks und Öl, Legierungsmittel und Zuschlagsstoffe benötigt. Die Preisentwicklung bei Rohstoffen und Energie hat damit einen erheblichen Einfluss auf die Kosten der Stahlerzeugung. Vor dem Hintergrund der Preissteigerungen der vergangenen Jahre haben laut Wirtschaftsvereinigung Stahl die Rohstoff- und Energiekosten mittlerweile einen Anteil von über 80 Prozent an den gesamten Herstellkosten erreicht. Vor zehn Jahren lag dieser noch bei 65 Prozent.

(Redaktion)


 


 

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