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Einkaufsgemeinschaft

Rabatte durch Einkaufsgemeinschaft

Ego. Der erste Gedanke beim Lesen der Abkürzung ist der falsche. Es geht nämlich beim Projekt der Wirschaftsregion Offenburg (WRO) nicht um egoistisches Verhalten, sondern gemeinsames, das allen nutzt.

Ego steht für Einkaufsgemeinschaft Ortenau. Der Gedanke: Kommunen und Firmen der Region kaufen gemeinsam ein und holen wegen entsprechend größerer Mengen Rabatte heraus. Das ohne Lager und mit einer einfachen Bestellsoftware. Es gibt Kommunen, die es erfolgreich vorgemacht haben - dazu später mehr.

WRO-Geschäftsführer Manfred Hammes erklärt das Konzept: "Ziel ist es, günstig und zeitsparend unter Berücksichtigung regionaler Anbieter die Wertschöpfung in der Region zu behalten." Es ginge darum, für 50 Kommunen und 150 Firmen eine Software anzubieten, mit der Online zum Beispiel Kopierpapier bestellt werden kann. Dabei sollte man sich auf bestimmte Sorten einigen, der Papierhändler soll dann die Bestellungen zu den einzelnen Abnehmern fahren. "Ego" soll nur mit der Vermittlung beschäftigt sein und kein eigenes Lager haben. Hammes rechnet damit, dass der gemeinsame Einkauf je nach Produkt zehn bis 20 Prozent günstiger wird. Vom gemeinsamen Großeinkauf profitieren auch Firmen, die nur kleine Mengen benötigen. Was hinzukommt: Weil Bestellungen schnell online erledigt werden können, wird zusätzlich Arbeitszeit und damit Geld gespart.
Ein anders Beispiel sind Blumensträuße: Man könne zum Beispiel vier Versionen je nach Anlass anbieten und mit einem örtlichen Blumenhändler die Lieferung vereinbaren. Ein paar Klicks, und der Strauß ist zum richtigen Zeitpunkt am gewünschten Ort - derzeit gibt es Mitarbeiter, die extra zu einer Gärtnerei fahren, dort warten, bis sie bedient werden und einen Strauß kaufen.

Wie die Einkaufsgemeinschaft weiter funktionieren soll: Firmen der Region sollen als Lieferanten gezielt angesprochen werden, aber keine Bevorzugung bekommen, wenn sie teuer sind. Hammes plant, dass es definierte Ausschreibungen mit Produktqualität, Menge und Lieferzielen geben soll. Zu Beginn soll es nur zehn bis 20 Produkte geben, dann Schrittweise mehr. Wichtig für Hammes: "Von Anfang an soll online über einen Katalog bestellt werden." Die entsprechende Software gibt es bereits.

Vergleichbares sei aus der Wirtschaft bekannt: So die Zweirad-Einkaufsgenosssenschaft (ZEG), der viele Einzelhändler angeschlossen sind. Oder Intersport, Garant-Möbel und Edeka.
Matthias Braun, Oberbürgermeister von Oberkirch und gleichzeitig Vorsitzender des WRO-Aufsichtsrates, hat laut Hammes die Idee zu Ego gehabt. Die WRO sei derzeit noch in der Recherchephase. Er hält folgenden Zeitplan für möglich: Der Aufsichtsrat kann im März über das Projekt entscheiden. "Wenn die Gesellschafter es wollen, können wir im dritten Quartal anfangen." Dazu benötige man am Anfang nur zwei Mitarbeiter, für Ego sollte eine eigene Firma gegründet werden. Zurück zu Kommunen, die bereits erfolgreich eine Einkaufsgemeinschaft organisieren: Die Städte Balingen und Mössingen (zusammen rund 55000 Einwohner) haben sich zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammengeschlossen. Begonnen haben sie 2008 mit Toner/Tinte. Laut Gabriele Sauter vom Hauptamt Balingen hat sich die Einkaufsgemeinschaft bewährt. Weitere Produktbereiche sollen hinzukommen. Zusammengeschlossen haben sich für eine Einkaufsgemeinschaft im Jahr 2004 die Städte Tübingen, Reutlingen, Rottenburg, Metzingen und die Landratsämter Tübingen und Reutlingen sowie das Bischöfliche Ordinariat Rottenburg-Stuttgart. Einsparung laut Pressestelle der Stadt Tübingen insgesamt im Jahr 2009 für Reutlingen/Tübingen 170000 Euro.

(Redaktion)


 


 

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