18.02.2010  09:16 Uhr

Pflegeberatung
Recht auf kostenlose und unabhängige Pflegeberatung

Südbaden. Jeder sechste Deutsche ist pflegebedürftig oder hat einen Pflegefall in der Familie. Zwei Drittel der Betroffenen werden zuhause betreut. Viele pflegende Angehörige fühlen sich mit der Situation jedoch massiv überfordert. Ihnen zustehende kostenlose Hilfsangebote nehmen allerdings die wenigsten in Anspruch – oft wissen sie noch nicht einmal davon.

So gibt es bereits seit einem Jahr ein gesetzlich verankertes Recht auf kostenlose und unabhängige Pflegeberatung. Zwei Drittel der Bundesbürger haben aber bisher nicht davon gehört, dass sie sich beispielsweise telefonisch bei erfahrenen Fachkräften über sämtliche Fragen zum Thema Pflege informieren können. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungsbefragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF). 

„Vor allem bei plötzlich eintretender Pflegebedürftigkeit beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls ist die Not groß“, sagt Johanna Wurm, die in dieser Region als Pflegeberaterin aktiv ist. „Fast immer trifft so eine Situation Betroffene und ihre Familien völlig unvorbereitet. Denn Pflege ist immer noch ein Tabu-Thema, mit dem sich die große Mehrheit der Bundesbürger erst beschäftigt, wenn der Ernstfall eintritt.“ 

Johanna Wurm ist eine von 200 Mitarbeitern der COMPASS-Pflegeberatung, die vom Verband der privaten Krankenversicherung gegründet wurde. Mehr als 41.000 Beratungsgespräche haben die COMPASS-Mitarbeiter im vergangenen Jahr geführt. „Wir verstehen uns dabei als Lotsen, die den Menschen bei allen Pflegefragen zur Seite stehen. Immer wieder und auch dauerhaft“, betont die erfahrene Beraterin. Um Unterstützung gebeten wird sie häufig bei der Beantragung der Pflegebedürftigkeit. Auch bei konkreten Ansprüchen aus gesetzlich garantierten Leistungen wünschen sich viele Menschen Hilfe. 

Die telefonische Beratung von COMPASS steht allen Ratsuchenden offen. Die Pflegeberater besuchen die Betroffenen und ihre Angehörigen aber auch vor Ort, also zuhause, in der Klinik, einer Reha- oder Pflegeeinrichtung. „Wir bewegen uns mit unserem Angebot auf die Menschen zu. So können wir auch deutlich besser einschätzen, welche Hilfe tatsächlich benötigt wird“, erklärt Johanna Wurm. „Dabei geht es natürlich überwiegend um finanzielle Unterstützung oder um die Organisation der Betreuung. Oft sehen wir aber auch, dass man mit kleineren Hilfsmitteln den Alltag leichter bewältigen oder die Betreuung zuhause deutlich erleichtern kann.“ 

Hilfe ist dabei schnell und unbürokratisch möglich. Innerhalb von 24 Stunden nach der Kontaktaufnahme verabredet Johanna Wurm einen Besuchstermin mit Betroffenen oder deren Angehörigen. Der Beratungsbedarf ist sehr unterschiedlich, weiß die Fachkraft. So reicht die kostenlose Pflegeberatung vom einmaligen Gespräch bis zu einer dauerhaften Begleitung. 

Der erste Kontakt zu COMPASS läuft über die bundesweite Servicenummer 0800 101 88 00.


 

(faktenkontor)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © COMPASS



 


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