Weitere Artikel
Kosmetikhersteller in Baden-Baden

Rettung für Fribad und 240 Mitarbeiter naht

Beim insolventen Kosmetikhersteller Fribad in Baden-Baden ist der Karlsruher Fachanwalt für Insolvenzrecht, Andreas Fischer, sehr optimistisch, einen Käufer zu finden. Gegenüber www.suedbaden-business-on.de nennt er Gründe für die Schieflage des Unternehmens, bei dem rund 240 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Im Frühjahr 2008 wurde das Baden-Badener Kosmetikunternehmen Fribad Cosmetics mit seinen Marken Sans Soucis, Biodroga Systems, Futuresse, Bogner Parfums und Basics an die lettische Kolonna Group verkauft. Maria Augustin, bisherige Eigentümerin des Unternehmens, sollte der offiziellen Käuferin, Ieva Plaude, weiterhin in beratender Funktion zur Seite stehen. 

Ieva Plaude (46) war wohl lediglich offiziell Käuferin: Die Fribad Cosmetic Group GmbH gehört zu 100 Prozent der Fribad Holding GmbH, die gehört wiederum der Fribad Baltics Holding GmbH, Besitzer ist der Ex-Ehemann von Ieva Plaude. Plaude ist wiederum Inhaberin der Kolonna Group (Kosmetik und Immobilien; Jahresumsatz 150 Millionen Euro).

Zurück zum Kauf: Ein gutes Jahr später ist Fribad nun zahlungsunfähig – was waren die Ursachen? Der Karlsruher Fachanwalt für Insolvenzrecht, Andreas Fischer, kümmert sich seit dem 18. Mai darum, das der Betrieb weiterläuft: "Es gab Umsatzeinbrüche durch Managementprobleme." Dies schon vor dem Verkauf. Vor den Management-Fehlentscheidungen sei Fribad ein "hochrentables Unternehmen" gewesen.

Bis zum 31. Juni können die Löhne für die 240 Mitarbeiter in Baden-Baden über das Insolvenzgeld gezahlt werden. Fischer ist sich jedoch jetzt schon sicher, dass "zeitnah ein Investor gefunden wird. Fribad ist erhaltenswert". Geschäftszahlen für 2008 möchte er nicht nennen, die seien erst vorläufig. Nachdem er am 18. Mai mit seiner Arbeit für Fribad anfing, hat Andreas Fischer nach eigenen Angaben schon Kontakt zu fünf Interessenten für eine Übernahme gehabt. "Diese Zahl wird noch steigen. Zwei nachhaltige Gespräche habe ich schon geführt." Auch die bisherige Eigentümerin Ieva Plaude habe Interesse angemeldet. Was der Anwalt betont: "Ich bin ganz sicher, dass es weiter geht. Wir haben vor, den Betrieb im Ganzen zu erhalten und langfristig eine Perspektive zu geben."

Werden von den 240 Mitarbeitern welche ihren Job verlieren? Fischer zu möglichen Entlassungen: "Das Problem ist der verringerte Umsatz. Wir werden noch schauen, ob das Personal so zu halten ist. Derzeit ist es noch zu früh, um konkrete Details zu nennen. In zwei bei drei Wochen steht das Restrukturierungskonzept, dann habe ich genauere Informationen."

Zur Firmengeschichte: Im Jahre 1939 eröffnete Firmengründer Walter Friedmann seinen ersten Schönheitssalon unweit des Schlosses Sanssouci in Potsdam. Hier entwickelte er Kosmetikprodukte, die nach und nach unter dem Namen Sans Soucis Weltgeltung gewannen. 1945 verlegte er den Firmensitz nach Bühl (Baden). 1962 wurde das Unternehmen schließlich an den Standort Baden-Baden verlegt. Auch heute sind Entwicklung, Produktion, Forschung und Vertrieb dort angesiedelt. Nach dem Tod von Walter Friedmann im Jahr 1970 übernahm seine Frau Maria Augustin die Leitung der Firma. Im Frühjahr 2008 fand der Verkauf an die lettische Kolonna Group statt. Cosmétique Sans Soucis ist Teil der Fribad Cosmetics Group, die seit Jahrzehnten erfolgreich auf dem deutschen und internationalen Markt tätig ist. Neben Sans Soucis vertreibt das mittelständische deutsche Unternehmen auch die bekannte Institutsmarke Biodroga Systems, die Luxusmarke Futuresse sowie die 2007 hinzugewonnene Duftmarke Bogner.

(Redaktion)


 


 

fribad
insolvenz
kolonna
sans
soucis
biodroga
futuresse
job

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "fribad" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

2 Kommentare

von nana
06.06.09 19:13 Uhr
Kaufhaus

Hallo guten Tag,
es sind nicht nur die Jobs in Baden Baden welche zu verlieren sind.
Direkt betroffen sind auch alle Dauerpromotion Kräfte, welche über Agenturen in den Kaufhäusern die Produkte von Fribad Cosmetic für Fribad verkaufen. (Leider weiss ich die Anzahl nicht,aber in allen großen Warenhäusen arbeiten Verkäuferinnen für Fribad Produkte)
Wenn Fribad schließt sind die Damen arbeitslos.
Herzlichen Gruß Nana

von Nano
24.06.09 10:50 Uhr
tolle Rettung

Die Rettung sie nun so aus das alle Verkaufsassistenten in den Kaufhäusern zum ende Juli gekündigt wurden.
Ich frage mich nur wie jetzt noch Umsatz gemacht werden soll, zur Rettung des Unternehmens? Von alleine kauft die Produkte kaum jemand.Außerhalb von BadenBaden ist der Bekanntheitsgrad nicht sehr hoch. Die Werbung anderer Marken ist sehr stark.

 

Entdecken Sie business-on.de: