20.01.2012  11:36 Uhr

Rente mit 67
Was ändert sich nun für Arbeitnehmer und -geber?

SaarLorLux. Seit Jahresbeginn 2012 müssen sich Arbeitnehmer in Deutschland auf eine Änderung des Sozialsystems einstellen, die von Allen ein Umdenken erfordert. Die Anhebung des Rentenalters auf fortan 67 Jahre sorgt nicht nur für eine längere Lebensarbeitszeit. Sie erfordert auch andere Vorsorgeformen.

Die Anhebung des Rentenalters stellt im Hinblick auf die gesetzliche und private Altersvorsorge eine Besonderheit dar, die gerade Arbeitnehmer in vollem Umfang derzeit kaum abschätzen können. Um weiterhin auf einen erfüllten und finanziell gesicherten Lebensabend blicken zu können, sollte rechtzeitig eine angemessene, zusätzliche Absicherung überdacht werden.

Welche Änderungen sich im Rentensystem konkret ergeben

Auch wenn die Neuregelung im Rentensystem den Eindruck erweckt, alle Arbeitnehmer in gleichem Maße zu betreffen, findet in der Praxis hingegen eine schrittweise Anpassung des Rentenalters statt.

Wer beispielsweise im aktuellen Jahr 2012 das ursprüngliche Renteneintrittsalter von 65 Jahren erreicht, muss lediglich einen Monat länger arbeiten, um das neue, gesetzliche Rentenalter zu erreichen und eine Altersrente in vollem Umfang erwarten zu können.

Für alle, die im Jahr 2013 in den wohlverdienten Ruhestand eintreten möchten, sind zwei Monate zusätzlich zu arbeiten usw., was konkret die volle, zusätzliche Arbeitszeit für sämtliche Erwerbstätige in Deutschland bedeutet, die im Jahr 1964 oder später geboren sind.

Gerade jüngere Arbeitnehmer sind von der Neuregelung also in vollem Umfang betroffen und werden aktuell kaum abschätzen können, wie sich die Änderung des Systems in einigen Jahrzehnten individuell auswirken wird.

Abschläge bei vorzeitigem Rentenbeginn kalkulieren

Aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund eines wenig aussichtsreichen Arbeitsmarktes entscheiden sich früher wie heute immer mehr ältere Erwerbstätige für die Option der Frührente. Zwar kann in diesem Fall schon vor dem aktuell 65. Lebensjahr eine Altersrente in Anspruch genommen werden, allerdings muss hier mit Abzügen von aktuell 0,3 Prozentpunkten pro Monat, bezugnehmend auf die zustehende, volle Altersrente gerechnet werden.

Durch das Anheben des Rentenalters wirkt sich diese Regelung erheblich auf die Rentenhöhe aus, weshalb Kritiker von einer faktischen Rentenkürzung sprechen. Wer aktuell z.B. zu seinem 63. Geburtstag in den Ruhestand geht, würde für die ausstehenden zwei Jahre den genannten Abschlag pro Monat akzeptieren müssen, was sich auf 7,2% aufaddieren würde.

In Zukunft bedeutet ein solches Handeln jedoch nicht zwei, sondern vier Jahre vorzeitig auszuscheiden, was dann eine Kürzung von 14,4% der Rente bedeutet. Leider ist dies in vielen Fällen keine freiwillige Wahl der Betroffenen, die schlichtweg zu krank oder zu lange arbeitslos sind, um eine solche Regelung abzuwenden. Alternativen zum Anstieg des Rentenalters, der in vielen Fällen einer Kürzung gleichkommt, sind also dringend nötig.

Alternative Riesterrente

Für zahlreiche Versicherungsnehmer dürfte die Notwendigkeit einer privaten Altersvorsorge umso deutlich werden, um die geringeren, staatlichen Leistungen gezielt zu ergänzen. Bei der privaten Vorsorge ist weniger auf riskante Anlageformen zu vertrauen, wichtiger ist das Schaffen einer grundlegenden Basis zur Altersfinanzierung, welche die drohende Versorgungslücke deckt. Die privaten Versicherer bieten in dieser Hinsicht eine Vielzahl von Produkten an, die jedoch alle nach den individuellen Bedürfnissen genau überprüft und durchdacht werden sollten.

Seit einem Jahrzehnt auf dem Versicherungsmarkt und vor allem bei Paaren und Familien beliebt, ist die Riesterrente. Vor allem wegen ihrer staatlichen Förderung in Form von festen Zuschüssen pro Jahr und Person, wobei selbst Kinder des Versicherungsnehmers für die Gewähr zusätzlicher Zuschüsse sorgen.

Eine Riesterrente kann dabei auf die individuellen Vorlieben bei der Geldanlage eingehen und ist z.B. als klassischer oder fondsgebundener Sparplan sowie als konservatives Rentenprodukt abschließbar.

Egal, ob individuell die Riesterrente als optimales Konzept angesehen wird oder sich Alternativen wie die Basisrente oder eine klassische Zusatzrente eher empfehlen - bereits in jungen Jahren sollte erkannt werden, dass der Abschluss derartiger Zusatzversicherungen Sinn ergibt.

Redaktionelle Mitarbeit: www.riesterrente-info.de


 

(Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Barrington / Fotolia



 


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