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Staufen

Risse an rund 250 Häusern

Das mittelalterliche Städtchen Staufen im Markgräflerland kämpft weitere gegen die Zerstörung des historischen Stadtkerns durch immer mehr Risse an immer mehr Häusern. Auch wenn die Geschwindigkeit, mit der sich die Erde unter der Altstadt hebt, langsamer zu werden scheint, nimmt die Zahl der betroffenen Gebäude noch immer zu.

Rund 250 Häuser sind mittlerweile beschädigt, so Bürgermeister Michael Benitz. Dennoch hoffe er für das laufende Jahr 2010 auf mehrere Durchbrüche.

Einerseits gelte es, die Entschädigung der Betroffenen und die Sanierung der geschädigten Häuser voran zu bringen. Rund zwei Millionen Euro habe es vom Land bereits gegeben, weitere vier Millionen stehen in Aussicht. Auch die Stiftung, mit der Beteroffenen in Härtefällen zusätzlich geholfen werden soll, sei auf einem guten Weg. „Wir brauchen dringend finanzielle Hilfe“, so Benitz. Die Stadt befinde sich ohnehin in einer schwierigen Haushaltslage und müsse Gewerbesteuereinbußen von 50 Prozent verkraften und gleichzeitig höhere Umlagen abführen. Durch die Risse sind Schäden von über 40 Millionen Euro entstanden.

Andererseits müsse der Hebungsprozess des Gesteins unter der Stadt weiter verlangsamt und möglichst zum Stillstand gebracht werden. Seit die Erdwärmesonden hinter dem historischen Rathaus in Staufen mit einem Spezialzement abgedichtet wurden und seit das eindringende Grundwasser über die Erkundungsbohrung beim Sondenfeld abgepumpt wird, hat sich die Hebungsgeschwindigkeit von einem Zentimeter pro Monat um rund 20 Prozent verlangsamt, so Clemens Ruch vom Landesamt für Geologie und Bergbau (LGRB) in Freiburg. Eine neuerliche Messrunde soll bis kommenden Monat den Trend bestätigen.

Mit Spannung wird am 22. Februar in Staufen eine Fachveranstaltung des LGRB zu den Hebungsrissen und zur Geothermie erwartet. Dazu werde man auch Kritiker wie den Darmstädter Geologen Ingo Sass einladen. Sass hatte im vergangenen Jahr die Vorgehensweise der Stadt und des LGRB bei der beginnenden Sanierung des Erdwärmefelds wiederholt kritisiert und unter anderem vor einem späteren Einsacken der aufgequollenen Erdschichten unter der Staufener Altstadt gewarnt, wenn die Hebung zum Stillstand gekommen sei. Clemens Ruch sieht diese Gefahr jedoch nicht: „Wenn der Gips ausgequollen ist, bleibt er in diesem Zustand.“

(Ralf Deckert)


 


 

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