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Südbadische Bauwirtschaft

Stabile Geschäftslage im Herbst 2008

Leichte Aufhellung im Wohnungsbau – Wirt-schaftsbau noch robust – Straßen- und Tiefbau schwächer

Freiburg, die konjunkturelle Lage in der südbadischen Bauwirtschaft zeigt sich im Herbst 2008 trotz des gesamtwirtschaftlichen Abschwungs noch stabil. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Geschäftssituation im Wirtschaftsbau sowie im Wohnungsbau etwas verbessert. Dagegen ist im Straßen- und Tiefbau ein Abwärtstrend festzustellen. Dies ergab eine Erhebung des Verbandes der Bauwirtschaft Südbaden unter seinen Mitgliedsbetrieben.

Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild:

Der Wohnungsbau hat sich im Lauf des Jahres 2008 vom vorangegangenen Einbruch etwas erholt. Nach wie vor melden in dieser Sparte jedoch rund drei Viertel der befragten Firmen eine unbefriedigende Geschäftslage

Relativ günstig stellt sich nach wie vor die Lage im Wirtschaftsbau dar. Hier melden 25 Prozent der befragten Bauunternehmen eine gute, 44 Prozent eine befriedigende und 31 Prozent eine unbefriedigende Geschäftslage.

Mehrheitlich als „befriedigend“ bezeichnen die Firmen die Situation Im Straßen- und Tiefbau, wobei hier im Vergleich zum Vorjahr und zum Vorquartal eine leichte konjunkturelle Abschwächung erkennbar ist. Praktisch unverändert ist die Lage im Bereich des öffentlichen Hochbaus. Hier klagen knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen über eine unbefriedigende Geschäftssituation.

Große Sorge bereiten vielen Unternehmen die harten bis ruinösen Wettbewerbsbedingungen am Markt. Zahlreiche Betriebe klagen über eine säumige Zahlungsweise der Auftraggeber sowie über VOB-Verletzungen.

Aufgrund der tendenziell schwächer werdenden Konjunktur sieht sich rund ein Viertel der Unternehmen zur Entlassung von Bauarbeitern gezwungen. 10 Prozent der Firmen müssen Kurzarbeit beantragen. Gleichzeitig meldet fast die Hälfte der Baufirmen einen Mangel an Fachkräften. Vor diesem Hintergrund ist die Ausbildungsbereitschaft weiter hoch: Im September 2008 waren noch rund 130 Lehrstellen in südbadischen Bauunternehmen unbesetzt.

Hinsichtlich der Aussichten für die nächsten Monate ist die Mehrzahl der Betriebe verhalten optimistisch: 3 % der Firmen rechnet mit einer zunehmenden, 63 Prozent mit einer gleich bleibenden und 34 % mit einer rückläufigen Geschäftsentwicklung.

Um die Baukonjunktur zu stabilisieren, fordert der Verband der Bauwirtschaft Südbaden eine Ausweitung der öffentlichen Bauinvestitionen. Das von der Bundesregierung beschlossene Maßnahmenpaket zur Stabilisierung der Konjunktur wird von der Bauwirtschaft grundsätzlich begrüßt. Notwendig ist darüber hinaus jedoch insbesondere eine deutliche Erhöhung der Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, die trotz der Mauteinnahmen anhaltend zu niedrig sind, da die Politik die Haushaltsmittel entsprechend den Mehreinnahmen aus der LKW-Maut kürzt.

Um die Rahmenbedingungen für die Bauunternehmen zu verbessern, fordert der Verband darüber hinaus eine Liberalisierung des Kündigungsschutzes sowie bei befristeten Arbeitsverträgen. Zusätzlich muss die Zeitarbeit in der Bauwirtschaft eingeführt werden. Auf diese Weise hätten die Baufirmen endlich ein wirksames Instrument, um flexibler auf Nachfrageschwankungen reagieren zu können.

 

Gregor Gierden, Referat Öffentlichkeitsarbeit der Bauwirtschaft Südbaden, Freiburg

(Redaktion)


 


 

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