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Standesamts-Statistik 2010

Babyboom macht auch vor Freiburg nicht halt

Der kürzlich von den Medien registrierte Babyboom in Deutschland hat auch vor Freiburg nicht halt gemacht: Mit 4.402 beurkundeten Geburten (241 mehr als im Jahr zuvor) verzeichnet die Standesamtsstatistik 2010 eine Rekordmarke. Nach Aussage von Standesamtsleiterin Dominique Kratzer ist das der höchste Wert seit 1971.

Geburten

2.332 der Neugeborenen waren Jungen, 2.070 Mädchen. Die meisten Kinder kamen im Oktober zur Welt (392), die wenigsten in den Monaten Februar (319) und April (329). Die Tage mit den meisten Geburten waren der 1. Oktober mit 27 neuen Erdenbürgern und der 10. September mit 26 Säuglingen. Die wenigsten Geburten verzeichnet die Statistik für den 17. April und den 24. Oktober: An diesen Tagen erblickten nur 2 beziehungsweise 3 Kinder das Licht der Welt. Ausschließlich Jungen wurden am 4. Februar, 17. April, 5. und 24. Oktober sowie am 30. November geboren. Am 12. Januar und am 11. Dezember kamen nur Mädchen auf die Welt. Erstmals seit Führung der Neugeborenen-Statistik im Jahr 2005 gab es am 1. Januar 16 Geburten – 8 Jungen und 8 Mädchen.

Die Zahl der Hausgeburten nahm um 25 auf 92 zu, die der Zwilllingsgeburten stieg um 13 auf 89 und die der Drillingsgeburten ging um die Hälfte auf 2 zurück. 19 Kinder kamen tot zur Welt – ebenso viele wie 2009.

Eine Geburt fand im Krankenwagen in Ihringen auf dem Weg in die Universitätsklinik Freiburg statt. Sie wurde im hiesigen Standesamt mit dem Geburtsort Ihringen beurkundet.

Früher fast normal, heute jedoch eher die Ausnahme: Ein Ehepaar bekam im letzten Jahr sein 13. Kind.

Das schwerste 2010 in Freiburg geborene Kind wog 5.380 Gramm, das Größte maß 60 Zentimeter. Die schwersten und größten Zwillinge wogen 3.175 und 3.120 Gramm und waren 53 beziehungsweise 48 Zentimeter groß. Die schwersten Drillinge wogen 1.120, 1.135 und 1.060 Gramm, brachten also insgesamt 3.315 Gramm auf die Waage. 39, 38 und 38 Zentimeter maßen die größten Drillinge. Zwei von ihnen ließen sich zudem außergewöhnlich viel Zeit: Während das erste Kind am 5. April auf die Welt kam, folgten die beiden Geschwister erst drei Tage später.

Auch im letzten Jahr kam die Hälfte der Eltern von außerhalb. Wie in den Vorjahren hatte rund ein Drittel der Eltern keinen Trauschein. Allerdings ist ihre Zahl gegenüber 2009 um 152 auf 1.313 gestiegen. Die jüngste Mutter des Jahres 2010 war 15 Jahre alt, der jüngste Vater 16. Der älteste Vater zählte 65 Jahre, seine Frau 28. Ihr Altersunterschied von 37 Jahren ist der größte zwischen Eltern in der Standesamtsstatistik 2010.
Die jüngste Großmutter war 33 Jahre jung.

Rein ausländische Ehepaare hatten im letzten Jahr 458 Neugeborene (+26). 246 von ihnen erhielten durch Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit. 722 Kinder hatten eine ausländische Mutter oder einen ausländischen Vater.

Eheschließungen

Leicht zurückgegangen ist die Zahl der Eheschließungen: 1.110 Paare ließen sich im historischen Rathaus trauen, 25 weniger als 2009. 229 Paare kamen von außerhalb (-10). 220 (+33) meldeten eine Trauung für ein anderes Standesamt an. Rückläufig waren die Samstagstrauungen mit 343 Terminen (-12). 6 Trauungen (-2) fanden aufgrund besonderer
Umstände im Krankenhaus oder im Gefängnis statt. Bei drei Vierteln der Brautpaare (844) waren beide Brautleute zuvor noch nicht verheiratet gewesen, bei 266 Paaren war es zumindest für einen Partner bereits mindestens die zweite Eheschließung. 5 Paare (+4) entschieden sich erneut füreinander. 233 (+33) traten mit gemeinsamen Kindern vor
die Standesbeamten. 4 Brautleute (+1) waren über 70, 1 (+1) Bräutigam über 80 Jahre alt. 398 Paare hatten vor, auch kirchlich zu heiraten, 16 weniger als 2009.

Die Zahl der Eheschließungen mit ausländischen Partnern ging um 25 auf 208 zurück. In 87 Fällen (-11) heiratete ein deutscher Mann eine ausländische Frau, 65 Ehen (-39) wurden zwischen einem Ausländer und einer Deutschen geschlossen und 56-mal (+25) knüpften zwei Ausländer im Rathaus den Bund fürs Leben. Die Eheleute stammten aus insgesamt 68 (+1) Staaten. Dabei änderte sich die Reihenfolge der Meistvertretenen gegenüber 2009 nicht: Italien (18), Frankreich (17) und die Türkei (15).

Die Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften stieg um 14 auf 27. Das größte Plus gab es bei den weiblichen Paaren mit 15 Eintragungen, 10 mehr als 2009. Die Zahl der männlichen Paare erhöhte sich um 4 auf 12.

Wie im Vorjahr entschieden sich drei Viertel der Paare für einen gemeinsamen Ehenamen – überwiegend (93%) für den Namen des Mannes. in 12 Prozent der Fälle fügte ein Ehepartner seinen Namen dem gemeinsamen hinzu. Ein gutes Viertel behielt den ursprünglichen Namen bei.

Auch 2010 war der Dezember der beliebteste Heiratsmonat: 146 Paare gaben sich im winterlichen Freiburg das Jawort. An zweiter Stelle lag der Juli mit 138 Hochzeiten, gefolgt vom Mai mit 126 Eheschließungen. Am 10. Oktober 2010, einem Sonntag, legten die Standesbeamtinnen für zehn Paare eine Sonderschicht ein.

Sterbefälle

Gegenüber dem Vorjahr, als man mit 2.875 Sterbefällen den höchsten Wert seit 1946 verzeichnete, ist die Zahl 2010 leicht zurückgegangen – um 85 auf 2.790. Es verstarben 1.302 Frauen und 1.488 Männer. 1.500 Personen waren ortsansässig. 37 Tote waren minderjährig. In 209 Fällen ermittelt die Staatsanwaltschaft. Die älteste verstorbene Person war eine 108-Jährige. Die meisten Sterbefälle wurden im März beurkundet (281), die wenigsten im Oktober (203).

Kirchenaustritte

Dramatisch entwickelte sich die Zahl der Kirchenaustritte: 1.261 Menschen kehrten im letzten Jahr den Religionsgemeinschaften den Rücken, 315 mehr als im Vorjahr. Mit 831 Austritten (+250) war die Katholische Kirche von dieser Entwicklung besonders betroffen, die Evangelische Kirche verließen 426 Menschen (+67).

(Stadt Freiburg)


 


 

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