Statistisches Jahrbuch 2011
224.000 Einwohner: Nie war Freiburg größer
Freiburg. Heute wurde das Statistische Jahrbuch 2011 vorgestellt. Fakten, Fakten, Fakten: Was manche Medien großspurig versprechen, leistet das Statistische Jahrbuch seit 1947 für (fast) alle Belange der Stadt Freiburg, unaufgeregt, aber so zahlen- und datenreich wie keine vergleichbare Publikation.
Wie viele Menschen leben in Freiburg? Wie hoch ist der Anteil der Jungen, der Alten, der Frauen, der Ausländer? Wie wohnt es sich, wo und wann wird gearbeitet? Welche Bildungsangebote bietet unsere Stadt? Und welche Freizeitangebote? Wie wirken sich Veränderungen auf unsere persönliche Zukunft aus?
All diese Fragen beantwortet das Statistische Jahrbuch 2011 des Amts für Bürgerservice und Informationsverarbeitung, das der Erste Bürgermeister Otto Neideck heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt hat. Als Nachschlagewerk und Quelle ist das 292 Seiten starke Jahrbuch für alle unverzichtbar, die die Lebensverhältnisse in unserer Stadt objektiv und fundiert beurteilen wollen. EBM Neideck betonte: „Freiburgs statistische Daten lassen eine wachstumsorientierte Entwicklung erkennen. Der Blick in die Vergangenheit verdeutlicht dynamisches Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Stärke, Bildungschancen. Die Kommunalstatistik erhebt und erschließt Datenbestände und macht sie der Politik und der Fachplanung zugänglich.“
Anhand dieses umfassenden Datenkompendiums will die Verwaltung künftigen Herausforderungen in Bereichen der Infrastruktur, der Wohnraumversorgung und des Arbeitsmarktes begegnen. Das Jahrbuch bietet Informationen in 15 Themenbereichen: Gemarkung, Klima, Bevölkerung, Wirtschaft, Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Soziales, Gesundheitswesen, Kultur, Bildung und Sport, Recht und öffentliche Sicherheit, Versorgung, Umwelt, Öffentliche Finanzen, Lebenshaltung. Zuletzt schließt sich ein Vergleich mit den Daten anderer Stadtkreise, ausgewählter Landkreise und des Landes Baden-Württemberg an.
Bei der gründlichen Lektüre bestätigen alle Daten und auch der Vergleich mit den übrigen Stadtkreisen des Landes Trends, die seit Jahren deutlich sind: Der Stadtkreis Freiburg rangiert im Wachstum an Einwohner/innen, Arbeitsplätzen und in der wirtschaftlichen Entwicklung in der Spitzengruppe des Bundeslandes. EBM Neideck betonte: „Positive Geburtenrate und hohe Zuwanderung zeigen, dass Freiburg für die verschiedensten Bevölkerungsgruppen ein attraktiver Wohnort ist.“
Niemals zuvor hatte Freiburg mehr Einwohner/innen. Laut der Erhebung des Statistischen Landesamtes lebten am 31. Dezember 2010 in Freiburg 224.191 Personen (117.094 Frauen, 107.097 Männer). Diese Zahl steigt seit Jahren rasant, zuletzt innerhalb eines Jahres um 2267 Personen. 192.224 Einwohner/innen besitzen die deutsche, 31.967 eine ausländische Staatsangehörigkeit.
Im Vergleich mit anderen Stadtkreisen im Lande ist die Freiburger Bevölkerung die jüngste. Hier liegt das Durchschnittsalter bei 40,9, in Baden-Baden z.B. bei 47,3 Jahren. Das liegt zum einen an Freiburgs Status als Studentenstadt: Ein Zehntel seiner Bevölkerung studiert, regelmäßig ziehen junge Menschen hierher. Zum anderen sind mit dem Rieselfeld und dem Vauban zwei neue Stadtbezirke entstanden, die für (junge) Familien sehr attraktiv sind.
Unter allen Stadtkreisen verzeichnet Freiburg als viertgrößte Stadt im Lande den höchsten Bevölkerungszuwachs. Im Jahrzehnt seit Januar 2000 stieg die Zahl seiner Einwohner/innen um 10,7 Prozent. Vergleichbar überdurchschnittlich wuchs im gleichen Zeitraum nur Karlsruhe (6,3 Prozent). Beide Städte sind dienstleistungsorientiert und haben einen hohen Anteil an Studierenden. Sein differenziertes Wohnungsangebot und viel versprechende Impulse in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt begünstigen das Bevölkerungswachstum in Freiburg. Am geringsten stieg die Einwohnerzahl seit 2000 in Mannheim und Pforzheim (1,8 bzw. 2,2 Prozent).
Jährliche Bestandsauswertungen des städtischen Melderegisters erlauben es, die Struktur der Bevölkerung nach Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit in Freiburg insgesamt sowie in den einzelnen Stadtbezirken kleinräumig festzustellen. Danach waren am 1. Januar 2011 insgesamt 213.922 Personen in der Stadt mit Haupt- oder Nebenwohnung angemeldet (davon 8492 mit Nebenwohnung).
Aus den Verschiebungen der Altersstruktur ergeben sich für unsere Gesellschaft Herausforderungen, die alle Lebensbereiche berühren, von der Kinderbetreuung und dem Bildungsbereich über die Nachfrage nach Arbeitsplätzen und Wohnraum bis zur sozialen und gesundheitlichen Sicherung im Alter. Seit 1980 sind diese Verschiebungen in Freiburg gravierend. So nahm die Gruppe der Kinder unter 6 Jahren in dieser Zeit um 43,6 Prozent zu, ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung beträgt derzeit 5,9 Prozent. Erheblich gesunken ist die Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren. Am 1. Januar 2011 waren in Freiburg 5221 Jugendliche gemeldet, das sind 2186 weniger als Anfang 1980 (minus 29,5 Prozent). Die absolute Zahl der 18- bis 45-Jährigen ist innerhalb der letzten 31 Jahre zwar gestiegen, ihr Anteil an Freiburgs Bevölkerung sank jedoch um 2,9 Prozentpunkte. Den größten Zuwachs erfuhr die
Altersgruppe zwischen 45 und 64 Jahren. Seit 1980 stieg die absolute Zahl um 15.903 Personen (plus 46,8 Prozent); ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung erhöhte sich um 4,8 Prozentpunkte. Der Bevölkerungsanteil der Senior/innen über 65 blieb weitgehend konstant und liegt jetzt bei 16,8 Prozent (34.470 Personen).
Die Einwohnerzahl nahm auch 2010 vor allem deshalb zu, weil mehr Menschen nach Freiburg zuwanderten, als von Freiburg wegzogen. Dabei wandern mehr Ausländer/innen als Deutsche zu. Die Zahl ausländischer Mitbürger/innen in Freiburg steigt kontinuierlich, die der Deutschen bleibt mehr oder weniger konstant, somit wächst der Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung von Jahr zu Jahr. 10.060 Personen besitzen eine ausländische EU-Staatsangehörigkeit, dabei nehmen wie seit Jahren Italiener/innen (2784) die erste Stelle ein, vor Personen aus Frankreich (1407), Rumänien (902) und Polen (872).
Die deutsche Wirtschaft hat sich 2010 so kräftig erholt, dass die Arbeitsmarktbilanz schon ein Jahr nach der Krise wieder positiv ausfiel. Die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter stieg in allen Stadtkreisen Baden-Württembergs außer Stuttgart, in Freiburg erreichte sie mit 103.546 Personen einen Höchststand (plus 2379). Der Konjunkturaufschwung sorgte vor allem im verarbeitenden Gewerbe wieder für vollere Auftragsbücher, damit ging die Kurzarbeit massiv zurück.
Am 30. Juni 2010 waren nach Meldung des Kraftfahrtbundesamtes in Freiburg 102.863 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 80.088 Personenkraftwagen, 5406 Lastkraftwagen und 352 Kraftomnibusse. 7070 „zwei-, drei- und leichte vierrädrige Kfz“ (neue amtliche Bezeichnung für bisherige Krafträder), darunter auch Quads, fahren mit FR-Kennzeichen. Zudem sind 9727 „sonstige Kfz“ (Anhänger, Zugmaschinen usw.) zugelassen. Die staatliche Umweltprämie von 2500 Euro lief zwar 2009 aus, der Automarkt hat sich aber noch nicht normalisiert. So wurden 2010 laut der städtischen Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle 7173 Kfz neu zugelassen, 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Allerdings wurden häufig alte Fahrzeuge mit hohen Emissionswerten durch neue, umweltfreundlichere Modelle ersetzt.
So waren 2010 deutlich mehr Fahrzeuge, die der hohen Abgasnorm
Euro 4 entsprechen, in Freiburg zugelassen als noch 2009. Im gleichen Zeitraum sank der Bestand an Fahrzeugen, die den Normen Euro 1 bis Euro 3 entsprechen oder nicht schadstoffreduziert sind.
Die Pkw-Dichte nimmt in Freiburg seit Jahren ab. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes und dem amtseigenen Melderegister waren im Juni 2010 378 Personenkraftwagen auf 1000 Einwohner angemeldet. Damit hat Freiburg neben Heidelberg die geringste Pkw-Dichte aller Kreise im Südwesten. Beide Städte sind Universitätsstädte, viele Studierende verzichten auf ein Auto, zudem sind in Städten die Entfernungen kürzer und der Nahverkehr besser ausgebaut.
Hunderte weiterer aufschlussreicher Daten und Deutungsansätze versammelt das Statistische Jahrbuch 2011, das in der Reihe „Beiträge zur Statistik der Stadt Freiburg im Breisgau“ erscheint. Es ist für 10 Euro plus Versandkosten erhältlich beim Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung, Fahnenbergplatz 4, 79098 Freiburg. Bestellen kann man das Heft unter Fax 0761/201-5598 oder statistik@stadt.freiburg.de. Alle Inhalte des Jahrbuchs sind auch über das Statistische Informationssystem FR.ITZ unter www.freiburg.de/statistik abrufbar, samt weiterer Themen in ausführlicher kleinräumiger Gliederung.
(Stadt Freiburg)
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