16.02.2009  19:30 Uhr

PR-Kolumne - Teil 2
Statussymbol Pressemappe – und wie man richtig mit ihr umgeht

Stuttgart/Region. Viele Unternehmen halten mittlerweile eine mehr oder weniger umfangreiche Pressemappe für Journalisten und Interessierte vor. Die Pressemappe soll das Unternehmen vorstellen und repräsentieren, doch nicht selten landet dieses teure und aufwändige PR-Instrument schlicht im Papierkorb. Woran kann das liegen?

Werfen wir zunächst einen Blick auf die klassische Pressemappe. Sie enthält in der Regel ein Unternehmensportrait, eine Kurzbiografie des Unternehmers oder des Geschäftsführers, Datenblätter und einen Pressespiegel bzw. bisherige Pressemitteilungen. Überdies kann die Pressemappe Fotos, Grafiken, Statistiken, Organigramme, Werbebroschüren, Flyer und Visitenkarten beinhalten. Einige Unternehmen legen sogar DVDs mit Werbefilmen, Booklets, Trillerpfeifen, Lippenpflegestifte, Wunderkerzen, Handyanhänger und sonstige Spielereien bei.

Für eine möglichst extravagante Pressemappe wird dabei oftmals ein richtiges Vermögen ausgegeben. Das Problem ist aber, dass viele Pressemappen genauso schnell wie sie auf dem Schreibtisch der Redaktion landen in den Papierkorb wandern. Viele kommen noch nicht einmal am Sekretariat vorbei. Dies liegt zum einen daran, dass Unmengen an Pressemappen unüberlegt an zahlreiche, noch dazu völlig fachfremde und damit unpassende Medien versandt werden. Was soll die Financial Times mit einem Lippenstift? Zum anderen erfüllen etliche Pressemappen gar nicht ihren eigentlichen Zweck – nämlich die prägnante Vorstellung des Unternehmens samt Hintergründen. Denn sie werden manchmal aus egoistischen Gesichtspunkten heraus angelegt. Unternehmen wollen sich profilieren, gut aussehen, mit der Konkurrenz Schritt halten, Werbung machen statt informieren. Oft genug werden die Pressemappen ähnlicher Unternehmen ausgewertet, um eine attraktivere, dickere und spektakulärere Pressemappe zu kreieren.

Die grundsätzliche Frage lautet also: Aus welchem Grund möchten Sie eine Pressemappe haben? Informative Pressemappen können bei Kundenpräsentationen von unschätzbarem Wert sein, doch überlegen Sie zweimal, bevor Sie eine Pressemappe an Medien versenden. Verschicken Sie auch niemals eine Pressemappe anstatt einer interessanten Meldung als ersten Kontakt. Wenn eine Redaktion oder ein Journalist – in der Regel nachdem an einer Pressemitteilung Gefallen gefunden wurde – nach einer Pressemappe fragt, erst dann sollten Sie Ihre Pressemappe versenden. Das ist der richtige Zeitpunkt, an dem sie zum Einsatz kommen sollte und auch ein effektives PR-Instrument darstellt. Mit anderen Worten: Konzentrieren Sie sich beim Erstellen Ihrer Pressemappe auf die wesentlichen Fakten, senden Sie Ihre Pressemappen nicht masseweise wahllos an Medien, sondern fragen Sie sich, für wen sie generell von Interesse sein könnte. Verschicken Sie Ihre Pressemappe nicht, wenn nicht danach gefragt wurde und versenden Sie sie niemals an ungeeignete bzw. fachfremde Medien. Übrigens: Professionelle Unterstützung bei der Erstellung von Pressemappen trägt ebenfalls dazu bei, die oben genannten Fehler elegant zu umgehen.

Infos zu RES JURA Public Relations finden Sie hier: www.resjura.de


 

(Viola C. Didier)

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