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Privatinsolvenz

Steigende Arbeitslosigkeit wirkt sich auf Privatinsolvenzen aus!

42 Insolvenzen pro Werktag! Die endgültigen Zahlen der Creditreform Privatinsolvenzstatistik für das 1. Halbjahr 2009 zeigen ein ungebremstes Ansteigen der Privatinsolvenzen. Die Anzahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist um 6,5% auf 4.564 Fälle gestiegen, noch stärker stellte sich aber der Anstieg bei den mangels Masse abgewiesenen Insolvenzanträgen (+14,5%, 657 Fälle) dar. Erklärbar ist das durch die steigende Arbeitslosigkeit. Dadurch verfügen viele Privatschuldner nicht mehr über die Mittel zur Entschuldung mittels Insolvenzverfahren.

Als Hauptgrund für den Zuwachs an Privatinsolvenzen ist nach wie vor die stetige Abarbeitung unerledigter Fälle seit Einführung des Schulden-regulierungsverfahrens als Instrument zur privaten Entschuldung zu sehen. Wirtschaftspolitisch sind entschuldete Privatpersonen, die wieder als Konsumenten in den Wirtschaftskreislauf eingegliedert werden können, angesichts der Wirtschaftskrise und Aufrechterhaltung des Konsums aber sehr erwünscht. Gefordert ist daher aufgrund des vorläufig nicht
absehbaren Endes der Krise und der steigenden Arbeitslosigkeit auch für Privatpersonen ein verantwortungsvolles Einschätzen ihres finanziellen Spielraumes.

Die Ausgaben müssen letztlich immer mit den Einnahmen korrelieren. Aber auch eine vorsichtige Einschätzung und Kalkulierung diverser Risiken schützt nicht vor unvorhersehbaren Ereignissen wie plötzliche Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfall.

Bundesländervergleich:

8 von 10.000 Erwachsenen sind zahlungsunfähig.
Ein Blick in die einzelnen Bundesländer zeigt, dass es in Wien mit 1.952 Fällen die meisten Privatinsolvenzen gab. Auch war die relative Insolvenzbetroffenheit mit 14 Insolvenzen pro 10.000 Erwachsene in der Bundeshauptstadt am größten. Die stärksten Zuwächse verzeichneten Oberösterreich, Kärnten, Wien und das Burgenland. In drei Bundesländern sanken die Privatinsolvenzen: Tirol, Steiermark und Vorarlberg. Trotz dieses erfreulichen Trends herrschte in Vorarlberg nach Wien mit 12,2 Insolvenzen pro 10.000 Erwachsenen die größte Insolvenzbetroffenheit für Privatpersonen in Österreich, die geringste verzeichnete hingegen Niederösterreich mit 4,1 Insolvenzen je 10.000 Erwachsenen.

Conclusio 1. Halbjahr 2009: Finanzielles Verantwortungsbewusstsein
auch im privaten Haushalt Österreich ist seit Jahren mit steigenden Privatinsolvenzen konfrontiert. Schuld daran sind in erster Linie weder die Wirtschaftskrise noch (angeblich) sinkende Reallöhne, sondern all zu oft mangelndes Bewusstsein einiger Konsumenten im richtigen, sorgfältigen Umgang mit Geld. Die Frage „Kann ich mir das überhaupt leisten?“ wurde zu oft nicht gestellt. Volkswirtschaftlich betrachtet ist reges Konsumverhalten konjunkturfördernd, für das einzelne Gläubigerunternehmen aber kann der Ausfall seiner Forderungen durch Zahlungsunfähigkeit seiner Kunden oftmals krisenverschärfend sein. Denn Forderungsausfälle der Gläubigerunternehmen
haben negative Auswirkungen auf deren Liquidität und Bonität und gefährden
damit indirekt auch Arbeitsplätze. Finanzielles Verantwortungsbewusstsein
ist daher gerade in Zeiten der steigenden Arbeitslosigkeit das Gebot der
Stunde.
„Was für einen Kaufmann gilt, sollte auch für einen Privaten gelten: Nicht mehr Geld auszugeben, als man einnimmt“, sagt Rainer Kubicki, Geschäftsführer von Creditreform.

(Creditreform)


 


 

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