Sie sind hier: Startseite Südbaden Aktuell News
Weitere Artikel
Südwestwirtschaft

Südwestwirtschaft von der Finanz- und Wirtschaftskrise stark betroffen

Die baden-württembergische Wirtschaft hat ihre schwerste Krise seit Bestehen des Landes zu bewältigen. Die Wirtschaftsleistung ging im ersten Halbjahr 2009 um 10,1 Prozent zurück.

Nach den heute vom Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« unter Vorsitz des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg veröffentlichten Wirtschaftszahlen für das erste Halbjahr 2009 nach Bundesländern ergab sich für Baden-Württemberg ein Minus des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Wirtschaft hier zu Lande spürt damit die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise deutlich stärker als Deutschland insgesamt, für das in der ersten Jahreshälfte ein Rückgang des preisbereinigten BIP – dem umfassenden Maß für die insgesamt erbrachten wirtschaftlichen Leistungen – um 6,8 Prozent festzustellen war.

Zurückzuführen ist der stärkste Einbruch der hiesigen Wirtschaftsleistung seit der Rezession des Jahres 1993, als das BIP real um 4,1 % zurückging, vor allem auf die industriebetonte Wirtschaftsstruktur des Landes. Mit einem Anteil des Verarbeitenden Gewerbes von rund einem Drittel an der gesamten Wirtschaftsleistung aller Wirtschaftsbereiche weist Baden-Württemberg im Bundesländervergleich mit Abstand die höchste Industriequote auf (Bundesdurchschnitt =23,5 %). Der massive Ausfall der Nachfrage insbesondere nach Industrieprodukten als Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise betraf daher die Südwestwirtschaft überdurchschnittlich stark.

So mussten die hiesigen Industriebetriebe im ersten Halbjahr 2009 erhebliche Produktionseinbußen verbuchen: das Vorjahresergebnis im Verarbeitenden Gewerbe wurde, wie bereits berichtet, um 27 % verfehlt. Ein Produktionseinbruch in dieser außergewöhnlichen Größenordnung in nahezu allen bedeutenden Industriebranchen im Land wurde bisher im Südwesten noch nie registriert: so beispielsweise die Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen« mit –38 ½ Prozent, die Herstellung von Metallerzeugnissen mit –34 Prozent sowie der Maschinenbau mit –30 ½ Prozent Produktionsrückgang.

Erweist sich ansonsten in »guten Jahren« vor allem unsere heimische Industrie als zentraler Wachstumsmotor und trägt maßgeblich zu einer günstigeren Konjunkturentwicklung des Landes bei, so erlebte die Wirtschaft Baden-Württembergs, vor allem aber die Südwestindustrie im ersten Halbjahr 2009 eine Rezessionsphase, die in ihrem Ausmaß in der Geschichte des Landes ohne Beispiel ist.

(Redaktion)


 


 

Land
Baden-Württemberg
Wirtschaftsleistung
Halbjahr
Herstellung
Produktionseinbruch
Industrie
Kraftwagen
Rezession

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Land" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: