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Vorträge an der Hochschule Offenburg

Themen eigene Persönlichkeit und erfolgreiche Unternehmensgründung

Eine ordentliche Portion Eigenwerbung war dabei, als drei Referenten beim "Forum für Technik, Wirtschaft und Medien“ der Hochschule Offenburg und der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO) am Dienstagabend ihre Firma beziehungsweise eine Persönlichkeitsanalyse vorstellten. Trotzdem waren die Beiträge für die rund 120 Gäste im Hörsaal interessant – vor allem für Studenten, die mit dem Gedanken spielen, ein Unternehmen zu gründen. Das "Forum" fand in diesem Sommersemester unter dem Motto „Innovation und Kreativität“ statt, gestern ging es um "Erfolgversprechende Karrierewege für Querdenker". Wobei nur selten deutlich wurde, wo genau die drei Referenten Philipp Hansert, Peter Ruck und Theresa Asprion "quer" gedacht haben. Doch der Reihe nach.

Philipp Hansert hat 2005 an der FH Offenburg sein Ingenieursdiplom für Medien und Informationswesen abgelegt. Er zeigte einen von ihm produzierten Film: Ein Metallgestänge ist zu sehen, bei dem sich Teile bewegen, die Kamera fährt sozusagen darum herum, man sieht mal Details, mal die gesamte Apparatur. Doch da war keine Kamera, nur ein Computer samt Software, Informationen des Auftraggebers für den Film und Philipp Hansert, der die Animation erstellt hat. Außerdem habe er zum Beispiel beim Werbeplakat "Wir sind Bambi" die goldfarbene Schrift in die Bilder eingebaut, "die Perspektive musste passen und es sollte überzeugend wirken – mit Photoshop ist so etwas nicht möglich". Mal bekommt er von seinen Kunden 3d-Konstruktionsdaten, mal Pläne ("dann wird es teurer") für die Filme oder Bilder, die er fertigt. "Im Idealfall unterscheidet sich ein Bild nicht von einem Foto." Als Beispiel zeigt der Jungunternehmer Büromöbel in einem Raum - alles am Computer gemacht, ein Fotograf samt Studio und Aufbauten würde mehr kosten als seine Arbeit. 

Was Philipp Hansert betont: "Wer selbstständig arbeitet, arbeitet selbst und ständig." Für ihn drehe sich alles um seine Kunden, "weil ich meine Arbeit gut mache, erzählen die es weiter" - dann kommen neue Kunden. Seinen ersten hat er übrigens bei einen Messeauftritt bekommen. Seine Tipps: Spezialisierung sei wichtig, der Kunde müsse wissen, was er erwarten kann. Außerdem muss man beim Auftrag sagen können, was der Kunde zu zahlen hat und Verlässlichkeit zählt. Dass Philipp Hansert keinen Mitarbeiter hat, sei kein Nachteil: "Das kommt gut an. Ein Kunde hat mir mal gesagt: "Dann weiß ich, dass mein Auftrag Chefsache ist"."

"Quergedacht" hat Hansert also nicht, sondern ist mit einem Produkt, das auch andere anbieten, durch klassische Unternehmertugenden erfolgreich geworden: Fleiß, Können, Zuverlässigkeit, Nähe zum Kunden.

Der zweite Referent, Betriebswirt Peter Ruck, war zuerst als Angestellter beim Aufbau des Online Marketings bei Burda Direct beteiligt. Seit 2006 ist er selbstständig tätig mit einer Agentur für Performance-Marketing und einer Unternehmensberatung sowie Gründung der beiden Portale www.mymoonies.com und www.richtigasche.de. Und die stellte er ausgiebig vor – und damit Wege und Irrwege, um im Internet Geld zu verdienen. www.mymoonies.com ist ein Portal für gebildete junge Leute, ein Freundschaftsnetzwerk ähnlich StudiVZ. Die meisten der über 10000 Mitglieder kommen aus der Ortenau. Die Seite hat eine Million Page Impressions (Sichtkontakte) pro Monat. Die Mitgliedschaft ist kostenlos – wie kommt das Geld für Entwicklung, Betrieb oder gar ein Gewinn herein? Peter Ruck: "Wir haben Partys im Schöllmann's in Offenburg gemacht und damit einen Teil der Kosten hereingeholt." Außerdem hatte er regional zum Beispiel an Autohäuser und Fitness-Studios Bannerwerbung verkauft. Das habe sich aber in Bezug zum Zeitaufwand nicht gelohnt: "Deshalb haben wir einen Deal mit der Badischen Zeitung gemacht. Jetzt verkaufen die die Werbung, wir haben keine Arbeit und verdienen Geld."

Auf www.richtigasche.de wird Mitgliedern der Service geboten, einen günstigen und guten Lieferanten für Strom, Gas und ähnliches zu finden. Dabei geht es (quergedacht!) nicht allein um den Preis, sondern auch um Service. Damit soll sich, so Peter Ruck, das Portal von reinen Preisvergleichs-Rechnern abgrenzen, von denen es im Internet viele gibt. Geld wird dadurch verdient, das es bei abgeschlossenen Verträgen zum Beispiel bei einem Stromlieferanten von diesem eine Provision gibt. Und diese Provision wird bei www.richtigasche.de zum Teil an die Kunden weitergegeben - zusätzlicher Anreiz neben der Ersparnis beim Wechsel des Anbieters ist also ein kleiner "Verdienst". Und den kann man wiederum steigern, indem man Freunde wirbt, die über das Portal einen Vertrag abschließen.

Für Inhalte seien, so Ruck, die Nutzer nicht bereit Geld zu zahlen – Ausnahmen Dating wie friendscout24, Immobilienportale wie immobilienscout24 und anderes. Diesen und andere namhafte Anbieter wie RTL betreut er zusammen mit einem Kompagnon über seine Agentur für Performance-Marketing – das wichtigste finanzielle Standbein von Ruck und Co..

Die dritte im Bunde bei "Erfolgversprechende Karrierewege für Querdenker" war eine Frau – und die empfahl etwas altbekanntes: Persönlichkeitsanalyse. Diplom-Pädagogin Theresa Asprion ist seit drei Jahren bei der Acrobat Personaldienstleistungen GmbH als Leiterin der Niederlassung Lahr zuständig für den medizinischen Fachbereich sowie Ansprechpartnerin für die "insights MDI Potentialanalysen". Und damit, so erklärte sie charmant, könne man Stärken und Talente erkennen, was sowohl für sich selbst als auch bei der Auswahl von Mitarbeitern wichtig sei. Das ganze funktioniert über einen Computer-Analyse mittels Fragen (Dauer 15 bis 20 Minuten) und - das betonte sie - einem Beratergespräch, das rund eine Stunde dauert. Kosten dafür: bis zu 300 Euro.

Dabei wird die Persönlichkeit grob in vier Typen eingeteilt. Doch sei die Methode "tiefgreifend, nicht so stark in Schubladen denkend". Das zu kennen sei wichtig, um in Kommunikation mit anderen effektiv handeln zu können. Und wichtig sei auch, sich zu überlegen, wie man auf andere wirkt. Was man selbst als dynamisch und zupackend empfindet, könne auf andere "anmaßend und fordernd" wirken. Die Persönlichkeit habe, so Theresa Asprion, zum einen einen "Basisstil". ein natürliches Verhalten, das sich "nicht groß verändert". Und außerdem den "adaptierten Stil", der im Laufe der Zeit angelernt ist und der auch wechselt je nach Situation, also das Verhalten zum Beispiel im Privatleben anders als im Beruf ist: "Wir haben ein breites Repertoire je nach Umfeld."

(Redaktion)


 


 

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