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Touristisches Aktionsbündnis Nördlicher Schwarzwald

Freiburg. Die touristische Region Nördlicher Schwarzwald für die Zukunft wettbewerbsfähig machen, das ist die Zielsetzung und Herausforderung des neuen "Touristischen Aktionsbündnisses Nördlicher Schwarzwald".

Kritik an der Entwicklung des Tourismus im nördlichen Schwarzwald sorgt schon seit einiger Zeit immer wieder für Diskussionen. Grund genug für Christopher Krull, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH, seine Pforzheimer Geschäftsstelle mit der Aufarbeitung von handfesten Zahlen und Fakten zu beauftragen. Die Auswertung des Materials bestätigt einige "gefühlte Defizite", widerlegt aber auch manche der bisherigen Erklärungsversuche. So ist der Rückgang der Kuren nicht wie angenommen primär verantwortlich für die negative Entwicklung der Tourismuszahlen.

Verblüffend auch: Die Gästeübernachtungen im nördlichen und südlichen Schwarzwald waren vor 20 Jahren annähend gleich. Im Norden sind sie seither allerdings um 14% gefallen, während der Süden im gleichen Zeitraum um 18% zulegen konnte. Bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Übernachtungsgäste hat der nördliche Schwarzwald deutlich an Boden verloren. Sie betrug im Jahr 2007 nur 2,8 Tage, während der Gast im südlichen Schwarzwald immerhin 3,3 Tage verweilte. Deutliche Unterschiede zeigt auch die Betrachtung der Auslandsübernachtungen auf: In den letzten Jahren konnte der südliche Schwarzwald deutlich höhere Zuwächse verzeichnen als die Regionen nördlicher aber auch mittlerer Schwarzwald.

Weitere Maßnahmen, die der Tourismusregion einen Motivationsschub und Energiekick geben sollen, werden in den nächsten Wochen von der Tourismusberatung erarbeitet. Große Chancen werden in der Bildung von größeren, wettbewerbsfähigen Tourismuseinheiten und funktionsfähigen Clustern gesehen. Daraus erhofft man sich positive Impulse und innovative Ideen für die gesamte Region.

Mit ihrer Infrastruktur ist die Region nördlicher Schwarzwald im Bereich Wellness bereits gut aufgestellt (46 % aller Wellness-Star-Hotels; im Vergleich: südlicher Schwarzwald mit 37 % Anteil). Auch im Bereich Spitzengastronomie kann der Norden punkten; so sind 57 % aller Michelin-Sterne im nördlichen Schwarzwald zu finden, im südlichen Schwarzwald sind es 30 %. Die Bettenauslastung liegt mit 32 % auf gleicher Höhe wie im südlichen Schwarzwald mit 32,5 %.

Wenngleich die Bestandsaufnahme ungeschönte Fakten offenlegt und der Tourismusberater die unbequeme Frage stellt, ob vielleicht bisher wichtige Trends verschlafen und Entwicklungschancen nicht genutzt wurden, so wird aus den Zahlen vor allem die Notwendigkeit der kritischen Auseinandersetzung klar. Tourismus muss im nördlichen Schwarzwald als wichtiger Wirtschaftsfaktor gesehen werden, der für einen Nettoumsatz von über 2,2 Mrd. Euro sorgt und rund 58.000 direkte sowie 175.000 indirekte Vollzeitarbeitsplätze sichert.

Daher ist es wichtig, nicht länger in der Rückschau zu verharren, sondern zu fragen: "Wohin kann der Weg des Tourismus im nördlichen Schwarzwald zukünftig gehen?" Es muss gehandelt werden und zwar jetzt, um den Anschluss innerhalb des gesamten Schwarzwaldes nicht zu verlieren und dem Wettbewerb mit anderen Destinationen Stand zu halten. Dabei geht es nicht darum, ein "eigenes Süppchen zu kochen", sondern die touristische Region nördlicher Schwarzwald bestmöglich unter dem Dach der starken Marke Schwarzwald zu positionieren.

(life-pr / Redaktion)


 


 

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