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Unaussprechliches Urlaubsziel

Vermarktung von „Upper Rhine Valley“ mit EU- und Landesfördergeldern

Die grenzüberschreitende Region am Oberrhein zwischen Basel, Colmar und Speyer in der Pfalz ist seit Jahren auf der Suche nach einer gemeinsamen touristischen Vermarktungsmöglichkeit. Nun ist es soweit: Upper Rhine Valley könnte theoretische auch Oberrheintal heißen. Klingt aber wohl zu banal.

Denn anders als die Toskana oder Südtirol fehlt es dem Großraum zwischen Vogesen und Schwarzwald eben am gemeinsamen Namen. Der Versuch, unter dem Kunstbegriff „Regio Trirhena“ wahrgenommen zu werden, ging vor Jahren sang- und klanglos unter. Nun versuchen es 33 Projektpartner unter der Federführung der Freiburger Wirtschaftsförderung FWTM seit drei Jahren mit dem griffigeren englischen Titel „Upper Rhine Valley“ für Oberrheintal. 

Offenbar mit einigem Erfolg, wie nun in Freiburg bekannt gegeben wurde: Die Region verzeichnete zuletzt zweistellige Zuwachszahlen im Tourismus, wie der elsässische Cheftouristiker Philippe Choukroun mitteilte. „Aber wir können im Moment noch nicht sagen, dass das schon die Früchte unserer Arbeit sind“, so Choukroun weiter. Ein Vergleich: Die Toskana hat bei einer vergleichbaren Fläche zuletzt 22,2 Millionen Übernachtungen von Gästen verzeichnet, das „Upper Rhine Valley“ immerhin 18,3 Millionen. Alle Beteiligten sind sich einig: Da ist noch Luft nach oben drin.

1,3 Millionen Euro werden in das Projekt gesteckt

Daher sollen nun für weitere zwei Jahre frisches Geld und frische Ideen der weltweiten Vermarktung als grenzenloses Reiseziel auf die Sprünge helfen. Im Rahmen des EU-Förderprogramms Interreg IV A werden 1,3 Millionen Euro in das „Upper Rhine Valley“ Projekt gesteckt, allein das Land Baden-Württemberg ist mit 100.000 Euro Fördergeld dabei, wie Landwirtschaftsminister Alexander Bonde in Freiburg mitteilte. Der Grünen-Politiker sieht das Geld gut angelegt, da der Tourismus vor allem in der Fläche des Landes ein Wirtschaftszweig von größter Bedeutung ist, in dem 280.000 Menschen ihr Geld verdienen. Das Land werde 2012 mit vermutlich mehr als 45 Millionen Übernachtungen als weiteres Rekordjahr im Tourismus verbuchen können, so der Minister. Vor allem die Zuwächse bei den ausländischen Gästen seien zuletzt gut gewesen, da passe das trinationale Werbeprojekt perfekt ins Bild. „Die Region wächst zusammen und beweist, dass sich europäische Zusammenarbeit lohnt“, so Bonde.

Das freute vor allem Freiburgs Wirtschaftsförderer Bernd Dallmann, der sich die trinationale Tourismusförderung seit bald 25 Jahren zum Steckenpferd gemacht hat: Um Deutschland, Schweiz und Frankreich an ihrem Schnittpunkt im Dreiländereck als Urlaubsdestination gemeinsam zu vermarkten setzt er auf Pressereisen für internationale Reisejournalisten, auf spezielle Urlaubskonzeptangebote für bestimmte Interessensgruppen und auf internationale Fachkontakte in der Reisebranche. Zielmärkte sind Länder wie die USA, China, Südkorea, Japan oder Indien. Geplante Projekte seien spezielle Angebote im Bereich Wein- und Fahrradreisen, ergänzt Christopher Krull von der Schwarzwald Touristik. Weitere Reiseangebote für Fachgruppen, Ökologie- und Kunstinteressierte, eine grenzüberschreitende Gästekarte für den Personennahverkehr und braune Hinweisschilder für die Autobahnen stehen ebenfalls auf der Agenda der Projektpartner, zu denen unter anderem Kammern und Tourismusverbände, die Region Alsace, das Land Baden-Württemberg, die Städte Basel und Colmar und der Euro Airport Basel-Mulhouse gehören.

(Ralf Deckert)


 


 

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