18.08.2011  10:46 Uhr

Unerlaubte Telefonwerbung
Mit Probepackung zum untergeschobenen Abo

Südbaden. Mit der Zustellung einer Probepackung schieben die Medivatis GmbH, Medi-Pharm und Hirschberger NaturRat derzeit Verträge über die monatliche Zusendung angeblich gesundheitsfördernder Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Ginkgo-Präparate) unter. Dabei werden gezielt Senioren angerufen.

Die Verbraucher werden ohne Einwilligung angerufen. Das Gespräch beginnt getarnt als Informationsgespräch oder als Umfrage zum Arzneimittelkauf. Ziele des Gesprächs sind aber, dass Verbraucher eine Monatspackung zum Probierpreis bestellen oder sich diese als Dankeschön zuschicken lassen. Mit Erhalt der Probepackung schieben die Unternehmen dann einen Abonnementvertrag unter, wenn ihnen innerhalb von 14 Tagen kein Widerruf zugeht, berichtet die Verbraucherzentrale. „Durch bloßes Schweigen kommt aber in diesem Fall gar kein Vertrag zustande“, prangert Sabine Partheymüller von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg das Verhalten der Unternehmen an. Durch einen solchen Abovertrag sollen Forderungen in Höhe von bis zu 338,75 Euro entstehen.

Als Unternehmensadresse sind entweder nur eine Postfachfachadresse
angegeben oder gar zwei unterschiedliche Adressen, so die Verbraucherzentrale. Egal bei welcher der Adressen widerrufen wird, meist behaupten die Unternehmen, der Widerruf sei an die falsche Adresse gesandt worden. „So wird auch noch versucht, das Widerrufsrecht nicht zu gewähren,“ macht Partheymüller deutlich. Begleichen die Verbraucher die untergeschobene Rechnung nicht, drohen die Unternehmen mit der Einschaltung von Inkasso-Firmen und ‚erheblichen Gebühren’. Zudem werden die Telefongespräche aufgezeichnet, um zusätzlich Druck aufzubauen.

„Wieder einmal zeigt sich, wie wirkungslos die gesetzlichen Regelungen
gegen unerlaubte Telefonwerbung sind,“ kritisiert Sabine Partheymüller von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „und wie notwendig die Bestätigungslösung ist.“

Es handelt sich um die Unternehmen: Medivatis GmbH, Medi-Pharm der Bonifacius Helvetica AG, Schweiz und Hirschberger NaturRat der vitaciti AG, Schweiz.


 

(Verbraucherzentrale B.-W.)

  • Tags:
  • Unerlaubte Telefonwerbung
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  • Abo
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  • Medi-Pharm
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  • Nahrungsergänzungsmittel
  • Widerrufsrecht

Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © olga meier-sander / pixelio.de



 


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2 Kommentare »

21.11.11 14:53 Uhr
Gitte
Abo
Auch ich bin einer freundlichen Stimme auf den Leim gegangen.
Das erhaltene Gingo-Präparat habe ich innerhalb der 14 Tage zurück gesandt. Von der Medi-Pharm wurde die Annahme verweigert und ich habe den Artikel wieder erhalten, aber umgehend zurück geschickt.
Dazu muß ich aber noch bemerken, das der Anruf vom Weltbildverlag kam. Dort bin ich dann auch per Mail in Widerspruch gegangen.
Jetzt wurde ich zur Begleichung der Rechnung von Medi-Pharm angemahnt.
Was kann ich jetzt noch tun ?
Ich bin der Meinung die Fristen eingehalten zu haben.
14.02.12 16:33 Uhr
alexa
Hirschberger Naturrat
Ich habe heute mit dem o. g. "Gangsterunternehmen " telefoniert,nachdem ich schriftlich eine Rechnung erhielt für eine Lieferung, die ich noch gar nicht erhalten habe. Die nicht angebrochene Erstlieferung habe ich heute kostenpflichtig mit Begleitschreiben an die Firma zurück geschickt, Bei jeder weiteren Lieferung würde ich die Annahme verweigern.
Telefonate sind sinnlos. Sie kosten nur Geld
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