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Vorhang auf in Tashkent

Südbadischer Vorhangspezialist liefert riesige Bühnenvorhänge nach Usbekistan

Wenn beim Vorhangspezialisten Gerriets in Umkirch Vorhänge geschneidert werden, dann nimmt das gerne schnell große Dimensionen an: Das Unternehmen ist auf Bühnenvorhänge und ähnliche Projekte spezialisiert.

Der Auftrag, das neue Kongresszentrum in der usbekischen Hauptstadt Tashkent zum Beispiel mit einem neuen Bühnenvorhang auszustatten, war dennoch mehr als Alltag für die Umkircher Spezialisten.

Das neue Kongresszentrum in Tashkent ist ein Mammut Projekt: rund 6500 Bauarbeiter und Ingenieure, davon 2500 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, waren gleichzeitig auf der Baustelle beschäftigt. Gerriets hat zusammen mit einem Partnerunternehmen aus Dresden den Auftrag für den Bühnenbedarf des Hauses erhalten, wobei der Löwenanteil der Bühnentechnik aus Dresden kam und Gerriets die Vorhänge und deren Aufhängungen an „Scherenzügen“ beisteuerte, das Volumen des Auftrags lag für Gerriets bei 350.000 Euro. „Man kennt sich in unserer Branche“, so Projektleiter Andreas Främke, so sei der Auftrag über Dresden kurzfristig in Umkirch gelandet.

Für Gerriets war der Auftrag in Tashkent alles andere als Alltag, obwohl das Unternehmen unter anderem Opernhäuser in London und in Oslo mit Bühnenstoffen ausgestattet hat und in seinem Geschäftsfeld Weltmarktführer ist. „Wir haben den Auftrag Ende Mai bekommen und mussten im August alles fertig haben“, sagt Andreas Främke. „Da musste jeder im Haus anpacken, um zum Beispiel die beiden 19 x 14,30 Meter großen Bühnenvorhänge fertig zu stellen!“ Geliefert wurden sämtliche Aushänge, Projektionsfolien, Schienenanlagen, Hauptvorhang und der mit über 37 Metern Länge vermutlich größte Scherenzug der Welt, um den Bühnenvorhang zu befestigen. Über 10.000 m² Veloursstoff, 700 Meter Tanzboden und eine 26 x 13,50 Meter große Projektionsfolie wurden verarbeitet. Anfang September wurde das Haus zum usbekischen Nationalfeiertag der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Firma Gerriets in Umkirch blickt auf über 60 Jahre Geschichte zurück und wurde einst als Textilgroßhandel gegründet. Neben Bühnenvorhängen gehören Utensilien wie „Crash-Glas“, Bühnenpodeste oder Tanzteppiche zur Produktpalette. Vor 15 Jahren wurde am Standort Vogelsheim im Elsass zudem ein „Bühnenmuseum“ eingerichtet, in dem ausgediente Nebelmaschinen, Bühnenlampen und andere Theaterrequisiten gesammelt und Firmenbesuchern auf Anfrage auch gezeigt werden. Und: Nicht nur Gerriets in Umkirch profitierte in Südbaden von dem Bau in Usbekistan. Der Waldkircher Ladenbauer Ganter Interior hat die Innenausstattung des Gebäudes an Land ziehen können. Der Auftrag hatte ein Volumen von 26 Millionen Euro.

(Ralf Deckert)


 


 

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