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ESMT CA-Studie

Verschärfte Regulierung behindert infrastrukturbasierten Wettbewerb im Festnetzbereich

Eine verschärfte Regulierungsintensität des Festnetzes hat reduzierte Investitionsanreize zur Folge. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der ESMT Competition Analysis (ESMT CA) in Berlin mit dem Titel „Zugangsregulierung – Auswirkung auf Investitionen in das Festnetz in der Schweiz“. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang der Investitionen bei Kabelanbietern und neuen Wettbewerbern.

Indirekt wird so der infrastrukturbasierte Wettbewerb geschwächt. Das Ergebnis ist insbesondere relevant für die Schweiz, in der im Jahr 2007 ein neues Fernmeldegesetz eingeführt wurde. Derzeit wird die Notwendigkeit weiterer Regulierungsmaßnahmen diskutiert.

Die Resultate der Studie legen nahe, dass eine zunehmende Regulierungsdichte bei den drei analysierten Unternehmensgruppen
– Incumbents, neue Marktteilnehmer und Kabelnetzbetreiber - zu geringeren Investitionen bzw. einem verringerten Sachanlagevermögen führt. Als Reaktion auf eine verstärkte Zugangsregulierung fahren neue Wettbewerber und vor allem die nur indirekt betroffenen Kabelunternehmen ihre Investitionen am stärksten zurück.

Etablierte Festnetzbetreiber reagieren nur geringfügig auf eine Erhöhung der Regulierungsdichte. Die verringerten Investitionsanreize der alternativen Infrastrukturanbieter durch stärkere Zugangsregulierung führen langfristig zu
einer Schwächung infrastrukturbasierten Wettbewerbs und somit zur Verfehlung eines wesentlichen Politikziels.

Die Wirkung der Zugangsregulierung auf Kabelanbieter ist ein Aspekt, der in der Politikdiskussion bisher unterschätzt wurde „Eine zunehmende Regulierungsdichte hat erhebliche negative Auswirkungen auf die Investitionsanreize, die zukünftige Wettbewerbssituation und die Anreize diese alternative Infrastruktur weiter zu entwickeln.“, sagt Hans W. Friederiszick, Managing Director der ESMT CA und einer der Autoren der Studie. „Bei der Entscheidung, hier die Zugangsregulierungen zu intensivieren, muss insbesondere die Wirkung auf die Kabelanbieter berücksichtigt werden. Dies trifft in hohem Maße auf die Schweiz zu, wo Kabelanbieter einen erheblichen Anteil am Festnetz haben.“, unterstreicht Friederiszick.

Die unabhängige Studie basiert auf einem umfassenden Datensatz über 25 EU-Länder und die Schweiz. Die empirische Analyse zeigt die Zusammenhänge zwischen Zugangsregulierung und Investitionen und erlaubt eine differenzierte Betrachtung von Veränderungen auf etablierte Festnetzbetreiber, neue Wettbewerber im Festnetzbereich und Kabelunternehmen, die Festnetzdienste anbieten. Die Studie erweitert die Ergebnisse einer vorangegangenen Studie der ESMT zum Thema auf die Schweiz und wurde im Auftrag der Swisscom erarbeitet.

Link zur vollständigen Studie: http://www.esmt.org/eng/consulting/research-and-publications

(Redaktion)


 


 

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