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Drei Mann von links

Freiburgs OB-Wahlkampf geht in die Endphase

Am Sonntag sind die Freiburger zur Wahl ihres Oberbürgermeisters aufgerufen. Der amtierende OB Dieter Salomon (Die Grünen) geht als Favorit ins Rennen.

Die Freiburger haben die Wahl zwischen drei Kandidaten aus dem linken Spektrum: Neben Salomon (49) treten der 54 Jahre alte Freiburger Sozial - und Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach (SPD) und der 58-jährige Hochschullehrer Günther Rausch von der Bürgerinitiative „Wechsel im Rathaus“ (WiR) an. Einen leichten Stand haben die Herausforderer nicht, unter Salomon hat sich die Stadt gut entwickelt. Angriffspunkte gegen Salomon finden Rausch und von Kirchbach vor allem im persönlichen Bereich, wenn sie ihm fehlende Nähe zur Bürgerschaft vorwerfen und in dem Vorwurf, er habe nur wenige Zukunftsvisionen auf Lager.

Dieter Salomon setzt im Wahlkampf vor allem auf die Macht der Fakten, er verweist auf die verbesserte Jobsituation in der Stadt und kann auf soziale Erfolge wie das „1-Euro-Essen“ für benachteiligte Kinder bauen. Mehr Wohnraum für Familien, mehr Ökologie, mehr Investitionen in die Bildung sind einige seiner Zukunftsthemen. Als Amtsinhaber sei er in einer anderen Position als die Herausforderer, sagt er: „Die Gegenbewerber können fordern und versprechen, aber sie müssen nichts beweisen.“

Die Kandidatur des SPD-Politikers von Kirchbach schien Salomon diesem zunächst fast persönlich übel zu nehmen, schließlich habe man überwiegend „im Konsens“ acht Jahre lang gemeinsam Politik in Freiburg gestaltet: „Es hat mich verblüfft, dass dies auf einmal völlig ausgeblendet werden sollten.“ Mittlerweile, so ist aus beider Umfeld zu hören, haben sich die zwei Konkurrenten mit ihren Rollen besser arrangiert. Kirchbach haftete vor dem Wahlkampf zunächst der Nimbus der Zögerlichkeit an. Doch das änderte sich bald, er gab sich so kämpferisch, dass Salomon kaum seine Überraschung verhehlen konnte. Nun zieht von Kirchbach für sich eine positive Bilanz: „Ich habe im Wahlkampf die Akzente gesetzt, Salomon hat nur reagieren können.“ Mehr Miteinander und vor allem mehr Investitionen in die Bildung sind zwei seiner Kernthemen. Dritter im Rennen ums Rathaus ist Günter Rausch: Der Hochschullehrer fischt bei einer ähnlichen Klientel um Wählerstimmen, bei der auch Ulrich von Kirchbach punkten will. Seine fehlende Erfahrung als Politiker macht er mit einigem Humor wett: „Wenn Salomon am Sonntag dritter wird, dann kämpfe ich halt mit von Kirchbach um den Einzug ins Rathaus.“ Rausch bezeichnet sich politischen Quereinsteiger, der für eine Überraschung gut sein will. Kurz vor der Wahl befinde er sich mit seiner Kernforderung nach mehr Bürgerbeteiligung im Aufwind, sagt er. Die rund 200 Mitglieder seiner Bürgerinitiative „WiR“ gelten als engagierte Salomon-Gegner, Rausch wird ein zweistelliges Wahlergebnis zugetraut.

(Ralf Deckert)


 


 

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