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Die Alten nicht vergessen

Barbara Scheel regt verstärkten Blick auf würdevolles Leben im Alter an

Barbara Scheel, die Ehefrau von Altbundespräsident Walter Scheel (91), sieht die Chancen für ein würdevolles Leben im Alter in Deutschland nicht zu rosig. Zu wenig Engagement der Jungen und zu wenig politisches Interesse an der Lebensqualität alter Menschen machen ihr nicht nur Sorgen, sondern haben sie auch aktiv werden lassen.

Sie regt unter anderem ein Pflegepflichtjahr für junge Menschen an und will eine Stiftung gründen, die alten Menschen einen würdevollen Lebensabend ermöglichen hilft. Im Gespräch erzählt die, was es damit auf sich hat.

business-on.de: Frau Scheel, Sie regen eine Stiftung für „Recht und Würde im Alter" an, was liegt für Sie bei der Lebenssituation alter Menschen im Argen?

Barbara Scheel: Quantität von Alten- und Pflegeheimen mag mancherorts genügen, aber es ist die Qualität, die fast überall zu wünschen übrig lässt. Und daran messe ich das „Recht und die Würde im Alter“! Bis zum letzten Jahr habe ich meine fast 102 Jahre alte Mutter mit versorgt und habe nicht nur bei ihr die massiven Schwächen und Defizite in der Altenpflege erleben müssen.

business-on.de:  Zu den Ideen gehört auch ein soziales Pflichtjahr zwischen Schule und Ausbildung...

Barbara Scheel: Unsere Gesellschaft muss wieder sensibilisiert werden, dass es nicht nur Rechte und keine Pflichten gibt, und im Übrigen der Staat sich um alles kümmern kann. Mein Ziel ist es, die Jugend gleich nach der Schule einzubinden. Wobei Freiwilligkeit hierbei nach meiner Erfahrung zu gar nichts führt. Wir brauchen eher so schnell als möglich ein Gesetz, um das, was die veränderte Gesellschaft dringend braucht, umzusetzen!

business-on.de: Sie beklagen letztlich auch, dass die Lebensleistungen alter Menschen nicht von Gesellschaft und Politik gewürdigt werden. Wo kann Ihrer Meinung nach ein Umdenken ansetzen?

Barbara Scheel: Die Lebensleistung unserer Mitmenschen werden vom Staat weder ignoriert noch herabgewürdigt. Aber der Staat kümmert sich eben nicht darum, wie unsere alten Menschen, besonders in Pflegeheimen dahinvegetieren, bloß weil Personalmangel herrscht. Deutschland, ein wohlhabendes Land, hat kein Geld, seine überalterte Bevölkerung würdevoll zu versorgen. Als ob sich dieser Staat für seine alten Menschen schämt. Für Kinder verbiegen wir uns, bei allem Respekt: Krippe, Erziehung, Bildung, Kinder- und Erziehungsgeld. Das ist alles recht und gut, aber bitte ausgleichend für alle Menschen dieses Landes! Sind es nicht gerade unsere 90 bis 100jährigen Menschen, die Deutschland zu dem gemacht haben, was es heute ist?

business-on.de: Welche Rückmeldung haben Sie bisher für Ihre Stiftungsidee? 

Barbara Scheel: Von Seiten der Politik erhalte ich Zustimmung und werde ermuntert. Was mich allerdings besonders freut, ist die Rückmeldung aus der Bevölkerung. Täglich erhalte ich Anrufe und Briefe, die mich in meinem Projekt bestätigen. Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht damit gerechnet.

business-on.de: Wann soll die Stiftung starten?

Barbara Scheel: Noch in diesem Jahr wird begonnen werden mit Werbemaßnahmen, um das Thema weiter publik zu machen. Gleichzeitig bin ich mit der Stadt Bad Krozingen, verschiedenen Trägereinrichtungen und mit Investoren im Gespräch, wie wir ein kleines beispielhaftes Altersheim in Bad Krozingen mit 35 bis 40 Plätzen auf die Beine stellen können. Da mir das Wort Altersheim so unsympathisch ist, spreche ich immer von „Herbstsonate“. Mir ist es ein Herzensanliegen, dass die junge Generation wieder Freude am Umgang mit den Alten der Gesellschaft hätte. Dafür will ich mich einsetzen.

(Ralf Deckert)


 


 

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1 Kommentar

von Jürgen Schmelzer
25.07.14 18:29 Uhr
Barbara Scheel / Qualitätsmangel in Pflegeheimen

Frau Scheel hat gleich guten Ansichten wie ihr Gemahl Bundespräsident a. d. Walter Scheel. Doch die Sache mit den Pflegeheimen ist bedenklcih, sich mit diese Lobby anlegen, ist trotzdem Frau Scheel etabliert ist, ein gefährliches Spiel. Ihr Gemahl hat 1966 angeregt, den Erhard zu stürzen, trat 1976, für Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen ein, 1999 forderte er, die Stärkung der Bürger in Deutschland. Diese Gerechten Schritte, sind für einige Macht-Menschen der berüchtigte Tritt ins Fettnäpfchen. Nun treiben diese unmenschlichen Macht-Multis ein wohl bekanntes Spiel, der geziehlten Zerrüttung. Mit Akrebie wird ein Keil in das Familien-Leben von Frau Scheel getrieben. Das nennt sich Manipulation und Macht, ist die Scheinheiligkeit pur. Frau Scheel trägt die Verantwortung für ihren Mann, der zeitig einige gesundheitlichen Probleme hat. Es ist klar das sie empfindsam reagiert , wenn ihren Ehemann durch die schlecht organisierte Umwelt Nachteile bereitet werden. Frau Scheel ist keine Rassistin, ihr Ehemann auch nicht Beide sind das genaue Gegenteil, ihr Motto, alle Völker der Welt, vereinigt Euch. Selbstverständlich ist das Ehepaar Scheel zu gebildet um nicht die orgasnisatorischen Probleme dieser Forderung zu erkennen.. Es gibt nun mal auf unserer Welt gewachsene Strukturen, unterschiedliche Sprachen , Moralbegriffe , Kulturen und Glaubensrichtungen . Somit weiß Frau Scheel ganz genau, in einer gut funktionierenden Senjoren Residenz muss gesundes gut geschultes deutsch sprachiges Fachpersonal, die geforderten Aufgaben befolgen. Ich bin auch Ausländer-Freund, doch sage ich ganz klar, zur Betreuung von betagten Menschen ist die perfekte deutsche Srache 1. Voraussetzung. Ein Ausländer der also minderwertige Qualifikationen hat, Sprache usw. gehört nicht in der Mannschaft des Betreuung-Personal. Ganz früher habe ich mich ein paar mal mit dem Bundespräsident a.d. Scheel unterhalten, da war er noch kleine Politiker in Nortrhein Westfalen, er hatte hohe ethische Ansichten und liebte schon immer die Masse, er wollte viel gutes für uns Bürger. Seine beeindruckende Worte haben meine innere Einstellung auf ewig mitgeformt, Denn er ist für Menschlichkeit , Gleichheit, und Wohlstand für alle Menschen somit hat er selbstverständllich viele Feinde. Jürgen Schmelzer Mail: [email protected]

 

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