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Konjunkturklima

Baden-Württembergs Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal um 3,5 Prozent wachsen

Seit dem 30.03.11 ist es amtlich: Das baden-württembergische Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vergangenen Jahr real um 5,5 Prozent und damit stärker als zunächst prognostiziert.

Gleichzeitig fiel der BIP-Rückgang des Jahres 2009 mit -7,1 Prozent nach neuen Berechnungen etwas milder aus als frühere Daten befürchten ließen. Aktuell deuten wichtige Kennzahlen in ihrer Gesamtschau darauf hin, dass der Scheitelpunkt des Booms zwar in Sicht sein dürfte, sich an dem freundlichen Konjunkturklima in der ersten Jahreshälfte 2011 aber voraussichtlich wenig ändern wird. So zeigt beispielsweise der Gesamtkonjunkturindikator des Statistischen Landesamtes an, dass das Leitmotiv des Konjunkturverlaufs 2011 wohl »Rückkehr zur Normalität« lauten wird. Im ersten Quartal dürfte das reale BIP um rund 5,25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zugelegt haben; für das zweite Quartal prognostizieren wir einen Anstieg von rund 3,5 Prozent. »Die wirtschaftliche Erholung im Südwesten gewinnt dabei an Breite, wie eine differenzierte Betrachtung von Binnen- und Auslandsnachfrage zeigt«, so Frau Dr. Brenner.

Die Geschäftslage der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes zeigte sich in den Wintermonaten weiterhin freundlich. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass sich die Binnennachfrage zunehmend selbst trägt, ist die steigende inländische Nachfrage nach Investitionsgütern. Hier lagen die Umsätze im Durchschnitt der Monate Dezember bis Februar arbeitstäglich bereinigt 13 Prozent über dem Vorjahreswert. Für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt lag die inländische Umsatzsteigerung bei 8 Prozent. Unter den Herstellern von Investitionsgütern wiederum ragt der Maschinenbau mit einer Erlössteigerung von 25 Prozent deutlich heraus. Offensichtlich wächst das Vertrauen der Unternehmen in die konjunkturelle Erholung. In Krisenzeiten aufgeschobene Investitionen werden nunmehr nachgeholt, was sich nicht zuletzt anhand der Auftragslage ablesen lässt. Positive Konjunktursignale gehen auch von anderen Wirtschaftsbereichen aus: So ist beispielsweise die Bautätigkeit im Vorjahresvergleich überaus rege, wobei hier witterungsbedingte Einflüsse ebenfalls eine Rolle spielen. Die geleisteten Arbeitsstunden im Bauhauptgewerbe stiegen in den Wintermonaten um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kfz-Handel und Großhandel konnten sich mit +11 Prozent bzw. +6 Prozent ebenfalls einer positiven Umsatzentwicklung erfreuen.

Auch von der Auslandsnachfrage gingen in den Wintermonaten starke konjunkturelle Impulse aus. Die Erlöse der baden-württembergischen Industrie aus dem Auslandsgeschäft stiegen im Durchschnitt der Monate Dezember bis Februar gegenüber dem Vorjahr arbeitstäglich bereinigt um 16 Prozent. Nicht anders als bei der Binnennachfrage wird dieser Anstieg im Wesentlichen von der Investitionsgüternachfrage getragen (hier liegt das Umsatzwachstum bei 21 Prozent). Besonders gefragt auf den Weltmärkten sind Fahrzeuge aus baden-württembergischer Produktion: Die Erlöse der heimischen Hersteller von Kraftwagen und Kraftwagenteilen lagen im Winter um 25 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Phase der Hochkonjunktur, in der sich die baden-württembergische Wirtschaft momentan befindet, wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus. Die Zahl der Arbeitslosen lag mit knapp 253 000 Personen im ersten Quartal um fast 53 000 unter dem Vorjahreswert. Die Arbeitslosenquote lag im März nur noch bei 4,4 Prozent. Die Zahl der ungeförderten offenen Stellen stieg im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr um knapp 26 000 auf durchschnittlich rund 65 000. Der Beschäftigungsaufbau setzte sich ebenfalls weiter fort: Im vierten Quartal 2010 lag die Zahl der Erwerbstätigen um knapp 66 000 über dem Stand des Vorjahreszeitraums. Bei den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen betrug das Plus – nach Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit – im Zeitraum von November 2010 bis Januar 2011 gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar knapp 79 000.

Kehrseite der überaus erfreulichen konjunkturellen Lage ist der Anstieg der Verbraucherpreise, der sich im ersten Quartal in Baden-Württemberg auf 2,2 Prozent belief. Großen Anteil an diesem Wert hat die Preisentwicklung für Rohstoffe, insbesondere für Mineralölprodukte. Ohne die Preise für Heizöl und Kraftstoffe hätte die Teuerungsrate im ersten Quartal nur bei 1,6 Prozent gelegen. Auch Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke haben sich mit +3 Prozent überdurchschnittlich verteuert.

(Statistisches Landesamt B.-W.)


 


 

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