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Wirtschaftskriminalität und Organisierte Kriminalität weiter auf hohem Niveau

Die Wirtschaftskriminalität in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent auf 13.567 Fälle gesunken, der Schaden auf rund 409 Millionen Euro (2009: 552 Millionen Euro).

Am stärksten sind die Wettbewerbsdelikte zurückgegangen, beispielsweise Ausschreibungs- und Subventionsbetrug (- 213 auf 239 Fälle). Obwohl die Wirtschaftskriminalität nur einen Anteil von 2,4 Prozent an den Straftaten hat, verursachte sie 57,3 Prozent des Schadens aller registrierten Straftaten mit 714 Millionen Euro in Baden-Württemberg.

Wie Innenminister Reinhold Gall am Freitag, 20. Mai 2011, in Stuttgart weiter mitteilte, lag die Aufklärungsquote bei 96,7 Prozent (2009: 98 Prozent). Im Langzeitvergleich bewegten sich die Fallzahlen weiter auf hohem Niveau.

Immer mehr Ältere fallen dem "Enkeltrick" zum Opfer

Im Gegensatz zum rückläufigen Trend bei den Wirtschaftsdelikten sei bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten seit Jahren ein Anstieg beim Trickbetrug zum Nachteil älterer Menschen zu beobachten. Häufig würden sich die Täter als Enkel, Neffen, Nichten oder sogar Kinder der Betroffenen ausgeben. Mit am Telefon vorgetäuschten Notlagen würde dringend um hohe Geldbeträge gebeten. Der vom vermeintlichen Verwandten geschickte Bote bringe die Opfer häufig um ihre gesamten Ersparnisse.

39,5 Prozent aller Fälle des Trickbetrugs (788 Fälle) seien im vergangenen Jahr mit dem Enkeltrick (311 Fälle) begangen worden. Im Vergleich zum Jahr 2009 (143 Fälle) sei dies ein Anstieg um 54,1 Prozent. In Karlsruhe sei deshalb eine Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, die im Januar 2011 bundesweit 298 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 1,4 Millionen Euro aufgeklärt hätte. Bis Mai 2011 seien gegen 32 Tatverdächtige Haftbefehle erlassen worden. Auch durch die Sensibilisierung von Mitarbeitern von Banken durch die Polizeiliche Kriminalprävention wolle die Polizei es den Tätern weiter erschweren, ältere Menschen auszunutzen.

„Auf diese besonders perfide Betrugsmethode hat die Polizei ein besonderes Augenmerk. Es darf nicht sein, dass die Hilflosigkeit älterer Menschen derart missbraucht wird“, betonte Innenminister Gall.

Die Zahl der Ermittlungsverfahren gegen die Organisierte Kriminalität sei wieder leicht angestiegen. Die Polizei des Landes habe im vergangenen Jahr in 39 Fällen gegen Gruppierungen der Organisierten Kriminalität in Baden-Württemberg ermittelt (2009: 34 Fälle). In weiteren acht Ermittlungskomplexen (2009: neun) des Zolls, der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes habe der Schwerpunkt der Ermittlungen ebenfalls in Baden-Württemberg gelegen.

(Innenministerium Baden-Württemberg)


 


 

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