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Wirtschaftskriminalität

Über 80 Prozent der Unternehmen sind unzureichend geschützt

Mehr als 80 Prozent aller Unternehmen sind nicht professionell gegen Wirtschaftskriminalität geschützt. Das geht aus der aktuellen Studie "Das Unternehmen als Opfer von Wirtschaftskriminalität" hervor, für die die Unternehmensberatung RölfsPartner und die Universität Leipzig 338 Unternehmen analysiert haben.

Rund ein Drittel der untersuchten Unter- nehmen sind nach eigenen Angaben im Untersuchungszeit- raum von zwölf Monaten Opfer von Wirtschaftskriminalität geworden. Sowohl der wirtschaftliche Schaden als auch der Imageschaden sind in den meisten Fällen enorm. Erstmals konnte systematisch empirisch untersucht werden, wie und warum Unternehmen Opfer von Wirtschaftskriminalität werden. Aus diesen Erkenntnissen entwickelt die Studie eine Typologisierung der Unternehmen als potenzielle Opfer und analysiert, warum Unternehmen trotz offensichtlicher Bedrohung nur unzureichende Maßnahmen zur Schadenabwehr ergreifen.

Stufenmodell der Sicherheit

Das Ergebnis ist ein Modell, das von Stufe 1 (unprotected) bis Stufe 4 (professionaly protected) reicht. Auf Grundlage dieser Typisierung haben sich alarmierende Kernergebnisse herauskristallisiert: 83 Prozent der Unternehmen im Public und 78 Prozent im Private Sector sind nicht professionell geschützt - das heißt nicht auf Stufe 4. Sie verfügen über kein vollständiges Compliance-Management-System mit Hinweisgebersystem, das umfassenden Schutz vor Wirtschaftskriminalität bieten würde. 17 Prozent aller öffentlichen Unternehmen haben überhaupt keine Compliance-Tools und immerhin 16 Prozent im Private Sector sind damit völlig ungeschützt.

Besonders Unzureichend: Schutz im Public Sector

Während im Private Sector 84 Prozent der Unternehmen zumindest einzelne Präventionsinstrumente, wie beispielsweise ein Hinweisgebersystem einsetzen, scheint der Public Sector noch sorgloser: Ein so zentrales Element wie einen klar formulierten Verhaltenskodex besitzen weniger als die Hälfte aller öffentlichen Unternehmen mit nur 43 Prozent - im Gegensatz zu 62 Prozent in der Privatwirtschaft. Die Mitarbeiter haben somit keine klaren Richtlinien, welches Verhalten überhaupt erlaubt ist. "Der Public Sector schützt sich gegen Wirtschaftskriminalität schlechter als der Private Sector. Dies ist umso erstaunlicher, da hier die gesetzlichen Vorgaben strenger sind und in letzter Konsequenz der Steuerzahler die so entstehenden Schäden tragen muss", kommentiert Studien-Co-Autor Dieter John.


 


 

Wirtschaftskriminalität
Unternehmensschutz
Prävention
Private Sector
Public Sector
RölfsPartner
Dieter John
Kontrollparadoxon
Prof. Dr. Hendrik Schneider
Universität Leipzig
Compliance

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