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Wirtschaftsminister E. Pfister

Wirtschaftsminister Ernst Pfister zieht gemeinsam mit Unternehmen positive Zwischenbilanz zu Innovationsgutscheinen

Der im Frühjahr 2008 gestartete Modellversuch „Innovationsgutscheine für kleine Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten“ erfreut sich in Baden-Württemberg regen Zuspruchs. Wie Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart mitteilte, gingen bisher 270 Anträge ein, von denen bereits 200 bewilligt wurden.

Der Gesamtwert der ausgegebenen Gutscheine beträgt bislang rund 1,2 Millionen Euro. „Damit trägt das Land mit vergleichsweise geringem Aufwand dazu bei, kleine Unternehmen mit unter 50 Beschäftigten bei der Entwicklung neuer Produkte, Produktionsverfahren und Dienstleistungen zu unterstützen“, betonte der Minister.

„Baden-Württemberg verfügt über eine hervorragende Infrastruktur an universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Angebotsorientierte Transfermechanismen und geförderte Verbundprojekte haben sich auf vielen Technologiefeldern bewährt. Doch sie erreichen die Mikro- und Kleinunternehmen nur unzureichend. Die Distanz zwischen unternehmerischer Praxis und der Forschung, selbst der angewandten Forschung, scheint immer noch zu groß“, begründete Pfister die Entwicklung des Modellversuchs. Baden-Württemberg habe sich deshalb als erstes Bundesland entschlossen, im Rahmen eines zweijährigen Modellvorhabens 2008/2009 Innovationsgutscheine an kleine Unternehmen auszugeben. Die Innovationsgutscheine sollen die Instrumente der Technologieförderung ergänzen, um die Innovations- und Kooperationsbereitschaft auf Unternehmensseite wesentlich zu erhöhen. Viel versprechende Pilotprojekte laufen bereits seit einigen Jahren in Irland und in den Niederlanden.“

Wie Pfister erläuterte, werde mit diesem Förderansatz ein Perspektivwechsel in der Innovationsförderung eingeläutet, bei dem der Innovationsbedarf auf Unternehmensseite und die daraus resultierenden Markt- und Wachstumschancen den zentralen Ausgangspunkt des Transfer- und Förderprozesses darstellen. Man kann von einer nachfrageorientierten Innovationsförderung sprechen.“

Die Unternehmen könnten die Innovationsgutscheine bei öffentlichen oder privaten Instituten weltweit, aber auch bei Forschungs- und Entwicklungsabteilungen aus produzierenden Unternehmen oder bei Ingenieur- oder Designbüros einlösen. Das Modellvorhaben eröffne einen neuen Blickwinkel auf den Technologietransfer, insbesondere auf die Bedürfnisse der Kleinunternehmen. Diese beauftragten häufig privatwirtschaftliche Dienstleister aus Baden-Württemberg.

Großteil der Anträge kommt aus dem Verarbeitenden Gewerbe

Pfister: „Die ersten Auswertungen deuten darauf hin, dass von diesem Förderangebot auch viele Mikrounternehmen mit wenigen Beschäftigten Gebrauch machen. Diese haben häufig noch keine oder wenig Erfahrungen mit Forschungs- und Entwicklungskooperationen. Dies hat im Rahmen des Modellvorhabens einen hohen Beratungsaufwand zur Folge, der sich allerdings in Form einer hervorragenden Antragsqualität auszahlt. Rund 75 Prozent aller Anträge wurden bislang positiv beschieden. Die Großzahl der Antragsteller kommt aus dem verarbeitenden Gewerbe. Dabei sind besonders viele aus den Bereichen Maschinenbau, Metallbe- und -verarbeitung, Kunststofftechnik, Medizintechnik und Messtechnik. Weitere relevante Branchen sind die unternehmensorientierten Dienstleistungen und das Baugewerbe. Auch das Handwerk ist in seiner ganzen Branchenbreite erfreulich stark vertreten.“

Beteiligte Unternehmen loben zügige Bewilligung

Um auch den beteiligten Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Bilanz zu ziehen, hatte Pfister Vertreter der Helmut Hachtel GmbH in Schwäbisch Hall hinzugebeten, die bereits mit Hilfe eines Innovationsgutscheins die Entwicklung eines neuen Produkts vorantreiben. Ein transparenter Verbundglasheizkörper mit integrierter Leuchtkonfiguration auf Basis der Elektrolumineszenz wird nach Unternehmensangaben in Bälde in Serie gehen.

Auch die Anträge auf Innovationsgutscheine der Ulrich Zehner GmbH in Bad Rappenau und der Roßkopf & Seybold GbR in Crailsheim wurden bewilligt. Sie kumulieren Ihre Gutscheine für ein gemeinsames Vorhaben, einen mobilen Rollenverdichter für Kartonagen zum Einsatz in Logistikzentren. Als F und E-Dienstleister haben Sie Herrn Professor Doktor-Ingenieur Stephan Schäfer aus Heilbronn von der DRS Ingenieur-Consulting GmbH u. Co. KG beauftragt.

Besonders die schnelle Bewilligung, innerhalb von 4 Wochen, stößt bei den Un-ternehmern auf positive Resonanz.

Bayern orientiert sich am Vorbild aus Baden-Württemberg

Auch in anderen Bundesländern wächst das Interesse an dem baden-württembergischen Modellvorhaben. Bayern will das Modellvorhaben ab Mai 2009 starten und orientiert sich dabei nahezu vollständig an Baden-Württembergs Vorbild.

Das Modellvorhaben wird vom Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim und vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung wissenschaftlich begleitet, um die Optimierung von Informations-, Beratungs- und Verwaltungsprozessen bereits in der Pilotphase zu gewährleisten. Bei erfolgreichem Abschluss des Modellvorhabens soll das Instrument der Innovationsgutscheine im Rahmen eines Förderprogramms längerfristig in der Mittelstandsförderung des Landes verankert werden.

Um die Zielgruppe möglichst gut zu erreichen und das Förderinstrument der Innovationsgutscheine auch im gesamten baden-württembergischen Raum bekannt zu machen, wird die direkte Kommunikation über Informationsveranstaltungen weiter forciert. Die nächsten Veranstaltungen finden in Freiburg (18.11.), Pforzheim (20.11.) und in Tuttlingen (28.11.) statt.

Am 15. Januar 2009 findet zudem gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie ein Kongress „Mittelstand und Innovation“ im Haus der Wirtschaft in Stuttgart statt.

(Redaktion)


 


 

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