06.02.2012  11:48 Uhr

IUCE Freiburg
„Nachsitzen“ auf hohem Niveau

Südbaden/Freiburg. Die private Duale Hochschule IUCE in Freiburg will einen zweiten Anlauf wagen, um beim Wissenschaftsrat in Köln die nötige Anerkennung als Hochschule zu ergattern. Dies teilten IUCE-Kanzler Robert Wetterauer und der Vorsitzende des IUCE-Kuratoriums Wolfgang Jäger am Freitag mit.

Jäger, der als ehemaliger Rektor der Uni Freiburg die wissenschaftliche Begleitung der IUCE-Gründung leitete, ließ auch Kritik an der Entscheidung des Wissenschaftsrates durchblicken. Dieser hatte in der vergangenen Woche der IUCE die Akkreditierung verweigert, weil unter anderem das Finanzkonzept und der wissenschaftliche Standard der Hochschule nicht ausreichend gewesen seien.

Betroffene hielten bislang Kritik zurück

Vor allem für die im Sommer abgehenden ersten Absolventen der 2009 gegründeten Hochschule war das eine Hiobsbotschaft, da nun die Anerkennung ihrer Abschlüsse auf dem Spiel steht. Dennoch haben sich die Studenten bisher mit Kritik an der Führung und dem Konzept der IUCE, die unter anderem Tourismus- und Sportmanager ausbildet, zurückgehalten. Auch von der Praxisseite kam zuletzt Lob für die Ausbildung an der Hochschule, die Studium und Praxisausbildung unter einen Hut bringen will.

Diese will nun bei der Wissenschaftlichkeit ihrer Arbeit nachbessern, so Jäger und Wetterauer: Unter anderem werde man den Professoren Zeit für Forschungsprojekte geben und die die Verzahnung von Lehre und Finanzverwaltung entflechten. Auch die Finanzierung des Studienbetriebs für die derzeit 220 Studenten sei gesichert. Außerdem wolle man die wissenschaftliche Personaldecke aufstocken: Aus heute 5,5 Professorenstellen sollen mittelfristig bis zu 13 werden.

Waren Vorgaben des Wissenschaftsrates für die Anerkennung nicht eindeutig?

Jäger kritisierte, dass die Vorgeben des Wissenschaftsrates für die Anerkennung als Hochschule nicht eindeutig gewesen seien. In Kooperation mit der baden-württembergischen Landesregierung werde man aber nun versuchen, die Vorgaben zu erfüllen und dann einen neuen Anlauf für die Zulassung wagen. Jäger widersprach damit auch Expertenmeinungen, die davon ausgegangen waren, dass die Ablehnung durch den Wissenschaftsrat vorhersehbar gewesen und „mit Ansage“ geschehen sei. Auch an einer Lösung für die abgehenden Studenten wolle man nun arbeiten, um die Anerkennung ihrer Abschlüsse zu sichern.


 

(Ralf Deckert)

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Bild Nr. 1 © Rainer Sturm / pixelio.de / pixelio.de



 


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