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Branchentreffen in Rust

Wohnbauexperten und Makler stellen Forderungen an Politik

Die Immobilie gewinnt in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder an Bedeutung. Über 300 Wohnbauexperten und Makler forderten beim Branchentreffen RE/MAX Convention in Rust aber auch neue politische Rahmenbedingungen. Denn Investitionen in den Neubau und damit auch in das Angebot an bezahlbaren Mietwohnungen werden immer mehr schwieriger.

Die besondere Bedeutung der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland lässt sich anhand klarer Zahlen und Fakten belegen. Mit einer Bruttowertschöpfung von fast 390 Millionen Euro und rund 3,8 Millionen Beschäftigten ist diese Branche deutlich größer als der Maschinenbau oder der Fahrzeugbau. Dennoch blendet die Politik das enorme Potenzial dieser Branche aus und vergibt somit auch für die Stützung der wirtschaftlichen Entwicklung viele Chancen. Darüber hinaus bremst die Kreditvergabepolitik der Bankenorganisationen die Investitionen im Immobilienbereich.

Für Kurt Friedl, Regionaldirektor der RE/MAX Südwest, ist klar: „In das Konjunkturpaket II der Bundesregierung hätten gezielte Förderungen für die Immobilien- und Wohnungswirtschaft gehört!“  Die angespannte Mietwohnungslage in vielen Ballungszentren könnte durch die Einführung der degressiven AfA oder von Investitionszulagen gezielt angekurbelt werden. „Der brachliegende Wohnungsneubau braucht Impulse!“ so der Branchenkenner. Friedl weiß, wovon er spricht, repräsentiert er doch in den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland das weltweit größte Immobilienfranchise-Netzwerk.

Bei ihrer Tagung diskutierten viele der Immobilien-Experten auch die Erkenntnisse einer aktuellen Studie des Eduard Pestel Instituts. Diese zeigt auf, dass bis zum Jahr 2025 bundesweit jährlich rund 400.000 Wohneinheiten neu erstellt werden müssten. Dabei spielen sowohl die demografische Entwicklung aber auch mangelnde energetische Aspekte von in der Nachkriegszeit errichteten Baukörpern eine Rolle. Da die Neubauquote aber schon seit Jahren unterschritten wird, hat dies auch zur Folge, dass bezahlbarer, moderner Wohnraum zunehmend knapper wird. In Ballungsräumen wie Stuttgart, aber auch entlang der Rheinschiene sind diese Auswirkungen bereits spürbar.

Stellvertretend für viele Bauträger betonte Roland Österlein, RE/MAX Franchise Partner: „Beide Konjunkturpakete sind nicht für wohnwirtschaftliche Investitionen zugänglich. Das hat fatale Folgen. Für Bauträger und Projektentwickler haben sich die Zinskonditionen bei den Banken bereits verschlechtert.“ Doch wie immer im Leben gibt es auch hier zwei Seiten. Denn diese erschwerten Investitionen in den Neubau wirken sich andererseits positiv für den Wertzuwachs von guten Bestandsimmobilien aus. So konnten die Makler über steigendes Interesse an Kauf und Verkauf von Immobilien berichten. Auch nimmt die Akzeptanz der Makler-Dienstleistungen, wie beispielsweise Objektbewertungen, auf Grund ihrer Ortskenntnis zu. Trotz zunehmender Markt-Plattformen im Internet bietet der Makler somit einen Mehrwert, der die Risiken aller Beteiligten minimiert. Hochinteressant war auch der Vortrag von Chuck Lemire, Chief Operating Officer von RE/MAX Europe. Als Sponsor des Formel 1-Teams von Toyota zog er einen Vergleich zu den Anforderungen im Immobilienmarkt: „Nur der gewinnt, der großen Wert auf Qualität, Innovation und Service legt!“.

(Redaktion)


 


 

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