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Zollamt Weil

Einnahmen am Zoll im Abwärtstrend

Der Zoll am Grenzübergang und Umschlagbahnhof Weil am Rhein – Autobahn hat im vergangenen Jahr rund eine Million LKW abgefertigt und Einnahmen von 763 Millionen Euro erzielt, rund 20 Prozent weniger als in 2008.

Die meisten Einnahmen wurden in Form der Einfuhrumsatzsteuer mit rund 743 Millionen Euro erzielt. Dazu kamen Zölle in Höhe von 13 Millionen Euro und Verbrauchsteuern wie Kaffee- oder Branntweinsteuer in Höhe von 6,6 Millionen Euro. „Ein Grund für die sinkenden Einnahmen war sicher der rückläufige LKW-Verkehr im Zusammenhang mit der Wirtschaftskrise“, so Zoll -Sprecher Markus Ückert.

Viel zu tun gab es an der stark frequentierten Grenze trotzdem: In 53 Fällen wurden die Drogenfahnder der Behörde fündig und beschlagnahmten 92 Kilo Rauschgift, alleine 12 Kilo davon waren Kokain. Dickster Brocken dabei waren in einem Fall sieben Kilogramm Kokain, die in einem Auto sichergestellt wurden. Ein Spürhund zeigte das Drogenversteck im Boden des PKW an. „Das Drogengeschäft läuft in Wellen“, sagt Ückert. Mal werde man häufiger fündig, mal weniger häufig. Die Strecke durch Rheintal und Markgräflerland sei ein beliebter Transportweg, um Rauschgift in größeren Mengen in die Schweiz zu schaffen, das dann in kleineren Mengen auch wieder in Südbaden „verdealt“ werde. „Wie groß die Dunkelziffer in diesem Bereich ist, können wir letztlich nicht sagen“, so Markus Ückert. Neben den Drogendelikten gehörten auch andere kriminelle Machenschaften zum Arbeitsalltag der Beamten: 26 Personen wurden wegen Vergehen gegen das Waffengesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz angezeigt. Insgesamt wurden 17 Schusswaffen und verbotene Gegenstände sowie mehr als 2000 Schuss Munition sichergestellt. In einem weiteren Fall konnten 1,5 Tonnen Großfeuerwerk bei einem Schmuggelversuch aus dem Verkehr gezogen werden.

In 198 Fällen wurden Bußgeldverfahren eingeleitet, weil Barmittel im Gesamtvolumen von 9,5 Millionen Euro beim Grenzübertritt nicht ordnungsgemäß angemeldet wurden. Gegenüber 2008 ein sattes Plus von 100 Prozent. „Immer häufiger erwischen wir Leute, die Beträge von über 50.000 Euro aus der Schweiz einführen wollen, meist handelt es sich um Steuersünder, die ihr Erspartes zurück holen wollen“, berichtet Ückert. Und natürlich wurden auch wieder einige skurrile Funde gemacht, die im Grenzverkehr nichts verloren hatten: So konnte beispielsweise eine Firma aus der Schweiz für eine Sendung von 1500 geschützten Wolfsmilchgewächsen keine artenschutzrechtlichen Unterlagen vorlegen. Rund 1900 gefälschte „schweizerische“ Stabfeuerzeuge aus China wurden beschlagnahmt und rund 6000 Flaschen mit angeblichem Bio-Wein gingen wieder zurück in die Schweiz, weil die erforderliche „Bio“-Bescheinigung fehlte.

In mehr als 2100 Fällen wurden bei überwiegend ausländischen Schuldnern Pfändungsmaßnahmen durchgeführt, häufig waren LKW-Unternehmen betroffen, weil sie keine Autobahnmaut gezahlt oder andere Strafzettel nicht bezahlt hatten. Dadurch konnten rund 719.000 Euro eingenommen werden. Rekordhalter war ein italienisches Unternehmen, das in 76 Fällen zur Vollstreckung ausgeschrieben war und insgesamt über 15.000 Euro nicht bezahlt hatte.

(Ralf Deckert)


 


 

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