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Burda in Offenburg

Zwar Kurzarbeit bei Burda Druck, aber aktuell im Konzern keine Entlassungen geplant

Burda Druck in Offenburg geht mit zunächst einer Abteilung als letzte deutsche Tiefdruckerei in Kurzarbeit. Sieben Mitarbeiter einer Reproabteilung sind davon betroffen. Nikolaus von der Decken, Konzernsprecher, sagt auf Nachfrage von business-on: "Kurzarbeit außerhalb von Burda Druck ist nicht geplant, aktuell auch keine Entlassungen. Allerdings könnte es sein, dass wir im Laufe des Jahres an der einen oder anderen Stelle mit Augenmaß abbauen müssen."

Mit anderen Worten: Im Konzern könnte es im Laufe des Jahrs noch zu Arbeitsplatzverlusten kommen – ob mit oder ohne Entlassungen. Zurück zu Burda Druck: In einem Aushang von Druck-Chef Egon Weimer an die Mitarbeiter, der business-on vorliegt, heißt es über die Kurzarbeit unter anderem: "Mit dem Betriebsrat wurde eine Grundsatzvereinbarung zur Einführung von Kurzarbeit abgeschlossen. Für jede einzelne Maßnahme ist jedoch eine gesonderte Betriebsvereinbarung erforderlich. Weitere Maßnahmen werden sich in der Folgezeit in verwaltenden und produzierenden Abteilungen anschließen. Art und Umfang der Kurzarbeit können von Abteilung zu Abteilung stark variieren. So ist z. B. der Tiefdruck im Augenblick aufgrund der Großaufträge IKEA und Argos bis ca. Mitte August gut ausgelastet."

Am Offenburger Standort sind heute über 2500 Mitarbeiter beschäftigt. Das badische Medienzentrum ist der größte Druck-Standort von Hubert Burda Media und eines der modernsten Druckzentren Europas: Täglich werden hier Datenmengen für 600 Millionen Druckseiten bearbeitet.

Die Branche bekommt die Krise derzeit deutlich zu spüren: Erst vor wenigen Tagen hat der Freudenstädter Tiefdruckkonzern Schlott die Streichung von 350 seiner aktuell 2330 Jobs angekündigt. Zudem will Schlott seine Druckkapazität um ein Fünftel reduzieren. Bei der Bertelsmann-Tochter Prinovis wird bereits kurz gearbeitet. Das Unternehmen belastet nun zusätzlich die Insolvenz von Arcandor und des langjährigen Kunden Quelle, dessen Kataloge Prinovis druckt. Ohne eine Bürgschaft für Quelle droht der Verlust von Druckaufträgen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Nach Auskunft der Agentur für Arbeit in Offenburg wird bereits in 500 Betrieben der Ortenau kurz gearbeitet. Davon sind rund 20 000 Mitarbeiter betroffen.

(Redaktion)


 


 

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