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Italienische Politik

Venetien, Lombardei und Friaul: Nicht länger Italien?

Minister Calderoli (Lega Nord) streicht eine Verordnung von König Viktor Emmanuel aus dem Jahr 1866 und wirft damit Venetien, die Lombardei und einen großen Teil des Friaul aus dem italienischen Staatsverbund. Absicht oder Unvermögen? Schon macht das Schlagwort "Österreicherisierung" die Runde.

Sind nun Venetien, Lombardei und Friaul noch ein Teil Italiens? Schulterzucken bis Ratlosigkeit bei den Staatsrechtlern. Was ist passiert? Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte Minister Roberto Calderoli im Dezember vergangenen Jahres das Annexionsdekret Nr. 3.300 aus dem 19. Jahrhundert ausser Kraft gesetzt und sich dafür auch die Unterschrift von Silvio Berlusconi geholt.  Ausgerechnet dieses Regelt jedoch die Zugehörigkeit der norditalienischen Provinzen zum damaligen Königreich Italien. Unter die anfängliche Häme mischen sich jetzt Verschwörungstheorien, denn Calderoli ist Mitglied der Lega Nord, die bekanntlich in Norditalien einen eigenständigen Staat Padania errichten möchte.

Die Einwohner der betroffenen Regionen scheinen ihre wahre Freude damit zu haben, zumindest wenn man von den Kommentaren zu den Zeitungsberichten ausgeht. Diese reichen von "Jetzt kann ich glücklich sterben" bis hin zur Forderung, Österreich solle doch bitte die Gebiete annektieren. Diese Wünsche werden wohl in den nächsten Jahren unerfüllt bleiben müssen, denn der Fauxpas Calderolis ist eine rein inneritalienische Angelegenheit, schließlich waren die Regionen ein Geschenk Frankreichs an das damals noch junge Königreich Italien.

(Redaktion)


 


 

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