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  • 08.10.2007, 13:11 Uhr
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  • Sauerland
Unternehmensfrau 2007

Ana Lado geht ihren Weg

Neheim. Ana Lado ist Unternehmerfrau des Jahres im Handwerk 2007. Die Friseurmeisterin in Arnsberg überzeugte die Jury des von der Wirtschaftszeitschrift "handwerk magazin" ausgelobten Wettbewerbs:

Unternehmerfrau des Jahres im Handwerk 2007

Sie beschäftigt 26 Mitarbeiter in zwei Salons und verfolgt das Ziel, durch Top-Dienstleistungen und innovative Betriebsführung auch das Image des Friseurhandwerks aufzupolieren. Für ihr eigenes Unternehmen hat sie das bereits geschafft: Der Name Ana Lado ist weit über das Sauerland hinaus bekannt und steht als Synonym für internationale Spitzenqualität in der Friseurbranche. Für ihre Leistungen erhält Ana Lado ein Preisgeld von 2.500 Euro für eine Urlaubsreise.
„Ich bin Unternehmerfrau des Jahres“, flüstert eine Frauenstimme ins Telefon. Selbst über 600 Kilometer Entfernung ist Freude zu spüren. „Unternehmerfrau des Jahres im Handwerk 2007“ – das ist für Ana Lado, Friseurmeisterin in Arnsberg im Sauerland, eine Würdigung der Leistung in 15 Jahren Selbständigkeit. Als sie nach der Jurysitzung in München telefonisch die Nachricht bekommt, dass sie den Titel erhält, wird sie von Emotionen überwältigt.
Nach dem Realschulabschluss beginnt sie ihre Ausbildung zur Friseurin. Die Lehre beendet sie als Jahrgangsbeste, es folgen eine Ausbildung zur Kosmetikerin und die Meisterprüfung im Friseurhandwerk. Als Salonleiterin einer Friseurkette sammelt sie weiter Erfahrungen und entwickelt ihren eigenen Stil. Sie beschäftigt sich mit Ausbildung und Personalmanagement, ist für Finanzen und Einkauf verantwortlich – und begeistert sich für das Unternehmertum. „Ich habe erkannt, dass ich mich weiterentwickeln will“, erinnert sich Ana Lado. „Und da wurde mir klar, dass ich lieber einen eigenen Salon betreiben möchte.“
Schritt in die Selbständigkeit
Im September 1993 eröffnet sie ihren Salon in Neheim, wo sie drei Mitarbeiter beschäftigt. „Natürlich gibt es viele Friseure, allein zwölf in meiner Straße“, erklärt die Unternehmerin selbstbewusst. „Aber, Ana Lado – Frisuren auf besondere Art – gibt es nur einmal.“ Also wagt sie einen Schritt, den sich sonst nur Star-Friseure in Großstädten trauen: Sie etabliert sich in Neheim als Marke. „Ana Lado – Frisuren auf besondere Art“, der fein geschwungene silberne Schriftzug auf rotem Grund kennzeichnet ihren Auftritt.
Schlag auf Schlag folgen weitere Aktionen: Ana Lado startet Kampagnen, die sie als Friseurin im gehobenen Leistungssegment positionieren. Ihr Markenversprechen: „Elegant, modisch, serviceorientiert.“ Mit aufsehenerregenden Arbeiten stellt die Firmenchefin ihren Anspruch unter Beweis: So lassen sich etwa an einem Tag gleich acht Bräute für den Gang zum Altar frisieren. Wichtig ist ihr auch Zielgruppen-Marketing. Tagsüber werden Kunden der Kernzielgruppe 40plus verwöhnt, abends gibt es ausgeflippte Stylingaktionen für jugendliche Partygänger, die an das Unternehmen gebunden werden sollen.
Weit über Neheim hinaus bekannt wird Ana Lado durch hervorragende Leistungen in ihrer Branche. So wird ihr etwa der renommierte Titel „Top-Salon des Jahres“ zuerkannt, den das internationale Branchenmagazin TopHair an herausragende Betriebe verleiht. Eine hohe Auszeichnung für jedes Unternehmen der Branche ist auch die Nominierung zum Global Business Award, der einen Stellenwert hat wie der Oscar in der Filmbranche.
Doch Ana Lado wäre nicht Ana Lado, würde sie sich auf ihrem Erfolg ausruhen: Sie eröffnet einen zweiten Salon mit einem aufsehenerregenden Konzept: Er wird mit einer Parfümerie über zwei Etagen eingerichtet und bietet Kunden in im „Haus der Schönheit“ ein komplettes Wohlfühlpaket. Dazu gehört auch Typberatung sowie Kosmetik und Nagelpflege.
Perfekte Unternehmensführung
Ana Lado schafft tragfähige Strukturen: Jede Niederlassung wird von einem Salonleiter nebst Stellvertreter geleitet. Um höchsten Qualitätsansprüchen zu genügen, durchlaufen alle ein wöchentliches Schulungsprogramm zu Fachthemen. Dazu kommen quartalsmäßige Trainings: Externe Spezialisten übernehmen die Weiterbildung, etwa Kult-Coiffeure wie Markus Salm, die sonst in Modemetropolen wie Mailand arbeiten. Ergänzt wird die fachliche Qualifikation durch Managementschulungen zum Umgang mit Kunden oder Serviceorientierung. Ihre Mitarbeiter danken es mit Einsatz im Salon und Loyalität: Die Personalfluktuation liegt deutlich unter der in anderen Unternehmen. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass Ana Lado über Tarif zahlt sowie attraktive Verkaufs- und Dienstleistungsprovisionen auslobt.
Verantwortung übernimmt Ana Lado auch in der Handwerksorganisation: Als Vorsitzende des Fachbeirats der Innung Hochsauerland und Mitglied des Prüfungsausschusses setzt sie sich für eine bessere Ausbildung der Lehrlinge ein und organisiert Veranstaltungen. Dabei orientiert sie sich an den Leistungen ihrer Auszubildenden, mit denen sie intensiv arbeitet: Viele Pokale aus Lehrlingswettbewerben zieren ihre Geschäftsräume, und 2006 erhielten zwei ihrer Auszubildenden ein Stipendium vom Schönheitskonzern Wella für herausragende Leistungen. Der Kunde von Ana Lado weiß also: Wer hier frisiert, beherrscht sein Handwerk.
Weniger an die große Glocke hängt sie das Engagement ihrer Mitarbeiter für drei Kinderheime. Deren Bewohner werden bei Ana Lado regelmäßig kostenlos frisiert. Auch Einnahmen aus Wohltätigkeitsveranstaltungen spendet sie den Kinderheimen. „Ich bin überzeugt, dass man sich für die Allgemeinheit einsetzen muss, und das lebt mein Team.“
Linktipp: www.handwerk-magazin.de

(Redaktion)


 


 

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