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Wellnessurlaub: Die fragliche Erholung

Die Urlaubszeit nähert sich und Wellnessurlaub liegt dieses Jahr besonders im Trend: Gestresste Menschen wollen die schönste Zeit des Jahres nämlich nicht mehr einfach in Bettenburgen mit Mini-Pool verbringen. Angesagt sind Luxushotels mit Wellness- und Badelandschaft, Beautyangebot, Fitnessraum und gesundheitsbewusster Sterneküche.

Wie allerdings die Rechte der Gäste aussehen, wenn der versprochene Wellnessbereich sich als ungemütliche Uralt-Sauna mit angrenzendem Kaltwasserbecken und der Fitnessraum als Besenkammer mit eingerosteter Hantelbank  entpuppt, sagen ARAG Experten.

Die Frage aller Fragen: Was ist Wellness?

Der Begriff "Wellness" oder "Wellnesshotel" ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Das bedeutet, dass es keine gesetzlich festgelegten Vorgaben gibt, die ein Hotel erfüllen müsste, um mit einem Wellnessangebot werben zu dürfen. Dennoch ist der Gast nicht zwangsläufig rechtlos gestellt, wenn das gebuchte Hotel nicht seinen Erwartungen entspricht. Ist die Abweichung von zugesagter Leistung und tatsächlich vorhandenem Angebot nämlich als Mangel im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zu bewerten, kann der Gast den vereinbarten Preis unter Umständen mindern. Seine Ansprüche richten sich dabei im Falle einer Pauschalreise - also bei Zusammenbuchung von mindestens zwei Einzelleistungen - nach dem Reisevertragsrecht. Wurde nur das Hotelzimmer gebucht, handelt es sich um einen so genannten Beherbergungsvertrag und die mietrechtlichen Mängelvorschriften kommen zur Anwendung.

Das Doppelzimmer als Räucherkammer

Wer beispielsweise ein Wochenende in einem Hotel gehobener Klasse bucht, das ausdrücklich als "Wellnesswochenende" mit dem Ziel der "Entspannung" beworben wird, muss es nicht hinnehmen, wenn der vorherige Gast in dem Zimmer stark geraucht hat. So erging es einem Ehepaar, das für insgesamt 349 Euro ein Wellnesswochenende gebucht hatte. Das bereitgestellte Doppelzimmer roch allerdings dermaßen nach Zigaretten, dass die beiden mangels Alternativzimmer sofort wieder abreisten. Zu Recht, meinte das zuständige Amtsgericht. Die Gäste seien zum Rücktritt berechtigt gewesen, weil das angebotene Zimmer nicht zum vertraglich vereinbarten Gebrauch geeignet und damit mangelhaft war (AG Meldorf, Az. 81 C 15/11).


 


 

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