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Arbeiten bis zur Erschöpfung - 10. Oktober - Tag der seelischen Gesundheit

Jeder dritte Arbeitnehmer fühlt sich von seinem Job so belastet, dass er wohl nicht bis zur Rente durchhält, zeigt die aktuelle Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Viele spüren bereits, wie ihre Kräfte nachlassen, leiden unter Schlafstörungen, Kopf- und Rückenschmerzen, ständiger Müdigkeit. Schlechte Karten für die Zukunft: "Wer bei den ersten Anzeichen von psychischer Erschöpfung nicht handelt, läuft Gefahr in eine Abwärtsspirale zu geraten, die je nach Veranlagung im Burnout oder einem Herzinfarkt endet", erklärt Dr. Hans-Peter Unger, Depressions-Experte und Chefarzt der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie der Asklepios-Klinik Hamburg-Harburg.

Tausende können diese Abwärtsspirale offensichtlich nicht stoppen: Jeder zehnte Fehltag wird durch psychische Erkrankungen verursacht. Tendenz steigend. Unger: "Früher galten nur bestimmte Berufsgruppen, wie Krankenpflege oder Lehramt, als besonders psychisch belastet. Die Dienstleistungsgesellschaft erhöht den Druck quer durch alle Branchen. Zeitnot, fehlende Einfluss- und Kontrollmöglichkeiten sowie fehlende Wertschätzung verursachen Dauerstress. In meine Praxis kommen inzwischen Ärzte, Manager und Wissenschaftler mit stressbedingten Depressionen. Die Depression ist zum Arbeitsunfall der Moderne geworden." Ein teurer Unfall: Menschen mit Burnout oder Depression sind durchschnittlich 28,5 Tage krank - und lange vorher nicht mehr leistungsfähig.

Was tun? Unger: "Sowohl Arbeitnehmer als auch Unternehmen tragen Verantwortung." Sein Buch "Bevor der Job krank macht", das er mit der Journalistin Carola Kleinschmidt verfasste, erklärt erstmals das Modell der "Erschöpfungsspirale": Jeder kann so leicht selbst feststellen, wie erschöpft er ist - und was er dagegen tun kann. Unternehmen erfahren, wie ein zukunftsweisendes Gesundheitsmanagement aussieht.

Die wissenschaftliche Tiefe des Buches hebt es angenehm von der Ratgeber-Flut ab. Fallbeispiele, ein präziser und leicht zugänglicher Ton sowie konkrete Handlungsanregungen machen Lust, sich mit dem Thema Work-Life-Balance zu befassen.

(Redaktion)


 


 

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