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130 Gäste sehen die Schönheit der Stadt

Es sollte unser aller Anliegen sein, Siegen jeden Tag noch ein bisschen schöner zu machen“, so der Appell von Stadtbaurat Michael Stojan an die 130 Gäste der Veranstaltung „Architektur als ‚Gesicht‘ der Region“ im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen.

Siegen. Es sollte unser aller Anliegen sein, Siegen jeden Tag noch ein bisschen schöner zu machen“, so der Appell von Stadtbaurat Michael Stojan an die 130 Gäste der Veranstaltung „Architektur als ‚Gesicht‘ der Region“ im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen. In seinem Vortrag zeigte er auf, dass auch die Gestaltung von Industriegebäuden und Gewerbeimmobilien einen positiven Beitrag zum Stadtbild leistet – und dies zum Teil schon seit Jahrzehnten. Er nannte viele Beispiele gelungener und gut erhaltener Architektur der Vergangenheit wie zum Beispiel bei der Karl Buch Walzengießerei GmbH & Co. KG oder auch bei der Hundt & Weber GmbH. Dabei wurde deutlich, dass schon in vergangenen Jahrzehnten bis zurück an den Beginn der Industrialisierung die Gebäude als Visitenkarte für das Unternehmen gestaltet wurden und die Bauherren damals wie heute durchaus Wert auf Ästhetik gelegt haben. Als gute Beispiele neuerer Gestaltung mit Blick auf die Außenanlagen nannte er unter anderem die Gontermann-Peipers GmbH und die Dango & Dienenthal Maschinenbau GmbH, die sich um ein ansprechendes Aussehen rund um die Gebäude bemühten. Auch das Bemühen der Hundhausen Bauunternehmung GmbH, die alte Bausubstanz des Stammsitzes wieder besser zur Geltung zu bringen, zeige, dass es den Bauherren keinesfalls nur um die Funktionalität gehe, so Stojan.

IHK-Ehrenpräsident Klaus Th. Vetter begrüßte zuvor die Gäste mit einem Blick zurück. „Unsere Region ist bereits seit mehr als 2000 Jahren ein wichtiges wirtschaftliches Zentrum und mit ihrem Wohlergehen eng mit der heimischen Industrie verknüpft. Seit jeher ist die Industrie der Motor der wirtschaftlichen Entwicklung.“ Dies wirke sich bis heute aus. Somit spiele die Industriearchitektur in Vergangenheit und Gegenwart eine bedeutende Rolle im Bild von Stadt und Region.

Bei den Vorträgen wurden die unverwechselbare Siegerländer Wirtschaftsgeschichte sowie die Berührungspunkte von Architektur, Wirtschaft und Geschichte thematisiert. Prof. Dr. Karl Kiem von der Universität Siegen stellte „Die von Bernd und Hilla Becher fotografierten Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes als Häuser“ vor. Dabei wurden die für das Siegerland typischen und als Fotografien weltberühmten Häuser in ihrer Typologie gezeigt. Die Forschung von Kiem zeigt, dass die im Siegerland so alltäglichen Häuser nicht nur einzigartig im Aufbau sind, sondern fast eine Vorstufe zum industriellen Bauen darstellen. Besonders eindrucksvoll war der Bildvergleich von Häusern aus den 60er und 70er Jahren mit ihrem Aussehen in der heutigen Zeit – Veränderungen bis zur Unkenntlichkeit, liebevolle Restauration, aber auch das Verschwinden des Häusertyps wurden dadurch deutlich.

Im Anschluss daran präsentierte Hans-Wilhelm Fuchs, ehemaliger Vizepräsident der IHK Siegen, in seiner Diashow „Gruß aus Siegen: Ein Gang durch die Baugeschichte der Stadt Siegen von 1865 bis heute“ Bilder aus dem Stadtgebiet Siegen. Sie stellten die wechselvolle Geschichte der Stadt anschaulich dar und machten deutlich, wie weit Siegens Weg „zu neuen Ufern“ war. Die Gebäude mussten nach dem zweiten Weltkrieg fast vollständig neu aufgebaut werden, weil in der Innenstadt kaum noch ein Stein auf dem anderen stand. Dies wurde besonders an den beeindruckenden Bildern von vor 1944, von der vollständigen Zerstörung und aus jüngerer Zeit deutlich. Vor allem die älteren Menschen im Publikum zeigten sich durch diesen Weg in die Vergangenheit ihrer Stadt berührt.

„Wie schön, dass so viele Gäste unserer Einladung zu einer Veranstaltung gefolgt sind, die nicht gerade typisch für eine IHK ist.“ IHK-Präsident Felix G. Hensel unterstrich in seinem Schlusswort: „Wir freuen uns umso mehr, weil viele von Ihnen nicht zu unseren regelmäßigen Besuchern zählen.“ Die IHK als Vertreter und Fürsprecher der Wirtschaft sei am Austausch interessiert und so auch offen für Themen, die das Zusammenspiel von Geschichte, Architektur und Wirtschaft zeigen. Dieser Dialog werde fortgesetzt. „Firmenjubiläen, Neu- oder Umgestaltung von Gewerbeimmobilien, Neugründungen, Beginn und Ende von Firmengeschichten – die wirtschaftliche Entwicklung wirkt sich immer auch auf das Stadtbild und das Bild der Region aus. Damit sind wir als IHK immer auch Teil des Geschehens und Gestaltens“, so Hensel zu den Beweggründen der Industrie- und Handelskammer für die Vorträge und die begleitende Ausstellung von historischen Fotos aus dem Archiv der Siegener Zeitung sowie Architekturmodellen der „Becher’schen Fachwerkhäuser“.

(Redaktion)


 


 

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