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Vossloh steigert Umsatz und EBIT (2019 bereinigt)

Maßnahmenprogramm weitestgehend umgesetzt

  • Umsatzplus von 5,9 % auf 916,4 Mio.€ erzielt
  • Bereinigtes EBIT (55,7 Mio.€) über Vorjahr und höher als zuletzt erwartet
  • Dividendenvorschlag für 2019 in Höhe von 1,00 € je Aktie unter Vorbehalt der weiteren Entwicklungen der COVID-19-Pandemie

Werdohl. Der Vossloh-Konzern hat heute den Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2019 veröffentlicht. Der Konzernumsatz konnte gegenüber Vorjahr deutlich gesteigert werden und lag innerhalb des prognostizierten Zielkorridors. Die Umsatzerlöse stiegen von 865,0 Mio.€ im Vorjahr um 5,9 % auf 916,4 Mio.€. Hintergrund der positiven Entwicklung ist das Wachstum im Geschäftsbereich Core Components. Hier konnten insbesondere in China und Nordamerika im Geschäft mit Schienenbefestigungssystemen und in Australien dank der Akquisition des Betonschwellenherstellers Austrak deutlich höhere Umsätze erzielt werden. Auch der Geschäftsbereich Lifecycle Solutions trug nach der Kapazitätserweiterung durch den Erwerb mehrerer neuer Fräsmaschinen maßgeblich zum Umsatzwachstum bei. Der Geschäftsbereich Customized Modules verzeichnete trotz der unterjährigen Veräußerung eines Tochterunternehmens Umsätze nahezu auf Vorjahresniveau. Vor dem Hintergrund des in 2019 in weiten Teilen umgesetzten Maßnahmenprogramms wurde das EBIT um Einmaleffekte bereinigt, um die tatsächliche operative Ertragskraft des Vossloh-Konzerns auszuweisen. Mit 55,7 Mio.€ übertraf das bereinigte EBIT sowohl den berichteten Vorjahreswert von 54,2 Mio.€ als auch die zuletzt kommunizierten Erwartungen. Die bereinigte EBIT-Marge betrug 6,1 % (Vorjahr: 6,3 %). Nach Eliminierung eines positiven Sondereffekts im Vorjahr aus dem Erwerb mehrerer Fräsmaschinen (5,5 Mio.€) konnte somit ein deutlicher Anstieg sowohl des EBIT als auch der EBIT-Marge erzielt werden.

 Maßnahmenprogramm 2019 

Die Einmaleffekte aus dem Maßnahmenprogramm beliefen sich insgesamt auf 93,3 Mio.€ und belasteten die Gewinn- und Verlustrechnung sowie wertorientierte Kennzahlen. Davon fielen 30,2 Mio.€ im Zusammenhang mit der Freisetzung von Mitarbeitern an. Der verbleibende Teil in Höhe von 63,1 Mio.€ betraf überwiegend Wertberichtigungen und Abgangsverluste aus der Trennung von nicht profitablen Aktivitäten. An dieser Stelle kommt vor allem dem Ausstieg aus dem verlustträchtigen amerikanischen Weichengeschäft eine wesentliche Bedeutung zu. Eine US-Gesellschaft wurde komplett veräußert, aus einer weiteren wurden alle relevanten operativen Vermögenswerte veräußert. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass die Mittelzuflüsse aus diesen Transaktionen ausreichen, das gesamte Maßnahmenprogramm vollständig zu finanzieren. Dieses Programm und seine erfolgreiche Umsetzung bilden die Grundlage für eine nachhaltige Steigerung der Profitabilität und Eigenfinanzierungskraft im Vossloh-Konzern. 

Oliver Schuster, Vorsitzender des Vorstands der Vossloh AG, erläutert: „2019 war für Vossloh ein ereignisreiches, vor allem aber auch ein erfolgreiches Jahr. Neben höheren Umsatzerlösen und einer gesteigerten Profitabilität zeigen vor allem die starken Auftragseingänge und neu geschlossenen Rahmenverträge, dass Vossloh auf dem richtigen Weg ist. Gleichzeitig konnten wir wichtige Investitionsprojekte entscheidend voranbringen wie etwa den Bau unserer vertikal integrierten Leitfabrik für Schienenbefestigungssysteme am Stammsitz in Werdohl oder die Errichtung einer neuen Fabrik für Betonschwellen in Kanada. Nicht minder bedeutsam in diesem Zusammenhang ist die Gründung eines neuen Gemeinschaftsunternehmens im wichtigen chinesischen Markt und die strategisch bedeutsame Investition in unsere französische Gießerei für Manganherzstücke. Unsere digitale Strategie ,The Smart Rail Track by Vossloh‘ gewinnt zunehmend an Kontur und schlägt sich in ersten konkreten Projekten nieder. Flankierend haben wir durch unser Maßnahmenprogramm einen weiteren wichtigen Schritt in Bezug auf die Steigerung unserer Profitabilität sowie unserer Eigenfinanzierungskraft gemacht. Auf dieser Basis blicken wir selbstbewusst in die Zukunft.“ 

Geschäftsbereich Core Components 

Im Geschäftsbereich Core Components verzeichnete Vossloh im Geschäftsjahr 2019 ein deutliches Umsatzwachstum von 20,1 % auf 351,7 Mio.€. Beide Geschäftsfelder haben zu diesem Wachstum beigetragen. So legte Vossloh Fastening Systems mit einem Umsatzzuwachs von 17,3 Mio.€ besonders in China und in Nordamerika deutlich zu. Der Anstieg im Geschäftsfeld Tie Technologies war vor allem auf die Akquisition von Austrak, aber auch auf das US-Geschäft zurückzuführen. Der Geschäftsbereich Core Components erzielte 2019 ein um Einmaleffekte bereinigtes EBIT von 39,3 Mio.€ (Vorjahr: 34,5 Mio.€) bei einer bereinigten EBIT-Marge von 11,2 % (Vorjahr: 11,8 %). Der Auftragseingang lag im Geschäftsjahr 2019 mit 382,0 Mio.€ leicht unter Vorjahr (391,3 Mio.€). Während im Vorjahr drei Großaufträge in China gewonnen werden konnten (Volumen von rund 85 Mio.€), war im Berichtsjahr der Gewinn eines Großauftrags (Volumen von knapp über 40 Mio.€) zu verzeichnen. Deutliche Zuwächse wurden in den USA und Australien erzielt. Die Book-to-Bill-Ratio lag bei 1,09. Der Auftragsbestand legte zugleich mit 267,6 Mio.€ in 2019 deutlich zu (Vorjahr: 237,3 Mio.€). 

Geschäftsbereich Customized Modules 

Der Umsatz im Geschäftsbereich Customized Modules blieb im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 473,2 Mio.€ trotz der unterjährigen Veräußerung von Cleveland Track Material nur leicht hinter dem Vorjahreswert von 482,6 Mio.€ zurück. Geringere Umsätze in Polen aufgrund von Projektverschiebungen ins Jahr 2020 konnten durch Umsatzsteigerungen in Belgien und Indien zum Teil kompensiert werden. Das um Einmaleffekte bereinigte EBIT von 23,7 Mio.€ (Vorjahr: 26,1 Mio.€) sowie die resultierende bereinigte EBIT-Marge von 5,0 % (Vorjahr: 5,4 %) lagen jeweils nur leicht unter den entsprechenden Vorjahreswerten. Im bereinigten EBIT waren im Berichtsjahr noch Verluste in einer Größenordnung von 10 Mio.€ aus dem amerikanischen Weichengeschäft enthalten. Der Auftragseingang belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 468,2 Mio.€, ein Rückgang von 7,7 % im Vergleich zum Vorjahr. Hintergrund waren geringere Auftragseingänge in Indien und Israel, sowie der Verkauf der US-Tochtergesellschaft im Rahmen des Maßnahmenprogramms. Der Auftragsbestand sank von 345,7 Mio.€ im Geschäftsjahr 2018 auf 273,0 Mio.€. Diese Entwicklung war hauptsächlich durch den Verkauf der US-Tochter geprägt. Die Book-to-Bill-Ratio lag dennoch bei 0,99.

Geschäftsbereich Lifecycle Solutions 

Der Geschäftsbereich Lifecycle Solutions erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatzzuwachs von 6,0 % auf 106,0 Mio.€ bei einem bereinigten EBIT von 6,2 Mio.€ (Vorjahr: 12,9 Mio.€) und eine bereinigte EBIT-Marge von 5,9 % (Vorjahr: unbereinigt 12,9 %). Der Umsatzzuwachs war mehrheitlich vom Ausbau des Fräsgeschäfts getrieben. EBIT und EBIT-Marge im Vorjahr waren im Zusammenhang mit der Realisierung eines negativen Firmenwerts um 5,5 Mio.€ begünstigt. Der Auftragseingang verbesserte sich im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions um 14,0 % auf 103,5 Mio.€, besonders durch einen deutlichen Zuwachs an Aufträgen im Fräsgeschäft. 

Nicht fortgeführte Aktivitäten 

Das Geschäftsfeld Locomotives, letztes verbliebenes Geschäftsfeld des Geschäftsbereichs Transportation, wird auch im Geschäftsbericht 2019 weiterhin als nicht fortgeführte Aktivitäten dargestellt. 2019 wurde ein Vertrag zum Verkauf des Geschäftsfelds an eine Tochtergesellschaft von CRRC unterzeichnet. Aktuell sind noch nicht alle behördlichen Freigaben erteilt. Ein Vollzug des Verkaufs wird zeitnah erwartet. 

Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten lag bei -70,4 Mio.€ (Vorjahr: -2,1 Mio.€), wobei im Berichtsjahr insbesondere Wertminderungen im Zusammenhang mit dem Verkauf in Höhe von 50 Mio.€ zu verzeichnen waren. Daneben fielen höhere operative Verluste an, was in Summe zu einer erheblichen Belastung des Konzernergebnisses führte. 

Mitarbeiter

Zum Ende des Geschäftsjahres 2019 beschäftigte die Vossloh AG 3.531 Mitarbeiter, ein Rückgang von 9,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang ist auf die Umsetzung des Maßnahmenprogramms zurückzuführen, welches neben der Reduzierung der Mitarbeiterzahl auch die Trennung von unprofitablen Aktivitäten beinhaltet. Noch enthalten sind 126 freigestellte Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnisse bis zum Auslaufen der Kündigungsfrist fortbestehen. 

Ausblick 2020 

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Vossloh-Konzern war im bisherigen Jahresverlauf kaum von der COVID-19-Pandemie betroffen. Dennoch hat Vossloh frühzeitig einen internationalen und geschäftsübergreifenden Krisenstab eingerichtet, der täglich die weltweite Entwicklung beobachtet, mögliche Probleme frühzeitig identifiziert und Lösungsvorschläge erarbeitet. Das Augenmerk gilt dabei in allererster Linie der Gesundheit der Vossloh-Mitarbeiter1. Die Organisation wird regelmäßig über den Stand der Dinge informiert, Verhaltensregeln wurden für den verantwortungsbewussten Umgang miteinander aufgestellt sowie strikte Reiseregeln erlassen. Mitarbeiter1 in Verwaltungspositionen arbeiten inzwischen überwiegend von zu Hause aus. 

Auf Basis der heutigen Erkenntnisse und einer sorgfältigen Risikoeinschätzung sowie unter Hinweis auf die offensichtlichen Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der Pandemie und deren weiteren Auswirkungen rechnet Vossloh für das Geschäftsjahr 2020 mit Umsätzen zwischen 900 Mio.€ bis 1 Mrd.€. Dabei wird der Ausstieg aus dem US-Weichenmarkt Ende 2019 durch die erwartet positiven Entwicklungen in anderen Regionen tendenziell mehr als ausgeglichen. Im Geschäftsbereich Core Components werden deutlich höhere Umsätze in beiden Geschäftsfeldern erwartet. Das antizipierte Umsatzwachstum im Geschäftsfeld Fastening Systems in China ist in Teilen auf höhere Auslieferungen von Schienenbefestigungssysteme im Hochgeschwindigkeitssegment zurückzuführen. Im Geschäftsfeld Tie Technologies erwartet der Konzern einen deutlichen Umsatzzuwachs sowohl in Nordamerika als auch in Australien. Für den Geschäftsbereich Lifecycle Solutions prognostiziert Vossloh ein leichtes Umsatzwachstum, primär durch höhere Serviceumsätze im Segment Fräsen. Als Folge der Desinvestitionen im Geschäftsbereich Customized Modules werden in diesem Bereich deutlich geringere Umsätze erwartet. Der Rückgang im US-Geschäft wird dabei voraussichtlich durch höhere Umsätze in anderen Regionen in Teilen kompensiert.

Unter der Annahme der vorstehend beschriebenen Umsatzentwicklung wird für das Geschäftsjahr 2020 eine spürbare Erhöhung der Profitabilität im Vergleich zur bereinigten EBIT-Marge in 2019 prognostiziert. Der erwartete Anstieg ist in weiten Teilen auf Einsparungen aus dem Maßnahmenprogramm zurückzuführen. Die EBIT-Marge wird aus heutiger Sicht zwischen 7 % und 8 % erwartet. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von 12 % bis 13 % (2019 bereinigt: 11,5 %). Die ordentliche Hauptversammlung ist bislang für den 27. Mai 2020 geplant. Angesichts der aktuellen Entwicklungen (COVID-19) ist jedoch ungewiss, ob die Hauptversammlung wie geplant stattfinden kann. Eine Entscheidung diesbezüglich wird bis spätestens Mitte April getroffen und kommuniziert. Abhängig von der weiteren Entwicklung wird die Vossloh AG die Hauptversammlung gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt einberufen. Gleichfalls unter dem Vorbehalt der aktuellen Entwicklungen steht auch der Dividendenvorschlag. Bislang hatten Vorstand und Aufsichtsrat geplant, den Aktionären eine zum Vorjahr unveränderte Dividende in Höhe von 1,00 € je Aktie vorzuschlagen. Abhängig von der weiteren Entwicklung behalten sich Vorstand und Aufsichtsrat vor, den Dividendenvorschlag nochmals zu überprüfen und gegebenenfalls einen angepassten Dividendenvorschlag zu unterbreiten.

(Redaktion)


 


 

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