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IHK-Berufsbildungsausschuss: „Berufskollegs nicht stiefmütterlich behandeln“

Die Berufskollegs müssten mit Maßstäben gemessen werden, die ihrer besonderen Bedeutung auch gerecht würden, betonte IHK-Vizepräsident Christian F. Kocherscheidt. Sie spielten in den regionalen Berufsbildungslandschaften allein schon wegen der erheblichen Investitionen in ihre jeweilige Sachausstattung eine grundlegend andere Rolle als etwa Gymnasien oder Realschulen.

Siegen, 25. Februar 2014. Im nordrhein-westfälischen Landtag wird derzeit das zehnte Schulrechtsänderungsgesetz debattiert. Der Gesetzentwurf zielt auch darauf ab, die von den Berufskollegs angebotenen Bildungsgänge neu zu ordnen und zu konzentrieren. Diese Zielsetzung unterstützt der Berufsbildungsausschuss der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) mit besonderem Nachdruck, sofern die dadurch realisierten Synergieeffekte auch im System der Berufskollegs verbleiben und nicht anderweitig „verplant“ werden oder gar ganz wegfallen. Anderenfalls, so DGB-Regionsgeschäftsführer Werner Leis, „handele man mit Zitronen“. 

Das NRW-Schulministerium habe bereits im vergangenen Jahr eindringlich darauf hingewiesen, dass auf Grund der präventiv angelegten Schul- und Bildungspolitik durch den Abbau von so genannten Bildungs-Warteschleifen in den Berufskollegs bis 2015 500 Lehrerstellen „erwirtschaftet werden könnten“, die in die Konsolidierung des Landeshaushaltes fließen sollten. Werner Leis: „Wenn „Konzentration“ bedeutet, die personelle Ausstattung der Kollegs auszudünnen, machen die Gewerkschaften dies jedenfalls nicht mit. Wir brauchen starke, nicht aber geschwächte Berufskollegs als Partner im dualen Ausbildungssystem. Anderenfalls nimmt auch die betriebliche Ausbildung Schaden.“ 

Die Berufskollegs müssten mit Maßstäben gemessen werden, die ihrer besonderen Bedeutung auch gerecht würden, betonte IHK-Vizepräsident Christian F. Kocherscheidt. Sie spielten in den regionalen Berufsbildungslandschaften allein schon wegen der erheblichen Investitionen in ihre jeweilige Sachausstattung eine grundlegend andere Rolle als etwa Gymnasien oder Realschulen.

 Gerade aus diesem Grund erschließe sich einem Unternehmer schon nicht, dass die Schulträger Millionenbeträge in ihre Berufskollegs investierten, das dort gebundene Kapital jedoch in den Ferien rund 13 Wochen im Jahr so gut wie keine „Bildungsrendite“ abwerfe. Wenn dann durch die Hintertür auch noch das Personal abgebaut werde, leiste man bewusst oder unbewusst der weiteren Akademisierung der Bildung weiteren Vorschub. Das sei das genaue Gegenteil dessen, was erforderlich wäre. 

Durch die Nutzung demografischer Effekte seien allein im Landeshaushalt 2013 1000 Stellen für Personalüberhänge in Gymnasien eingeplant worden, um Versetzungen nach dem Wegfall des doppelten Abiturjahrgangs zu vermeiden. Zugleich bestehe der Eindruck, dass die Berufskollegs als „Spardosen“ der Schul- und Bildungspolitik herhalten sollten. Hier zeige sich, dass eben doch mit zweierlei Maß gemessen werde. Christian F. Kocherscheidt: “Was in den Berufskollegs gespart wird, soll offenkundig anderen Schulformen zugeführt werden. Dies zeigt einmal mehr, wie stiefmütterlich mit dieser wichtigen Schulform umgegangen wird.“ 

(Redaktion)


 


 

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