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Schule/Beruf

Referenzkommune beim Übergang Schule-Beruf

Die neue Koordinierungsstelle Schule/Beruf wird organisatorisch beim Regionalen Bildungsbüro im Fachservice Schule der Kreisverwaltung angebunden sein und soll im regionalen Arbeitskreis Schule/Beruf regelmäßig über ihre Tätigkeit berichten.

Siegen-Wittgenstein Referenzkommune beim Übergang Schule-Beruf

Land überträgt Kreis Koordinierungsfunktion bei der Berufswahloptimierung

Der Kreis Siegen-Wittgenstein übernimmt künftig eine Koordinierungsfunktion für die vielfältigen Angebote beim Übergang von der Schule in den Beruf. Damit ist Siegen-Wittgenstein eine von sieben Referenzkommunen in Nordrhein-Westfalen, die das Vorhaben der Landesregierung, bis zum Schuljahr 2018/2019 flächendeckend ein neues Übergangssystem von der Schule in den Beruf zu etablieren, umsetzen. Einen Förderbescheid über rund 70.000 Euro für die Einrichtung einer entsprechenden Koordinierungsstelle hat der Kreis jetzt von der Bezirksregierung erhalten. Damit fördert das Land 50 Prozent der zunächst zu erwartenden Kosten.

„Es gibt kaum einen Kreis in Nordrhein-Westfalen, der sich in der Vergangenheit so engagiert im Bereich des Übergangs von der Schule in den Beruf betätigt hat, wie Siegen-Wittgenstein“, sagt Landrat Paul Breuer. „Dass wir jetzt als Referenzkommune für das neue Landesprogramm ausgewählt worden sind, verstehe ich auch als eine Anerkennung für die vorbildliche und nachhaltige Arbeit, die wir partnerschaftlich mit vielen engagierten Akteuren wie der Agentur für Arbeit, IHK und Handwerkskammer, Arbeitgebern, Gewerkschaften, Schulen und privaten Bildungsträgern auf diesem Gebiet bereits geleistet haben“, freut sich Breuer. 

So ist der Kreis bereits seit 2006 Träger das Programms„Ein-Topf“, das von Experten aus der Region heraus entwickelt und landesweit übernommen wurde. Ziel von „Ein-Topf“ ist es, aus der Vielzahl der Förderangebote für jeden Schüler das möglichst passgenaue zu finden und bereits frühzeitig in der Schule mit der Vorbereitung auf die Berufswahl und die Qualifizierung für eine Ausbildung zu beginnen.

Auch das Regionale Haus der Berufsvorbereitung, maßgeblich organisiert und umgesetzt vom Berufsbildungszentrum (bbz) der IHK, ist ein Modellprojekt, das überregional große Beachtung findet und inzwischen vielfach übernommen wurde. Es ermöglicht jährlich rund 100 Hauptschülern durch zusätzlichen Unterricht und Berufspraktika direkt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zu erhalten.

Neu ist das Projekt „Startklar“. Hierbei geht es um eine vertiefte Berufsbildung für Hauptschüler ab der Klasse 8 in Ganztagshauptschulen. Schon frühzeitig werden in einem Kompetenzcheck die Neigungen und Fähigkeiten der Schüler ermittelt. Anschließend erhalten sie in Kooperation mit Bildungsträgern Einblicke in das Berufsleben.

„Ziel all dieser Bemühungen ist es, die Zahl von Ausbildungs- oder Studienabbrüchen zu verringern. Gleichzeitig möchten wir die berüchtigten ‚Warteschleifen’ zwischen Schulabschluss und Berufsausbildung bzw. Studiumsbeginn möglichst minimieren“, erläutert Breuer: „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und dem sich schon jetzt abzeichnenden Fachkräftemangel können wir es uns gar nicht leisten, Potenziale junger Menschen ungenutzt liegen zu lassen. Vielmehr müssen sie entwickelt und gehoben werden – im Interesse der jungen Menschen und der ganzen Region.“

In Siegen-Wittgenstein verlassen jedes Jahr rund 3.000 Schüler die Schule und stehen dann vor der Entscheidung, sich auf eine berufliche Ausbildung bzw. einen Studiengang festlegen zu müssen. Im Rahmen der Berufswahl gibt es vielfältige Angebote für die unterschiedlichsten Bedarfe und Zielgruppen. „Gerade die Agentur für Arbeit leistet im Bereich der Berufsorientierung hervorragende Arbeit und setzt große Personal- und Finanzressourcen in diesem Bereich ein“, sagt Kreiswirtschaftsreferent Reinhard Kämpfer. Hinzu kommen vielfältige Angebote weiterer Bildungsträger. „Im Dschungel dieser Vielfalt ein wenig Orientierung zu geben und für jede Zielgruppe das passende Angebot möglichst niederschwellig zur Verfügung zu stellen, ist eine zentrale Aufgabe der Koordinierungsstelle“, so Kämpfer: „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden und können dabei auf eine sehr gute Kommunikation zwischen den beteiligten Bildungsträgern in der Region aufbauen. Aber die Passgenauigkeit der einzelnen Instrumente und Angebote kann durch eine systematische Koordination sicher noch optimiert werden.“ 

(Redaktion)


 


 

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