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Betriebliche Personalentwicklung

IHK-Gesundheitstag mit über 100 Besuchern

„Betriebliche Gesundheitsförderung hilft auch den Unternehmen“

Siegen. „Sogar das Auto kann zum ‚Gesundheitsmonitor‘ werden!“ Mit dieser Aussage überraschte Prof. Dr. David Matusiewicz in seinem Impulsvortrag beim Gesundheitstag der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK). „Der Faktor Mitarbeiter wird immer mehr zu einer strategischen Ressource“, betonte der Experte von der Hochschule für Oekonomie & Management in Essen. Um die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern, stünden immer mehr digitale Möglichkeiten zur Verfügung, etwa durch Sensorik oder mithilfe der sogenannten „big data“-Analyse. So sei es in Zukunft zum Beispiel möglich, Krankheiten und Erschöpfungszustände durch Stimmenanalysen oder Gesichtserkennung vorherzusagen, auch beim Autofahren. Der Datenschutz und die Akzeptanz der Mitarbeiter stellten in diesem Rahmen natürlich besondere Herausforderungen dar, so Matusiewicz. 

„Die betriebliche Personalentwicklung muss Mitarbeiter finden und binden, zugleich aber auch dazu beitragen, sie möglichst lange fit und motiviert zu halten. Das ist schon deutlich anders als noch vor 20 Jahren, als Personalverantwortliche vielfach vor allem damit befasst waren, möglichst vielen Älteren den vorzeitigen Rentenbeginn schmackhaft zu machen“, fasste IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener die Lage in den regionalen Unternehmen zusammen. Das könne sich heute angesichts leergefegter Arbeitsmärkte fast kein Betrieb mehr leisten. „Unternehmen, die die Gesundheit der Mitarbeiter fördern, helfen damit auch sich selbst, gerade wenn sie daran interessiert sind, dass ihre Mitarbeiter länger arbeiten sollen“, hob Gräbener die Bedeutung der betrieblichen Gesundheitsförderung in seiner Begrüßung hervor. Es sei daher gut, wenn der IHK-Gesundheitstag hierzu Anregungen liefere. Das hohe Interesse verdeutliche den Druck in den Betrieben. Mehr als 100 Gäste aus Unternehmen informierten sich beim zweiten Gesundheitstag der IHK Siegen über Möglichkeiten der betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und des Gesundheitsmanagements (BGM). Mit Vorträgen, Podiumsgesprächen mit erfahrenen Personalverantwortlichen sowie Workshops mit Gesundheitsexperten aus der Region präsentierte die IHK erneut umfassende Ansätze und Anregungen zur Förderung von „Gesundheit im Betrieb“. 

Prof. Dr. Matusiewicz riet den Anwesenden, mit externen Anbietern von Gesundheitsdienstleistungen zu kooperieren. Man müsse nicht alles selbst machen oder selbst erfinden. Das beherzigen auch die Unternehmen, die im Rahmen eines Podiumsgespräches die erfolgreiche Umsetzung des Themas in der betrieblichen Praxis vorstellten. Marcus Adler, Leiter Personalwesen bei der Slawinski & Co. GmbH aus Siegen, hob dabei die Gesundheits- und Sozialhotline für seine Mitarbeiter hervor. Dieses Angebot werde sehr positiv aufgenommen und rege genutzt. Bei der Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden werde diese Beratung durch einen EAP-Dienstleister bereitgestellt, konnte Anne Sieler berichten. Sie ist zuständig für die Bereiche Personalentwicklung und Gesundheitsmanagement. Das Kürzel EAP stehe für „Employee Assistance Program“. Ähnlich wie bei Slawinski unterstütze es die Belegschaft sowie deren Angehörige durch anonyme und individuelle Hilfsangebote bei gesundheitlichen, psychischen und sozialen Fragen und Problemen. Rund die Hälfte der Beschäftigten nutze das Angebot, erklärte Sieler. Viele nähmen auch das Arbeitgeberangebot zum „Business-Fahrrad“ wahr. Das fördere auch die Bewegung der Mitarbeiter. Gute Erfahrungen damit machen auch die Firma Slawinski und die Buhl Data Service GmbH. Dem Softwarehersteller mit Hauptsitz in Neunkirchen hilft dies dabei, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und dort auch zu halten, unterstrich Sascha Neuhaus von Buhl. Dazu zählten unter anderem – wie auch bei den anderen Unternehmen – Gesundheits-Check-Ups und Ernährungsberatungen. Für alle beteiligten Betriebe spielen die Kontinuität und die Nachhaltigkeit der Gesundheitsmaßnahmen eine wichtige Rolle. 

BGM-Kennzahlen und -Selbstbewertung helfen dabei, die Erfolge der Bemühungen zu messen. In weiteren Vorträgen und Workshops auf dem Gesundheitstag wurde dieser Schwerpunkt vertieft. Zusätzliche Themen waren „Weiterbildung und Mitarbeitergesundheit“, „BGF-Koordinierungsstelle NRW: Starke Gesundheitsförderung für starke Betriebe“, „Psychologische Mitarbeiterberatung“, „Resilienz dank klarer Ziele“ sowie „Stressmanagement“. Zwei weitere Praxisbeispiele stellten Lauftrainings und „Bootcamps“ (Intensivtrainings) sowie Kooperationen mit Gesundheitszentren vor.
„Wichtig ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der betrieblichen Gesundheitsförderung mitgenommen werden“, so IHK-Referatsleiter Stephan Jäger. Sie könnten zwar oft selbst viel zur eigenen Gesundheit – auch im Betrieb – beitragen. „Das Unternehmen hat es aber in der Hand, die Beschäftigten dabei zu unterstützen und zu ermuntern. Je eher die Gesundheitsförderung von der Geschäftsleitung getragen und gelebt wird, desto besser. Das machen alle guten Praxisbeispiele deutlich“, erläuterte Jäger.
Nicht ohne Grund war auch die „Führungskräfteschulung“ erneut ein wichtiges Vortragsthema auf dem Gesundheitstag – genauso wie die Bewegungsförderung der Mitarbeiter durch pfiffige Büromöbel, sozusagen durch ein „Büro in Bewegung“. 

„Wir werden den Austausch zwischen den Unternehmen zu guten Praxisbeispielen weiter fördern und die Plattformen zur regionalen Zusammenarbeit zum Thema ausbauen“, kündigt Dagmar Gierse von der IHK Siegen an. Der Gesundheitstag biete derart viele gute Ideen, dass einige Themen im kommenden Jahr vertieft würden.

(Redaktion)


 


 

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