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Brand in einem Serverraum

Wie ein Telefon-Totalausfall das öffentliche Leben lahmlegt

Kreisbrandmeister Schneider warb vor den Kreisvertretern dafür, Vorkehrungen zu treffen und beispielsweise parallele Kommunikationsstrukturen aufzubauen, um sich nicht zu abhängig von einem Anbieter zu machen.

Vertreter des Kreises Siegen-Wittgenstein informierten im Rettungszentrum.

Der Brand in einem Serverraum der Telekom AG in Siegen am frühen Morgen des 21. Januar 2013 hatte ungeheure Folgen. Der Ausfall des Telefonnetzes legte das öffentliche Leben lahm. Wie Krisenstab und Einsatzleitung versuchten, Sicherheit und Ordnung trotzdem aufrechtzuerhalten, darüber informierten sich bei einer Veranstaltung im Rettungszentrum des Kreises Soest Experten des Kreises Soest sowie der Kreise Herford, Gütersloh und Paderborn.

Ralf Hellermann, Ordnungsdezernent des Kreises Soest, begrüßte Henning Setzer, Ordnungsdezernent des Kreises Siegen-Wittgenstein, und Kreisbrandmeister Bernd Schneider, die aus erster Hand berichteten. Der Siegener Feuerwehrchef zeigte auf, dass mit der Meldung „Feuer aus“ die Probleme noch lange nicht beseitigt waren, weil für die Löscharbeiten im Serverraum der Strom abgestellt werden musste. In der Konsequenz hatten 500.000 Haushalte in den Kreisen Siegen-Wittgenstein, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill und Altenkirchen keine Möglichkeit, über die Notrufnummern 110 und 112 Hilfe zu rufen oder das Internet zu nutzen.

Die Folgen waren aber noch weitreichender und machten überdeutlich, wie abhängig die Wirtschaft von Datenleitungen ist. Die Filialen von Sparkassen und Banken mussten ohne Verbindung zu ihren Rechenzentren schließen. Ohne Kassenwesen konnten die Lebensmittelgeschäfte die Türen nicht offen halten, die öffentlichen Verwaltungen ihren Dienstbetrieb nicht gewährleisten.

Da auch das Mobilfunknetz der Telekom ausgefallen war, blieb dem Krisenstab zunächst nur ein einzelnes Polizei-Diensthandy eines anderen Anbieters, um zu kommunizieren . Da der Feuerwehrfunk noch funktionierte, machte es Sinn, Einsatzkräfte zu alarmieren und die Wachen und Gerätehäuser als Anlaufstellen für die Bevölkerung zu besetzen. 2.000 hilfsbedürftige Senioren mit Hausnotruf wurden vorsichtshalber aufgesucht.

Kreisbrandmeister Schneider warb vor den Kreisvertretern dafür, Vorkehrungen zu treffen und beispielsweise parallele Kommunikationsstrukturen aufzubauen, um sich nicht zu abhängig von einem Anbieter zu machen. Er bezeichnete es als ein wohl einmaliges Ereignis, dass Hunderttausende von Menschen über Stunden 110 und 112 nicht erreichen konnten. „Es muss sichergestellt sein, das Notrufnummern immer erreichbar sind“, forderte der Feuerwehrchef von den Telefonanbietern ein.

(Redaktion)


 


 

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