Sie sind hier: Startseite Südwestfalen Aktuell News
Weitere Artikel
Breitbandtechnologie

IHK fordert stärkere politische Unterstützung für die Breitbandanbindung in Gewerbegebieten

Die heimischen Unternehmen sind beim Zugang zum Internet doppelt benachteiligt: Zum einen ist der ländliche Raum in Nordrhein-Westfalen deutlich schlechter an das schnelle Internet angebunden als die Ballungsräume.

Siegen/Olpe. Die heimischen Unternehmen sind beim Zugang zum Internet doppelt benachteiligt: Zum einen ist der ländliche Raum in Nordrhein-Westfalen deutlich schlechter an das schnelle Internet angebunden als die Ballungsräume. Zum anderen schneiden hier die Industrie- und Gewerbegebiete gegenüber den Wohnlagen noch einmal besonders schlecht ab. Das zeigt eine kürzlich durchgeführte Erhebung der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) in sieben ausgewählten Standorten in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe, deren Ergebnisse derzeit an über 1000 Entscheidungsträger in Politik und Unternehmen versandt werden. Nachhaltig mahnen IHK-Präsident Felix G. Hensel und Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener dabei bei den heimischen Abgeordneten in Bundestag und Landtag an, sich stärker für die Belange der Gewerbetreibenden einzusetzen. Es könne nicht sein, dass man einerseits von den Unternehmen erwarte, auf den Weltmärkten durch Top-Produkte Beschäftigung zu sichern, andererseits aber in der IT-Infrastruktur in „der Kreisklasse“ spiele. Felix G. Hensel:  „Die Politik läuft den tatsächlichen Erfordernissen einmal mehr hinterher. Viele unserer Betriebe stehen im Wettbewerb mit ausländischen Unternehmen, die auf eine deutlich bessere Breitbandanbindung zugreifen können.“ In der südwestfälischen Industrie werde dies immer mehr als ein schwerwiegender Wettbewerbsnachteil angesehen. Hensel: „Schnelles Internet ist für viele Betriebe heute schon beinahe so wichtig wie eine leistungsstarke Verkehrsinfrastruktur!“

Deshalb setzt sich die IHK dafür ein, dem unmittelbaren Glasfaserausbau (FTTB/H) in Industrie- und Gewerbegebieten in den Ausbauplanungen Priorität einzuräumen. Gerade dort werde die heimische Region stiefmütterlich behandelt. Klaus Gräbener: „Knapp 7 Prozent aller Haushalte in Nordrhein-Westfalen verfügen einer neueren Studie zufolge über einen Glasfaseranschluss. Rund 75 Prozent dieser Anschlüsse befinden sich im Raum der Stadt Köln. Dies zeigt, wo Südwestfalen hier steht. Zu ändern ist dies nur, wenn die heimische Politik dieses Thema besser wahrnimmt und beherzter aufgreift.“ In beiden Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe wären heute 20.000 Menschen mehr beschäftigt als noch vor elf Jahren. Hierauf und auf die niedrige Arbeitslosenquote sei man in der Region stolz. Klaus Gräbener: „Wer will, dass das auf Strecke so bleibt, der muss sich politisch stärker dafür einsetzen, dass unsere Probleme beim Breitband, beim Straßenausbau und in der Schwerlastthematik endlich angepackt werden. Betroffene Gesichter alleine reichen nicht aus.“

An die heimischen Landräte Beckehoff und Müller sowie die Bürgermeister richtet die IHK die dringende Bitte, die kommunalen Ausbauplanungen gemeinsam mit den Unternehmen vor Ort voranzubringen. Felix G. Hensel: „Viele Unternehmen in den Kommunen fühlen sich nicht angemessen eingebunden. Das kann bei etwas intensiverer Kommunikation leicht behoben werden.“ Zahlreiche Betriebe verfügten über eine Downloadgeschwindigkeit von 6 Mbit/s oder weniger. Bei den Uploadgeschwindigkeiten sehe die Lage noch ernster aus. Der aktuelle Bedarf etlicher Betriebe liege bereits heute bei 50 Mbit/s oder höher, dem politischen Ausbauziel bis 2018. Dies zeige, wie wichtig die Kommunikation von Wirtschaft und Politik in diesem Bereich sei.

(Redaktion)


 


 

Hensel
Politik
Raum
Nordrhein-Westfalen

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Unternehmen" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: