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Digitale Transformation: Wie Sie dem Wahnsinn die Stirn bieten

Mittlerweile ist es ja bei den meisten Unternehmen angekommen: Sie müssen sich digital transformieren, um zukunftsfähig zu bleiben.

Mittlerweile ist es ja bei den meisten Unternehmen angekommen: Sie müssen sich digital transformieren, um zukunftsfähig zu bleiben. Schön und gut. Doch wo anfangen? Welche Abteilung ist am Wichtigsten? Außerdem ist Vorsicht geboten: Nicht jeder, der ein Tablet halten kann, ist automatisch ein digitaler Experte. Und nicht jeder Mitarbeiter schreit Hurra, wenn sich das Unternehmen neu sortiert. Zehn Digital-Beauftragte können das Schiff nicht alleine in Richtung Zukunft steuern, wenn 1.000 andere Mitarbeiter nicht mitpaddeln. Dabei gibt es einen klaren Fahrplan, wie ein Unternehmen die digitale Transformation sinnvoll angehen kann.

Es beginnt beim Mehr-Wert

Transformation: Dabei geht es um die Veränderung von Unternehmen. Und Unternehmen sind Organisationen, bei denen mehrere Menschen zusammenarbeiten, um gemeinsam Werte zu schaffen und zu verkaufen. Die Crux an der Sache: Nicht der Kapitän entscheidet, was und wie viel etwas wert ist, sondern: der Kunde. Wenn Ihr Kunde Ihre Ware oder Dienstleistung nicht wert-voll findet, dann bleiben Sie darauf sitzen. 

Digitale Transformation bedeutet, die digitalen Möglichkeiten so zu nutzen, dass sie für den Kunden mehr Wert schaffen. Folgt man diesem Kurs konsequent, kann das ein Unternehmen in der Praxis völlig umkrempeln – und so auf neue Art erfolgreich machen. Ein Beispiel: Netflix war mal ein DVD-Versand. Daraus wurde ein Streaming-Dienst – für den Kunden naheliegend und angenehm, für das Unternehmen ein riesiger Schritt. Dann erkannte Netflix, dass es auf einem wahren Schatz saß: den Wünschen und Gewohnheiten seiner Zuschauer. Der nächste Schritt: diese Daten konsequent nutzen – und selbst passende Serien produzieren. Halten Sie sich das mal vor Augen – vom Logistik-Unternehmen zum Streaming-Dienst zum Filmstudio. Nur mit dem einen Leitsatz: Wir schaffen, was der Kunde wirklich will!

Nun wird sich nicht jedes Unternehmen so radikal wandeln. Aber die Tendenz ist klar: Viele Hersteller entwickeln sich zum Lösungsanbieter. Gut für den Kunden. Doch auf einmal müssen diese Firmen Service liefern statt Produkte. Software-Updates und Server betreiben, immer erreichbar sein. Dafür brauchen sie eine Mannschaft, die das stemmen und leisten kann, mit mehr IT- und Service-Know-how – also ein Team, das überhaupt in der Lage ist, die neuen Werte zu liefern.

Von der Theorie in die Praxis

Um in die Veränderung zu starten, braucht es eine Bestandsaufnahme. Erst wenn Sie wissen, wo Sie stehen, können Sie einschätzen, wie weit der Weg zum Ziel noch ist. Erfreulicherweise geht so etwas schnell – braucht es dafür mehr als einen Tag, verschwenden Sie Ihre Zeit. Vergessen Sie komplizierte Tabellen mit Wahrscheinlichkeit und Ressourcenplanung und splitten Sie die Bestandsaufnahme auch nicht nach Abteilungen. Das ist unnötig und verwirrt eher. Sie brauchen nur drei Blickwinkel: Ihre Selbstbild, der Eindruck der Kunden und die Einschätzung von Dritten. Das ist Ihre Position, klar und einfach. 

Wenn die klar ist, können Sie darauf die Strategie aufbauen. Das ist ebenfalls an einem Tag zu schaffen. Dabei beginnen Sie beim Kunden. Sie verstehen Ihre Rolle in seinem Leben (und seine Alternativen) und klären dann, was Sie benötigen, um diese Rolle auch ausfüllen zu können. 

In der Digital Strategy Map kommt das alles zusammen (Bild 2)

Dann starten Sie in die Zukunft: Wo wollen Sie in ein bis drei Jahren sein? Welche Rolle wollen Sie mit Ihrer Firma für den Kunden einnehmen? Was genau müssen Sie an Produkten, Dienstleistungen und Image dann anbieten? Welche Ressourcen brauchen Sie dafür, welches Personal, welche Maschinen oder Lieferanten. Weiter geht’s mit der Customer Experience: Was soll der Kunde mit Ihnen erleben? Das geht vom Abnehmen des Telefons bis zur Formulierung Ihrer Mahnschreiben. All das können Sie bewusst gestalten – mit der richtigen inneren Haltung. Und das ist Ihre digitale Strategie: alles, was Sie tun, um Ihre Ziele zu erreichen.

Digitales Spiegelei – Das Gelbe vom Ei ist hier am Rand (Bild 3)

Besonders Unternehmen im deutschsprachigen Raum sind Profis in Sachen Optimierung. Bestehendes besser zu machen, können wir – schneller, stärker, sparsamer. Das reicht aber nicht! Denn wir müssen nicht nur verbessern, wir müssen unser Angebot auch digital erweitern und am besten noch neue Möglichkeiten entdecken. Dabei hilft der Digital Circle, liebevoll auch das „digitale Spiegelei“ genannt. 

Diese drei Kreise repräsentieren das „digitale Spiegelei“. Der innere Kreis symbolisiert die möglichen Verbesserungen. Wer einen Schritt weitergeht, kommt zu den Erweiterungen: neue Produkte, neue Kombinationen von Produkt und Dienstleistung, neue Bezahlformen wie Abonnement statt Kauf. Ganz wild ist der äußere Kreis: das Entdecken. Was können wir, das für unsere oder neue Kunden einen echten Wert darstellen kann? Das ist das Filmstudio bei Netflix oder Amazon, das seine Erfahrung im Betrieb von Rechenzentren nutzt, um zum größten Anbieter von Cloud-Diensten zu werden. 

Mitarbeiter aktivieren – neu denken

Jetzt können Sie loslegen – theoretisch. Denn praktisch ziehen Mitarbeiter bei Veränderungen nicht so mit wie erwartet. Sie haben Angst um ihren Job oder einfach keine Zeit, neue Projekte umzusetzen. 

Das müssen Sie ansprechen. Ein Mitarbeiter fragt sich immer: „Was hat das mit mir zu tun?“ Nur wenn Sie zeigen können, was Sie vorhaben und warum das für das Unternehmen und ihn selbst wichtig und richtig ist, macht er auch mit. 

Bevor Sie jetzt beginnen, noch eine Warnung: Zu viele Unternehmen denken, Transformation sei nur ein Projekt, das man eines Tages abschließt. Dann ist man digitalisiert und kann zur Tagesordnung übergehen. Leider nein. Es reicht nicht, einmal Ihr Unternehmen zu ändern. Sie müssen auch die Art und Weise ändern, wie Sie denken und Geschäfte machen. Ihr Unternehmen wird sich immer wieder und immer weiter verändern – und das ist auch gut so. Der Markt ändert sich, die Technologien, die Kunden haben neue Ideen und Bedürfnisse … Insofern ist die digitale Transformation kein Projekt, sondern eine neue Art, wie ein Unternehmen funktioniert. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

(Ömer Atiker)


 


 

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