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20. Jahrestag der Deutschen Einheit

Ein ganz besonderer Feiertag Feierstunde im Foyer des Kreishauses

Im Anschluss an die Einführung durch Dr. Lisa Maubach von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn eröffnete Landrätin Eva Irrgang während der Feierstunde die Fotoausstellung „Deutschlandreise“, die bis zum 19. November im Galeriebereich des Kreishaus-Foyers zu sehen ist.

Ein ganz besonderer Feiertag Feierstunde im Foyer des Kreishauses und Ausstellungseröffnung

Kreis Soest (kso.2010.09.03.422.tw/mk)  . Während der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit am Sonntag, 3. Oktober 2010, im Foyer des Soester Kreishauses, die der Kreis Soest gemeinsam mit dem Internationalen Garnisons-Club Soest (IGCS) veranstaltete, hat Landrätin Eva Irrgang daran erinnert, dass kaum ein Ereignis der letzten Jahrzehnte die Welt so bewegt hat, wie der Fall der Mauer vor fast 21 Jahren. Ein durch Krieg und Teilung voneinander getrenntes Land konnte endlich wieder zueinander finden.

„Der 20. Jahrestag der deutschen Einheit ist ein Jubiläum und ein ganz besonderer Feiertag. Deutschland begeht diesen Tag im Zeichen von Freiheit und Einheit – für uns Deutsche ein Anlass zu Dankbarkeit und Freude. Das wiedervereinigte Deutschland hat seinen Platz im Kreis seiner Partner in Europa und der Welt gefunden“, betonte Frau Irrgang in ihrem Grußwort vor 150 Gästen.

Eva Irrgang erinnerte daran, dass 16 Bundesländer seit 20 Jahren für ein lebhaftes föderales Miteinander stehen. Demokratie , Rechtstaatlichkeit und Freiheit wurden staatliche Prinzipien für alle Deutschen. Diese Voraussetzungen schaffen nicht nur Freiheit, sondern auch Wettbewerb und sie sind die wichtigsten Quellen der Kreativität. „All dies wäre nicht möglich geworden, wenn die Menschen im Osten nicht den unbeschreiblichen Mut aufgebracht hätten, auf die Straßen zu gehen. Sie haben wesentlich zum Ende der Teilung Deutschlands beigetragen“, so die Landrätin.

Oberstleutnant d. R. Dirk Pälmer, Vorsitzender des Internationalen Garnisons-Clubs Soest, erinnerte in seinem Grußwort an den Slogan der Bürgerbewegung der ehemaligen DDR „Wir sind ein Volk“ und den Ausspruch von Willy Brandt „Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“. Er appellierte an die anwesenden Gäste, die Einheit in den Köpfen und Herzen auch 20 Jahre nach der faktisch vollzogenen Einheit zur Vollendung zu bringen. Begriffe wie Ossi und Wessi oder auch die Bezeichnung „die fünf neuen Länder“ müssten der Vergangenheit angehören.

Der in Warsteins Partnerstadt Wurzen beheimatete Festredner, Diplom-Theaterwissenschaftler  Michael Wildt, hatte in Anlehnung an das Motto der Leipziger Montagsdemonstrationen für seine Rede den Titel „20 Jahre Deutsche Einheit – Vom ‚Wir sind das Volk’ zu ‚Wir sind auch ein Volk’“ gewählt. Er erinnerte an die Friedensgebete in der Leipziger Nikolaikirche und die anschließenden Montagsdemonstrationen, bei denen sich DDR-Bürgerinnen und -Bürger mutig schwer bewaffneten staatlichen Ordnungskräften entgegen gestellt hatten. Über das deutsche Zusammenwachsen sagte Wildt, dieses sei „weltweit  ohne Beispiel, denn was wir, und damit meine ich Sie im Westen und uns im Osten, seit 1990 geleistet haben, ist in der deutschen und auch internationalen Wirtschafts- und auch Gesellschaftsgeschichte einmalig.“ Für den rasanten Wohlstandssprung in nur wenigen Jahren nach der Wiedervereinigung in der ehemaligen DDR habe Westdeutschland nach dem Krieg dreißig Jahre gebraucht.

Es gebe aber auch noch viel zu tun. Er verwies auf Meinungsumfragen, demzufolge viele „Ostalgiker“ in den neuen Ländern nur die positiven Seiten der DDR in Erinnerung hätten. Seiner Meinung nach dürfe das Unrecht nicht in Vergessenheit geraten. Auch verließen jedes Jahr 50.000 Menschen mehr die neuen Länder als hinzukämen. Jeder fünfte Westdeutsche habe noch nie die neuen Länder besucht.

Wildt rief alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Feierstunde dazu auf, weiter für die Deutsche Einheit zu wirken, damit zum 25. Jahrestag im Bunde mit den heute noch Zweifelnden gesagt werden kann: „Wir sind auf unserem Weg wieder ein gutes Stück voran gekommen, Deutschland, das Neue, seit dem 3. Oktober 1990 Existierende, hat die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft auch im 21. Jahrhundert nicht enttäuscht und ist auch für all die zur Heimat geworden, die sich am 9.Oktober 1989 auf dem Leipziger Ring in Gefahr begeben haben.“

Im Anschluss an die Einführung durch Dr. Lisa Maubach von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn eröffnete Landrätin Eva Irrgang während der Feierstunde die Fotoausstellung „Deutschlandreise“, die bis zum 19. November im Galeriebereich des Kreishaus-Foyers zu sehen ist. 57 großformatige Fotografien zeigen Bilder von Stadtansichten, Denkmälern, Landschaften, historischen Orten, die Pia Malmus, Fotografin aus Bielefeld, auf der Suche nach deutscher Identität in Vergangenheit und Gegenwart im wiedervereinten Deutschland aufgenommen hat.

Durch die Feierstunde moderierte Fregattenkapitän d. R. Jochen Siering und den musikalischen Rahmen gestalteten der Soester Männerchor Concordia 1879 und der Kverneland Accord Chor unter der Leitung von Jochen Pieper.

(Redaktion)


 


 

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