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Großbrand Ludwigshafen: Ein Beispiel, wie Krisenmanagement nicht funktioniert

Zu einem Großbrand kann es in einer Stadt immer kommen. Doch unser Kolumnist hofft, dass Unternehmen und zuständige Behörden an Rhein und Ruhr eine Schadensabwicklung Bürger-freundlicher vornehmen, als sie gerade nach einem Großbrand in Ludwigshafen stattfindet. Dort lässt die CDU-geführte Stadt die Bürger allein und den möglicherweise giftigen Dreck wegmachen. Ein Blick in die Ferne.

Die Panik unter den Anwohnern auf der Parkinsel in Ludwigshafen war groß. Am Samstagmittag, 22. Juni, wälzte sich plötzlich eine dreckig-schwarze 50 Meter breite und Hunderte Meter hohe Rauchfahne über den idyllisch-grünen Stadtteil am Rhein. Drei Bundesländer, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen, warnten die Bevölkerung, Fenster und Türen geschlossen zu halten und nicht vor die Tür zu gehen. Das ging so von mittags um 13 Uhr bis am nächsten Morgen um 6 Uhr.

Was mir sofort auffiel: Eine schnelle Information der Bürgerschaft innerhalb der ersten Stunde gab es nicht. Ich versuchte, weil eine Freundin von mir auf der Parkinsel wohnte und diese fluchtartig mit ihrem Fahrrad verlassen hatte, über Internet von Stadtverwaltung, Medien und Polizei Informationen zu bekommen. 

Nichts funktionierte in der ersten Stunde nach Ausbruch des Brandes – also in einem Zeitraum, in dem zumindest die rund 5000 Bürger in Nachbarschaft des Brandes auf dem Gelände der städtischen Tochtergesellschaft Hafenbetriebe, eigentlich dringendst Infos benötigten.

Auch später war das Infoangebot spärlich: 2300 Parkinsel-Bewohner wurden für rund 20 Stunden evakuiert. Die Parole "Fenster und Türen zu" wurde länderübergreifend ausgegeben, ein Turnhalle als Notunterkunft eingerichtet.

Dabei sollte man doch denken, dass in einer Stadt, in der das Riesenchemie-Unternehmen BASF weitläufige Industrieanlagen unterhält, Katastrophen spielend leicht bewältigt werden – zumindest die Information der Bürgerschaft und eine entsprechende Nachsorge perfekt funktioniert. 

Fehlanzeige. Zwar lud Ludwighafens Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, übrigens auch Vizepräsidentin des Deutschen Städtetages, am Spätnachmittag des Katastrophentags zur Pressekonferenz, doch aktive Unterstützung für die geschädigten Anwohner gab es nicht.

Bei einem Großbrand sofort aus der Stadt flüchten

Wenn ich als Bewohner einer Stadt, in der es immerhin Großindustrie wie die Henkel-Werke gibt, jetzt Bilanz ziehen soll: Sofort aus der Stadt flüchten, wenn irgendwo große Brandwolken auftauchen. Die Behörden arbeiten im Schleichgang, sind auf Großkatastrophen katastrophal vorbereitet.

Ich dachte nun, dass wenigsten die Schadensabwicklung im nachhinein problemlos über die Bühne gehen würde – immerhin war ein ganzer Stadtteil durch den Brand mit hartnäckig festsitzendem Ruß gesprenkelt worden – Hauswände, Bäume, Büsche, Gemüse, Obst, Gartenmöbel, Autos, Fenster, Dächer... 

Mich irritierte dann aber, dass Nachbarn meiner Freundin auf der Parkinsel nun mit Kind und Kegel, Schrubber und Haushaltsreiniger zwei Tage nach dem Brand ans Werk gingen, ihre Häuser, Fenster, Eingänge, Balkone, Terrassen und Gärten zu schrubben.

Ich riet meiner Freundin, sich Unterstützung dort zu holen, wo der Brand entstanden und der Verursacher des Großbrandes zu finden war: den Städtischen Hafenbetrieben Ludwigshafen.


 


 

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