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Großbrand Ludwigshafen: Ein Beispiel, wie Krisenmanagement nicht funktioniert

Skandal: Die Hafenbetriebe helfen nur mit netten Worten

Meine Freundin schrieb also folgende E-Mail an die Hafenbetriebe: "Ich wohne im Dachgeschoss eines Hauses auf der Parkinsel zur Miete. Durch den Brand der Lagerhalle auf der Hafenstraße wurde bei mir der gesamte Balkon (Steinboden) samt Gartenmöbel sowie die Fensterscheiben der ganzen Wohnung mit Rußpartikeln verschmutzt. Von offizieller Stelle wird empfohlen, den Kontakt mit den Rußpartikeln zu meiden. Somit ist mein Balkon nicht mehr zu betreten oder gar zu nutzen. Meine Frage nun an Sie: Wann kann ich mit einer Reinigung rechnen bzw. haben Sie eine bestimmte Vertragsfirma, welche die Reinigung von Fenstern und Balkon übernimmt?"

Die Antwort kam umgehend, aber aktive Unterstützung wurde keine angeboten: "Nach sämtlichen mir bekannten offiziellen Veröffentlichungen war die Belastung des Rauches während und nach dem Brand als unkritisch und mit normalen Haushaltsmitteln zu entfernend analysiert worden. Wenn Sie diesbezüglich Sicherheit wollen, sollten Sie das Umweltamt der Stadt Ludwigshafen kontaktieren, die alle beidseits des Rheins gemachten Untersuchungsergebnisse kennen und einschätzen können. Ansonsten haben wir Ihre Schadensmeldung gelistet und werden diese gerne an die Versicherung weitergeben, sobald diese feststeht. Dies kann allerdings noch einige Tage dauern, was vom Abschluss der Ermittlungen abhängt. Ich empfehle Ihnen, den Schaden zu Ihrer eigenen Absicherung parallel in jedem Fall auch Ihrer eigenen Versicherung zu melden."

In Ludwigshafen will niemand Verantwortung übernehmen

Solch eine Schlafmützigkeit nennt man Skandal. Aktive Unterstützung sieht anders aus. Und wenn der Geschäftsführer der Hafenbetriebe, Franz J. Reindl, sechs Tage nach dem Großbrand in seinem Betrieb noch immer nicht Auskunft darüber gibt, ob die Rußverschmutzung giftig ist, dann sieht das nach Drückebergertum aus. Da will jemand vermeiden, Verantwortung zu übernehmen.

Nun habe ich selbst einige Fragen gestellt – wollte der Sache auf den Grund gehen. 

Diese Mail schrieb ich an BASF, Stadt Ludwigshafen und Hafenbestriebe: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich recherchiere zu einem Artikel über Großbrände und andere Katastrophen und die Folgen für die Anwohner. In diesem Zusammenhang interessiert mich, wie die Schadensabwicklung nach dem Großbrand auf der Parkinsel in Ludwigshafen stattfindet. Meine Fragen:

  1. Wie haben Sie die betroffenen Anwohner, meiner Information nach etwa 2300, über ihre Angebote zur Unterstützung bei der Schadensabwicklung informiert?
  2. Welche Unterstützung bieten Sie den Anwohnern, die durch die starke Rauchentwicklung oder andere Maßnahmen betroffen sind, an?
  3. Bieten Sie den Anwohnern an, zum Beispiel Verunreinigungen (Ruß etc.) etwa auf Balkonen, an Fenstern, auf Terrassen, in Gärten oder Eingangsbereichen zu den Häusern mit von Ihnen engagierten Vertragsunternehmen auf Anforderung bzw. nach Absprache und auf Ihre Kosten durchzuführen?
  4. In einer Mitteilung der Stadt Ludwigshafen heißt es auf dem Internetportal: "Der Ruß ist nicht akut giftig." Bedeutet das, dass von der Verunreinigung garantiert keinerart Schädigung ausgehen kann? Ist der Ruß langfristig giftig? Ist er grundsätzlich nicht giftig?
    Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir meine Fragen möglichst bald beantworten könnten."

 


 

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