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Digitalisierung

Auf dem Weg zu Industrie 4.0

Digitalisierung wird betriebliche Lernprozesse von Grund auf verändern

Siegen/Olpe. Die Digitalisierung verändert grundlegend die Art, wie wir arbeiten und lernen. Das „Lernen“ wird durch sie personalisierter, freier verfügbar, vernetzter, spielerischer, stärker von Algorithmen geleitet und kompetenzorientierter. Sie können in der heutigen Zeit mit jedem Menschen auf der Welt lernen. Egal wann und wo. Denken Sie an YouTube“, erklärte Dr. Julia Behrens von der Bertelsmann Stiftung anlässlich der Veranstaltung „Auf dem Weg zu Industrie 4.0: Digitalisierung und berufliche Bildung – lebenslanges Lernen ist entscheidend“. Die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) begrüßte dazu rund 40 Personen aus Unternehmen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe. 

Das ebenso faszinierende wie komplizierte an der Digitalisierung bestehe darin, dass sie sich auf jedes Unternehmen anders auswirke, betonte IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster eingangs: „Standardisierte Rezepte gibt es daher nicht. Jedes Unternehmen muss seinen eigenen Weg finden. Wer sich damit zu spät befasst, den bestraft der Wettbewerb.“ Dr. Julia Behrens rief die anwesenden Unternehmensvertreter auf, die vielfältigen, mit der Digitalisierung verbundenen Chancen beherzt zu ergreifen: „Wer gebetsmühlenartig nur immer wieder die Risiken betont, wird nahezu zwangsläufig die gegebenen Chancen nicht optimal erkennen und nutzen.“ 

Wie heimische Industrieunternehmen mit den Herausforderungen in den Themenfeldern Personalentwicklung und berufliche Bildung umgehen, erläuterte exemplarisch das Unternehmen Achenbach Buschhütten GmbH & Co. KG aus Kreuztal-Buschhütten. Personalleiter Phillip Ebach erklärte: „Wir können nicht so weiterarbeiten und lernen wie bisher. Wichtig ist, dass wir das Thema aktiv angehen und die Menschen im Betrieb dabei in den Mittelpunkt stellen. Sie sind es letztlich, die die Veränderungen gestalten.“ Dazu zähle auch verstärktes digitales Lernen. „Hierbei handelt es sich um gemeinsames Lernen, das aus kleinen Häppchen besteht. Das ist es, wofür wir künftig die Rahmenbedingen im Unternehmen schaffen wollen.“ Die Prozesse im Unternehmen „kämen immer stärker IT-getrieben und vernetzter“ daher. Hiermit sei innerbetrieblich gerade ein kultureller Wandel verbunden. Phillip Ebach: „Hier trifft eine seit Jahrzehnten eingeübte Industriekultur immer intensiver mit „IT-Freaks“ zusammen, die zuweilen auf vollkommen andere Weise an die Lösung von Problemen herangehen. Damit alle voneinander profitieren könnten, gehören tradierte Denk- und Verhaltensweisen auf den Prüfstand.“ Dies stelle auch neue Herausforderungen an nahezu alle Fach- und vor allem auch Führungskräfte, ergänzte Betriebsratsvorsitzender Daniel Wollny: „Das alles ist ein großer Veränderungsprozess, der Zeit braucht. Wir müssen die Frage der Beteiligung ganz neu denken. Wenn wir in unseren Verhaltensmustern der Vergangenheit verharren, dann werden wir diesen Wandel nicht nachhaltig schaffen. Wenn wir alle, also die Betriebsparteien ebenso wie die Sozialpartner, unsere Türen weit öffnen und gemeinsam mit den Beschäftigten die Zukunft gestalten, dann schaffen wir Nachhaltigkeit und bauen gleichzeitig Ängste vor einer noch ungewissen Zukunft ab.“ 

„Qualifikation, also das Lernen, wird eine zentrale Rolle auf dem Weg hin zu Industrie 4.0 spielen. Jedenfalls dann, wenn es keine Verlierer auf diesem Weg geben soll und die darf und braucht es nicht geben“, ist sich Daniel Wollny sicher. „Dieses Lernen müssen wir aber zulassen und fördern. Die Beschäftigten wollen sich weiterqualifizieren, aber haben Sie auch die Möglichkeit dazu? Wissen Sie überhaupt, welche Qualifikationen zukünftig benötigt werden?“ Das können sie nach Meinung von Daniel Wollny nur dann wissen, wenn Beschäftigte konsequent und frühzeitig an allen Veränderungsprozessen im Unternehmen beteiligt werden.

(Redaktion)


 


 

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