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Energie und Umwelt

Energiepolitik neu denken!

IHK zeigt dringende Handlungsbedarfe zur Energiewende auf.

Siegen/Olpe. „Die Energiewende wird am Ende nur dann erfolgreich sein, wenn sie von möglichst vielen mitgetragen wird. Derzeit erleben wir hingegen, wie vor allem ein sagenhafter Abgabenwirrwarr und zu hohe Energiekosten viele heimische Unternehmen in unerträglicher Weise belasten!“ Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Siegen, Felix G. Hensel, spart nicht mit Kritik, wenn es um die energiepolitischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft geht. „Wir unterscheiden uns in unserer Branchenstruktur deutlich von anderen Wirtschaftsräumen. Bei uns dominieren die Herstellung von Metallerzeugnissen, der Maschinenbau und die Sanitär- und Elektroindustrie. Diese Branchen sind naturgemäß energieintensiv. In einigen Bereichen liegen die Energiekosten bei weit mehr als 10 Prozent des Umsatzes.“ 

In einem Positionspapier fordert die IHK die heimischen Landtagsabgeordneten daher auf, sich für Verbesserungen einzusetzen. Ein besonderer Dorn im Auge ist der IHK die intransparente Kostenstruktur. Der Strompreis setzt sich grundsätzlich aus den drei Komponenten Preis der Stromerzeugung, Preis der Netznutzung und dem Bestandteil der Steuern, Abgabe und Umlagen zusammen. Während der Börsenstrompreis in den letzten Jahren tendenziell gesunken sei, hätten politische Entscheidungen dazu geführt, dass die Energiekosten erheblich gestiegen seien, betont IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener. Drei Viertel der heutigen Energiekosten gingen auf diese politischen Entscheidungen zurück. Hinzu komme, dass sich einzelne Kostenteile je nach Region in ihrer Höhe um bis zu 400 Prozent unterschieden. „Ein solches Maß an Intransparenz zerstört das Vertrauen in den Erfolg der Energiewende und steigert das perspektivische Interesse der Wirtschaft an anderen Standorten!“ 

Mit Sorge beobachtet die IHK auch die Höhe des Strompreises. Erhebungen zeigen: In Deutschland zahlen industrielle Stromabnehmer je KWh das Doppelte dessen, was Wettbewerber in Frankreich, den Niederlanden oder Skandinavien zahlen. Besonders betroffen ist dabei die heimische produktionsintensive Wirtschaft. Tatsächlich sehen 39 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens. Felix G. Hensel: „Solche Zahlen sind alarmierend. Wenn in der stärksten Industrieregion des Landes derart viele Betriebe in der Energiepolitik ein wirtschaftliches Risiko sehen, ist das ein schlechtes Signal für die künftige Wirtschaftskraft vor Ort und im Land!“ 

Für das produzierende Gewerbe ist eine verlässliche Energieversorgung besonders wichtig. Spannungs- und Frequenzschwankungen können leicht zu Produktionsausfällen oder zu Schäden führen. Der steigende Anteil volatiler Energiequellen, wie der Windenergie, darf aus Sicht der IHK die Versorgungssicherheit nicht gefährden. Deshalb müsse auf absehbare Zeit am Energiemix festgehalten werden. Weiterer Kritikpunkt: Der Landesentwicklungsplan. Er sieht in Südwestfalen 18.000 Hektar als Windvorranggebiete vor. Klaus Gräbener: „Mit der Energiewende geht eine Dezentralisierung von Versorgungsstrukturen einher, die sich nicht mit zentral formulierten Vorgaben und Quoten verträgt.“ Es sei befremdlich, dass in Südwestfalen einem Minimum an gewerblicher Flächeninanspruchnahme mit einem Maximum an Flächenausweisung für Windenergie begegnet werde. 

IHK-Präsident Felix G. Hensel erinnert daran, dass viele Betriebe ihre Produktionen energiesparend und klimaschonend ausgerichtet hätten. Andere entwickelten aktiv Umwelttechnologien oder produzierten Umwelttechnik. „Die Ziele der Energiewende liegen im Interesse der heimischen Wirtschaft. Allerdings werden sie nur dann erreicht werden, wenn der Weg dorthin gemeinsam mit der Industrie beschritten wird!“

(Redaktion)


 


 

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