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Energiewende

"Mit weniger Energie mehr erreichen"

Auch zweite Veranstaltung von Stadt und Wirtschaftsförderung für Lippstädter Unternehmen gut besucht

Lippstadt. Die Energiewende treibt viele Menschen in Deutschland um - auch viele Lippstädter Unternehmen. Das zeigte die Veranstaltung "Eigenstromversorgungsanlagen: Photovoltaik und Kraft-Wärme-Kopplung",zu der die Stadt Lippstadt und die Wirtschaftsförderung Lippstadt in die Räumlichkeiten der  SATRO  GmbH, welche ab dem 01.04.2014 unter dem Namen Kievit GmbH operieren wird, eingeladen hatten. Gemeinsam mit Bürgermeister Christof Sommer begrüßte SATRO-Geschäftsführer Patrick Weber die rund 60 Vertreter unterschiedlicher Lippstädter Unternehmen zu der zweiten Fachveranstaltung, die von Stadt Lippstadt und Wirtschaftsförderung innerhalb der Veranstaltungsreihe "Mit weniger Energie mehr erreichen!" initiiert worden war.

Dass die Energiewende nur mit dem Ausbau erneuerbarer Energien gelingen kann, ist unstrittig. Doch durch die unmittelbar bevorstehende Novelle des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) wird es zu Neuerungen kommen von denen auch die künftigen Eigenstromversorgungsanlagen betroffen sind. Vor diesem Hintergrund beleuchteten verschiedene Referenten in vier Fachreferaten das Thema von der technischen und wirtschaftlichen Seite.

Gleich zu Beginn wurde das gelungene Praxisbeispiel der Firma Desch Antriebstechnik aus Arnsberg vorgestellt. Das Unternehmen sei "fit für die Zukunft gemacht worden" so Werner Oligmüller von  der Firma Desch. Dabei führte ein maßgeschneidertes Energiekonzept zu einer neuen Unabhängigkeit. Die neue Heizzentrale - bestehend aus zwei hocheffizienten Blockheizkraftwerken sowie einer Lüftungs- und Absorptionskälteanlage - produziert die komplette Wärme und Kälte sowie etwa 50 Prozent der benötigten Strommenge für das Hüstener Werk.

Der Gastgeber Patrick Weber zeigte in seiner Präsentation die Motivationsgründe für die Installation eines BHKWs im Einklang mit den Umweltzielen des Mutterkonzern Royal Friesland Campina. Er zeigte eine Plausibilitätsprüfung und Planung eines BHKWs im Praxisbeispiel, sowie die Evaluierung der passenden Förderprogramme. Kritisch wurde die Frage der Rentabilität eines BHKWs nach Umsetzung der geplanten Novelle der Mitbeteiligung der Eigenstromerzeuger an die EEG Umlage erörtert und an einem Praxisbeispiel die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit nach Verabschiedung der Novelle verdeutlicht. Die Interessenten wurden sensibilisiert und auf mögliche Risiken bei den Betriebskosten eines BHKWs hingewiesen. Für die nahe Zukunft gelte es einige politische "Stolpersteine" aus dem Weg zu räumen, um nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens neben den Vorteilen für die Umwelt zu sichern, so Weber.

Peter Lückerath von der Energieagentur NRW stellte den aktuellen Stand der Technik bei Blockheizkraftwerken (BHKW) vor und machte deutlich wie verschieden die individuellen Rahmenbedingungen der Unternehmen sind. Je höher die Betriebsstunden seien umso eher werde eine Wirtschaftlichkeit erzielt. Den Zuhörern stellte er das umfangreiche Beratungsangebot der Energieagentur NRW vor. "Je komplizierter Ihr Problem, umso schneller rufen wir Sie zurück", forderte Lückerath die Zuhörer auf, das Beratungsangebot zu nutzen.

Prof. Dr. Christoph Kail von der Fachhochschule Südwestfalen beleuchtete die aktuell unsichere wirtschaftliche Situation durch die Novelle des EEG. Die Wirtschaftlichkeit eines BHKW könne nur erzielt werden, wenn die erzeugte Wärme auch genutzt werden könne. Dabei verlängerten sich die Amortisationszeiten von Blockheizkraftwerken durch die geplante Beteiligung der Eigenerzeuger an den Kosten der Energiewende um zwei bis vier Jahre. Bei günstigen Bedingungen - große Anlagen, lange Laufzeiten - könnten diese jedoch immer noch wirtschaftlich attraktiv sein.

Mit der Veranstaltung gelang es, die Lippstädter Unternehmen zu dem topaktuellen aber auch sehr komplexen Thema Eigenstromversorgungsanlagen fundiert zu informieren. Die praxisnahe Diskussion der Unternehmer zeigte das große Interesse. Dank der Moderation durch Henning H. Sittel von der Effizienzagentur NRW gelang es, den Lippstädter Unternehmern ergebnisoffene Lösungswege aufzuzeigen. Deutlich wurde, dass jedes Unternehmen individuelle Voraussetzungen mitbringt und daher eine fundierte Beratung erforderlich ist, denn nur durch individuelle Lösungen kann eine Wirtschaftlichkeit erzielt werden.

Ob letztendlich der Spagat gelingt, die Eigenstromerzeuger an der EEG-Umlage zu beteiligen und dennoch eine Wirtschaftlichkeit der Anlagen sicher zu stellen, wird erst das Gesetzgebungsverfahren zeigen.

(Redaktion)


 


 

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