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Ennepe-Ruhr-Kreis

Leitstellenmitarbeiter vollbringen täglich logistische Meisterleistung

"Feuerwehr und Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wie kann ich Ihnen helfen?" - Wenn diese Frage gestellt ist, muss es fast immer schnell, sehr schnell gehen.

(pen) "Feuerwehr und Rettungsdienst des Ennepe-Ruhr-Kreises. Wie kann ich Ihnen helfen?" - Wenn diese Frage gestellt ist, muss es fast immer schnell, sehr schnell gehen. Für den Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung zählt jede Sekunde. Weil es brennt, weil ein Mensch in einer gesundheitlichen Notlage ist oder weil es einen Verkehrsunfall melden muss, hat er die Notrufnummer 112 gewählt. Mit gezielten Fragen gilt es für die 35 Mitarbeiter der Leitstelle so zeitnah wie möglich herauszufinden, welche Hilfe er auf den Weg schicken muss.

"Diese Koordination von Informationen, Helfern und Rettungsmaterial ist tagtäglich eine logistische Meisterleistung, die gelingt, gelingen muss", macht Markus Goebel, Leiter der Leitstelle im Schwelmer Kreishaus deutlich. Aus der siebten Etage werden sämtliche Einsätze im Feuer- und Katastrophenschutz, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransport im Ennepe-Ruhr-Kreis koordiniert.

Eine Mammutaufgabe, wie einige Zahlen aus 2017 eindrucksvoll belegen. Insgesamt nahmen die Disponenten - alles gelernte Feuerwehrleute und Rettungsassistenten - 218.500 Anrufe entgegen. Gut 71.000 Anrufe liefen über die 112 auf. Pro Tag galt es also, durchschnittlich 195 Notrufe zu verarbeiten. "Natürlich", so Goebel, "mit erheblichen Schwankungen. Tagsüber ist mehr los als nachts und bei besonderen Wetterlagen schnellen die Anrufzahlen natürlich nach oben."

Die Anrufe waren für die Disponenten Anlass, 30.057 Mal den Rettungsdienst auf den Weg zu schicken, 20.148 Krankentransporte und 1.114 Brandeinsätze zu veranlassen. "Dazu kamen für die Feuerwehren dann unter anderen noch mehr als 2.750 so genannte technische Hilfeleistungen. Also beispielsweise das Befreien eingeklemmter Personen, das Retten von Tieren oder Aufgaben bei Überschwemmungen oder Stürmen", bilanziert Goebel.

Um die Einsätze einleiten und koordinieren zu können, muss natürlich entsprechendes Personal und Material zur Verfügung stehen. Im Rettungsdienst sind dies täglich bis zu fünf Notärzte und dreizehn Rettungswagen. In den neun kommunalen Feuerwehren und den zwei Werkfeuerwehren sind insgesamt über 1.600 Feuerwehrkräfte tätig.

Neben den 270 Hauptamtlichen bilden dabei die ehrenamtlichen Helfer der freiwilligen Feuerwehren das Rückgrat für Retten, Schützen, Bergen und Löschen. "Ohne sie kämen die Menschen im Kreis nicht so ruhig durch den Tag und durch die Nacht", betont Rolf-Erich Rehm, als Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz der Kreisverwaltung auch für die Kreisleitstelle verantwortlich.

Stichwort Dokumentation der Abläufe

Alles, was die Disponenten der Leitstelle veranlassen, wird sekundengenau im Computersystem dokumentiert und zehn Jahre archiviert. Alle Telefongespräche werden aufgezeichnet und sind drei Monate lang abrufbar. "Gerichtsfest", betont Goebel. "Das bedeutet: Kein Mitarbeiter kann nachträglich verändern, was er wann gemacht hat, welches Rettungsmittel er wann auf den Weg geschickt hat."

Wichtig ist dies, wenn es zu Auseinandersetzungen darüber kommt, ob Mitarbeiter richtig gehandelt haben. Erst vor kurzem gab es beispielsweise den Vorwurf, ein Disponent habe trotz eindeutiger Hinweise eines Anrufers nur einen Rettungswagen statt Rettungswagen und Notarzt auf den Weg geschickt, der Rettungswagen sei zudem erst nach 15 Minuten am Einsatzort eingetroffen. Ein Blick ins System zeigte zweifelsfrei: Bereits 5 Minuten nach der Alarmierung war der Notarzt vor Ort, drei Minuten später der Rettungswagen.

(Redaktion)


 


 

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