Weitere Artikel
Export

3. Internationaler Siegener Mittelstandstag

Veränderungen auf dem nordamerikanischen Markt positiv nutzen

Siegen. Die USA und Kanada sind bedeutende Märkte für die heimischen Unternehmen. Aus diesem Anlass nahm die SiegRevision GmbH beim 3. Internationalen Siegener Mittelstandstag in der IHK Siegen das Schwerpunktthema „Nordamerika im Fokus des Mittelstands – trotz oder wegen ,America-first‘-Politik“ in den Blick. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die wirtschaftlichen Verbindungen heimischer Betriebe nach Nordamerika im Angesicht des Wirkens von Donald Trump entwickeln. 

Bei seiner Begrüßung verdeutlichte IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener, dass die NRW-Wirtschaft im vergangenen Jahr 12,3 Mrd. € in die USA exportiert hätte. Nach den Niederlanden und Frankreich seien die Vereinigten Staaten damit der drittgrößte Exportmarkt, der aus Nordrhein-Westfalen bedient werde. Das Exportvolumen der heimischen Industrie bezifferte er auf rund 600 Mio. € jährlich. Allein diese Zahl verdeutliche die Relevanz des US-amerikanischen Marktes für die regional ansässigen Unternehmen. Im Anschluss ging SiegRevision-Geschäftsführer Jörg Müller auf die bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf die Trump-Regierung ein und bekräftigte: „Wir wollen mit der heutigen Veranstaltung Chancen für Mittelständler in den USA und Kanada aufzeigen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Wie können Unternehmen die Veränderungen auf dem nordamerikanischen Markt zum eigenen Vorteil nutzen?“.
Zum Auftakt verdeutlichte Arnold Servo (Rödl & Partner) in seinem Vortrag, dass das US-Steuerrecht nach der großen Reform hinsichtlich seiner Komplexität durchaus mit dem deutschen mithalten kann. Anschließend gab Christian Burghart (Schumann Burghart LLP) den Unternehmern wertvolle rechtliche Hinweise sowohl für Neugründungen in den USA als auch im Hinblick auf bereits bestehende Produktionsstätten. Der Referent stellte heraus, dass das US-amerikanische Rechtssystem fundamental anders als unseres aufgebaut ist. Besonders die Produkthaftung sei dort ein sensibles Thema. 

Einen Einblick in eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte in den USA gewährte IHK-Vizepräsident Walter Viegener (Viega Holding GmbH & Co. KG). Der Attendorner Unternehmer erkannte schon Ende der 1990er Jahre das große Marktpotenzial für Rohrleitungssysteme mit Pressverbindungstechnik in den USA. Nach der Gründung der autarken Viega Inc. NA sei hinsichtlich des Aufbaus von Kundenkontakten und Vertriebsnetzen zunächst viel „Beinarbeit“ nötig gewesen. Seither haben sich die Vereinigten Staaten für Viega zum zweitwichtigsten Markt nach Deutschland entwickelt – Tendenz weiter steigend. Neben der Produktion in Kansas und der Hauptverwaltung in Denver unterhält die Unternehmensgruppe dort mehrere Logistikzentren und ein Seminarcenter. Bezugnehmend auf den Veranstaltungstitel zog Walter Viegener das Fazit: „Für Viega ist im US-Geschäft die Frage ,Geschäftstätigkeit trotz oder wegen der America-First-Politik‘ ohne Relevanz.“ Die Politik des derzeitigen Präsidenten habe keine Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und Investitionen in den USA. Ohnehin seien Wechsel im Machtgefüge einer Demokratie temporär und nicht beeinflussbar. „Damit müssen wir leben. Damit können wir leben.“ Was zähle, seien die wirtschaftlichen Chancen in einem Markt mit immensem Zukunftspotenzial. 

Am Nachmittag widmeten sich die weiteren Referenten verstärkt dem Thema „Kanada“. Monica Schirdewahn (Lette & Associés S.E.N.C.R.L.) stellte das dortige Rechtssystem vor und zeigte verschiedene Möglichkeiten für deutsche Betriebe auf, in den kanadischen Markt einzutreten. Detlef Engler von der kanadischen Botschaft machte den Unternehmern die Vorzüge eines Investments vor Ort schmackhaft. Daran knüpfte Thomas Beck (AHK Kanada) in seinem Vortrag zum Thema „Kanada – perfekt positioniert in Zeiten globaler Disruption“ an. Er nannte weitere Gründe, die für Investitionen in Kanada sprechen, darunter die unkomplizierte Unternehmensgründung, niedrige Betriebskosten, eine gute Verfügbarkeit von Fachkräften sowie die einfache Erschließung des Marktes. Zudem sei das Land mittelständisch geprägt und „europäischer“ als die USA. Nikolas von Pflug (DZ Bank AG) zeigte den Anwesenden diejenigen Leistungen des Kreditinstituts auf, die Unternehmen bei der Vernetzung mit internationalen Märkten helfen. Zugleich verdeutlichte er, dass gerade die USA als größte Volkswirtschaft der Welt nach wie vor gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen und positive Konjunkturaussichten bieten. Beim Mittagessen und Kaffeetrinken sowie der anschließenden Diskussionsrunde mit allen Referenten bot sich den Gästen die Möglichkeit, das Gehörte zu vertiefen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.

(Redaktion)


 


 

USA
Markt
Kanada
Referent

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "USA" - jetzt Suche starten:

Kommentar abgeben

Bei einer Antwort möchte ich per E-Mail benachrichtigt werden

 
 

 

Entdecken Sie business-on.de: