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Freihandelsabkommen

IHK Siegen: Die großen Ziele von TTIP nicht aus den Augen verlieren

Siegen/Olpe, 14. August 2014 - Die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) sieht in dem geplanten Freihandelsabkommen (TTIP, Transatlantic Trade and Investment Partnership) zwischen der Europäischen Union und den USA eine Chance, heimische Unternehmen von unnötigem Aufwand zu entlasten.

„In den USA und bei uns gibt es hohe Sicherheits- und Umweltstandards. Trotzdem gelten diesseits und jenseits des Atlantiks für viele Produkte noch unterschiedliche Bestimmungen und Prüfverfahren, insbesondere in dem für unsere Region wichtigen Automotive-Bereich. Es geht darum, solche Handelshemmnisse zu beseitigen“, so Hauptgeschäftsführer Franz J. Mockenhaupt in einer Pressenotiz. „Eine Vereinfachung der Handelsbeziehungen mit den USA wird unserer Wirtschaft auch ein stärkeres Gewicht gegenüber der zunehmenden globalen Konkurrenz, insbesondere aus Asien, geben“, so Mockenhaupt. „Wir hoffen, dass alle Beteiligten die großen Ziele des Abkommens in der aktuellen Diskussion nicht aus den Augen verlieren.“ 

Siegfried Koepp, Geschäftsführer der in der Steuer - und Regelungstechnik tätigen EMG Automation GmbH aus Wenden, die mit mehreren Unternehmen auch in den USA vertreten ist, sieht in dem geplanten Freihandelsabkommen greifbare Vorteile für seine Unternehmensgruppe: „Wir begrüßen das TTIP-Abkommen ausdrücklich. US-Amerika und Europa leben heute noch in zwei unterschiedlichen technologischen Welten. Auch wenn wir bezogen auf das Endprodukte die gleichen Ziele und Vorstellungen haben, ist der Weg dorthin oft mit Schwierigkeiten verbunden. Wir verwenden zum Beispiel auf unseren Produkten das CE-Zeichen und sind damit für die Einhaltung zahlreicher nationaler Vorschriften selbst verantwortlich. Für Lieferungen in die USA benötigen wir von zugelassenen Dienstleistern eine unabhängige Überprüfung nach US-Vorschriften. Der Aufwand eine CSA- oder UL-Zulassung zu erhalten, ist groß und erzeugt zusätzliche Kosten. Wir würden das Prinzip „one Standard – one Test – accepted everywhere“ sehr begrüßen. Unterschiede gibt es zum Beispiel auch im Patentwesen. Wir entwickeln und pflegen zwei Produktlinien, eine für die Lieferung in die USA und eine für den Rest der Welt. Der Wegfall der doppelten Dokumentationszwänge und das Nachholen von Zertifizierungen werden zu einer wesentlichen Entlastung der administrativen Tätigkeiten führen. Im Ergebnis wird das eine echte Ergebnisverbesserung ausmachen.“ 

Zum sechsten Mal tagten nun die Verhandlungspartner der Europäischen Kommission und den USA. Weitere Verhandlungsrunden sind für Oktober und Dezember 2014 geplant. Zwischenzeitlich wertet die Kommission die über 90.000 Stellungnahmen aus, die im Rahmen eines am 13. Juli abgeschlossenen Konsultationsverfahrens zu dem geplanten Rechtsbehelf für Investoren, dem "Investor-Staat-Schiedsverfahren", und zum Investitionsschutz eingegangen sind. Im November legt sie dazu ihren Bericht vor. Ende 2015 sollen die Verhandlungen dann abgeschlossen sein. Rechtzeitig vor der Präsidentenwahl in den USA. Die Gespräche wurden von der Kommission im Juli 2013 aufgenommen.

(Redaktion)


 


 

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